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Christen wollen auf dem digitalen Marktplatz predigen und helfen
Zu dem Forum "Zukunftswerkstatt Internet" trafen sich Internet-Fachleute aus Gemeinden, Dekanaten und Einrichtungen der evangelischen Kirche in Bayern am 16. Juli in Nürnberg. Dabei ging es darum, wie evangelische Christen künftig im Internet Akzente setzen und bisherige Angebote verknüpft werden können. Zudem wurde über medienethische und pädagogische Voraussetzungen für die kirchlichen Angebote im Internet gesprochen.
Bierbaum will bis Ende dieses Jahres ein Papier vorlegen, wie die Kirche die modernen Kommunikationsmittel nutzen möchte, "um ihren Auftrag zu erfüllen." Das Engagement der Kirche im digitalen Netz sei "nicht so ganz einfach und nicht billig". Die Landeskirche wolle die Internetangebote nicht zentral steuern, versicherte Bierbaum. "Das Web 2.0 hat auch etwas Anarchisches. Diese Anarchie passt auch ganz gut zu evangelischer Kirche", bemerkte er. Es sollten sich Web-Auftritte der Gemeinden und Einrichtungen vernetzen. Außerdem die Landeskirche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schulen und weiterbilden.
Der Leiter des Amtes für Gemeindedienst, Reiner Appold, sprach von einem "Zielgruppenspagat". Sowohl die Konfirmandengruppen müsse man in den Blick nehmen, als auch Beratung für Trauernde bieten. Sein Amt will "Webandachten" gestalten und so glaubensvermittelnd tätig sein. Appold wünschte sich "nicht nur Internet-Leuchttürme", sondern Kommunikation und Informationskanäle.
Kommunikation in geschützten Räumen im Internet findet bereits auf der Plattform www.kollegiale-beratung.net statt, wie Wolfgang Schindler vom Studienzentrum Josefstal berichtete. Die Serviceangebote der neuen Abteilung "Vernetzte Kirche" im Evangelischen Presseverband für Bayern (EPV), stellte Mitarbeiterin Nicola Rössert vor. Es reicht von der "Kinderkirche" www.kirche-entdecken.de bis zur Senioren-Plattform www.unserezeiten.de.
Der Direktor des EPV, Kirchenrat Roland Gertz, erklärte, das Know-how seines Hauses werde in eine "internetorientierte Kirche" einfließen.
Markus Springer, Redakteur bei der Evangelischen Wochenzeitung für Bayern "Sonntagsblatt" in München, wies bei der Tagung daraufhin, dass in den sozialen Netzwerken "jeder mit jedem" kommuniziere und nicht mehr nur Konsument sei. Für die Christen stelle sich die Aufgabe, auf dem digitalen Marktplatz zu den Menschen zu gehen und in der Welt von ihrem Glauben zu sprechen.
Quelle: epd

