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Billiges Vertrösten oder echte Alternative?

(c) www.bayern-evangelisch.de

Am Altjahresabend ging Nitsche noch einmal vom „Weihnachtspropheten“  Jesaja aus. Schon wenige Kapitel nach den berühmten Prophezeiungen schlage der nämlich einen anderen Ton an. Nach den herzerwärmenden Zukunftsprognosen vom neugeboren Kind, auf dem alle Hoffnung ruht, vom aufgehenden frischen Spross, vom Reis aus dem Stamm Isais, vom Licht, das in die Finsternis scheint und vom Friedefürst, geht dieser Prophet scharf mit seinen Zeitgenossen ins Gericht:

Die einen wollten von nichts etwas wissen, in Ruhe gelassen werden und der Schönfärberei frönen; die anderen geilten sich auf an populistischen Übertreibungen und Schwarzmalerei, zeichneten grelle Untergangsszenarien an den Horizont und identifizierten einen Feind, der an allem schuld sei und gegen den es aufzurüsten gelte. Dagegen setze der Prophet seine Botschaft von dem Gott, der sich seine Menschen nicht aus dem Herzen reißen könne. Das Vertrauen in ihn sei tragfähiges Fundament für ein Leben jenseits dieser scheinbar auswegslosen Alternativen. Statt: Lass mich in Ruhe mit Gott, sollte die Sehnsucht eine Chance haben: Ruhe finden bei Gott!

"Weltflucht ist gerade keine Antwort des Glaubens"

Das beträfe die großen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen des auslaufenden und des kommenden Jahres genauso wie unsere persönlichen Lebenspläne, machte der Regionalbischof den alttestamentlichen Propheten quasi zu unserem Zeitgenossen. „Weltflucht ist gerade keine Antwort des Glaubens. Und verzweifelt heroisch alles so groß zeichnen, dass es mir über den Kopf wächst, kann auch nicht die Lebensregel eines Christen sein!“, sagte Nitsche: „Ich glaube aber mit dem Propheten: In der Ruhe finde ich Kraft, aus der Stille heraus öffnet sich mir die Zukunft, Vertrauen macht mich trittsicher. Und all das ist kein Geheimnis für einige wenige Heilige oder Weise, sondern ein Gottesgeschenk im Angebot für uns alle.“

Wenn ich Gott glauben könne, dass er´s ernst meint mit diesem Geschenkangebot, dann habe das Motto des ausgehenden Jahres Relevanz und entfalte Kraft - auch im nächsten Jahr. Nitsche: „Euer Herz erschrecke nicht!“ Der Gottesdienst zum Jahresschluss in der Nürnberger Lorenzkirche wurde musikalisch ausgestaltet von Mitgliedern des Bachchores St. Lorenz; die Leitung hatte Kirchenmusikdirektor Matthias Ank, der auch die Orgel spielte.