{Abo bestellen}
"Beim afg herrscht Aufbruchstimmung"
Das Amt für Gemeindedienst (afg) feierte am gestrigen Donnerstag 75-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums lud das afg zum großen Festgottesdienst in der Christuskirche Nürnberg-Steinbühl, den Oberkirchenrat Michael Martin (Foto) mit Blick auf die umfassende Historie des afg bereicherte. Der Oberkirchenrat bezeichnete das afg dabei als "völlig untypischen 75-Jährigen", der keinesfalls selbstzufrieden im "Früher war doch alles besser" ruhe, so Martin: "Beim afg herrscht Aufbruchstimmung." Auch Synodalpräsidentin Dr. Dorothea Deneke-Stoll und Landesbischof Dr. Johannes Friedrich würdigten das afg in ihren jeweiligen Jubiläumsgrußworten als Instanz der Innovation, die noch viel bewegen werde.
Oberkirchenrat Michael Martin skizzierte in seiner Predigt die hauptsächliche Neuausrichtung des afg: „Das eigentlich Neue ist eine dritte Perspektive der Arbeit. Im Amt für Gemeindedienst soll insbesondere die Arbeit für und mit Ehrenamtlichen im Mittelpunkt stehen. Dazu wurde der Fachbeirat Ehrenamt ganz eng mit dem afg verbunden. Das afg hat die Aufgaben, zentrale Ansprechstelle für Ehrenamtliche in unserer Kirche zu werden und dabei mit allen Einrichtungen unserer Kirche, die Ehrenamtliche unterstützen, zusammen zu arbeiten.“
Vor diesem Hintergrund stellte Martin Gottes einst an Abraham vermittelte Verheißung heraus: „Ich will Dich segnen und Du sollst ein Segen sein.“ Gemeindeentwicklung und Kirchenentwicklung, so Martin, geschehe dann, „wenn wir damit rechnen, dass diese Zusage Gottes wirksam ist. Aufbrüche sind möglich, weil auch unser Leben im Licht von Gottes Verheißung steht: Ich will Dich segnen, und Du sollst ein Segen sein“ – der Oberkirchenrat sieht das afg in allerbester Verfassung, sich von diesem ermutigenden Gedanken leiten zu lassen.
Die Menschen in der eigenen Gemeinde neu in den Blick bekommen
In ihrem Grußwort anlässlich des 75-jährigen afg-Bestehens stimmt Synodalpräsidentin Dr. Dorothea Deneke-Stoll (Foto) dem Oberkirchenrat mit Blick auf die Beweglichkeit des afg zu: „Es ruht sich nicht auf den Lorbeeren vergangener Zeiten aus.“ Den verstärkten afg Einsatz im Bereich des Ehrenamtes, begrüßt die ehrenamtliche Präsidentin der Landessynode. „Bereits im Rahmen unseres synodalen Projekts „Kirche vor Ort“ hat sich gezeigt, dass Ehrenamtliche für ihre Tätigkeit gut qualifiziert und begleitet werden wollen. Schön, dass das afg sich vorgenommen hat, solche Unterstützung künftig noch intensiver zu leisten.“
Vor dem Hintergrund des nach wie vor schwindenden Bürger-Bindung an die Institution Kirche, freut sich die Synodalpräsidentin über einen weiteren Schwerpunkt des afg: missionarische Gemeindeentwicklung. „Das afg unterstützt die Gemeinden, Kirchenvorsteher und Pfarrer dabei, die Menschen in der eigenen Gemeinde neu in den Blick zu bekommen, einerseits schöne Traditionen zu bewahren, andererseits kreativ neue Wege zu gehen. Ich wünsche allen diesen Konzepten den Erfolg, den sie verdienen.“
"Immer weiter ausdifferenziert"
Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (Foto) würdigt in seinem Jubiläumsgrußwort das Engagement des afg als Arbeit, die sich in den vergangenen Jahren „immer weiter ausdifferenziert“ habe. Parallel sei dieses Amt nicht mehr wegzudenken. „Es gibt keine Gemeinde in Bayern, die nicht schon vom AfG profitiert hätte, wenn es ihr vielleicht auch gar nicht so bewusst wurde“, unterstreicht Friedrich. Das amtliche Jubiläum hebt der Landesbischof als „75 Jahre Stärkung und Reflexion der Arbeit in den Kirchengemeinden, aber auch 75 Jahre Blick über den Horizont der einzelnen Kirchengemeinden durch missionarisches Denken und Handeln“.
Durch den Horizont hindurch zu blicken, zeichne nach afrikanischer Überlieferung christliches Glauben und Hoffen aus, so Friedrich. „Diesen klaren und weiten Blick, viel Freude an Ihrer Arbeit und viele inspirierende Einfälle wünsche ich Ihnen weiterhin.“

