Pressemitteilung vom 29.12.2004

Predigten zum Jahreswechsel:   Landesbischof Friedrich: Vertrauen ins Leben und Vertrauen auf Gott gehören zusammen. Flutopfer brauchen Fürbitte und Spenden. Wer zukunftsorientiert denkt, kann sich Sozialreformen nicht verschließen.

Regionalbischof Röhlin: Unsere Kraft, Schicksalsschläge zu überwinden und die Zukunft zu gestalten, hängt ab von unserem Gottvertrauen. Glaube vermittelt Trost auch in schwerem Leid.

Neujahrspredigt von Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, München.

München. In seiner Neujahrspredigt in der Münchner Kirche St. Matthäus hob der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Dr. Johannes Friedrich, die starke Hoffnungs- und damit Zukunftsperspektive des christlichen Glaubens hervor. Vertrauen ins Leben und Vertrauen auf Gott seien weder Alternativen noch ein Widerspruch, sondern sie gehörten zusammen.

Mit Blick auf die Flutkatastrophe in Südasien sagte Friedrich, die Meldungen und furchtbaren Bilder von den Verwüstungen und dem grenzenlosen Leid, das die Menschen in diesem Teil der Welt ereilt habe, seien im ersten Moment durchaus dazu angetan, am Glauben zu zweifeln. Gleichwohl könne man Gott auch in solch dunklen Stunden, wo alle Worte und Erklärungen fehlen, vertrauen. Wichtig sei es jetzt, für die betroffenen zu beten und über Spenden einen Beitrag zur Linderung der unermesslichen Not zu leisten.

Mit Zuversicht glauben und mit Zuversicht leben, so der evangelische Landesbischof weiter, gehöre zusammen: „Wenn ich darum bete, dass der Glaube junger Leute nicht aufhöre, dann macht das auch den Einsatz für eine Gesellschaft erforderlich, die jungen Leuten Zukunftschancen offen hält, die das Leben lebenswert machen.“

Und: „Die Zukunft unserer Kinder muss für uns absolute Priorität haben. Dafür lassen Sie uns Fürbitte leisten und beten, dafür lassen Sie uns arbeiten“, so Friedrich. So gesehen gebe es keine Alternative zu dem, was mit den Sozialreformen in unserem Land beabsichtigt sei. „Wenn wir den Sozialstaat nicht umbauen, sondern so weitermachen, wie bisher, lässt sich vielleicht einigermaßen unser Besitzstand wahren, der Besitzstand derer, die jetzt schon daran teil haben, aber wir verbrauchen damit die Ressourcen der künftigen Generationen.“ Wer dagegen zukunftsorientiert denken wolle, müsse unsere Welt nachfolgenden Generationen auch lebenswert übergeben. Das betreffe auch notwendige Reformen in der Kirche.

Silvesterpredigt von Regionalbischof Dr. Karl-Heinz Röhlin, Nürnberg.

Mit Blick auf die innenpolitischen Probleme und die Krisenherde der Welt erinnerte der Regionalbischof des Kirchenkreises Nürnberg, Dr. Karl-Heinz Röhlin, in seiner Silvesterpredigt in der Nürnberger Kirche St. Lorenz daran, dass in den Vertrauenskrisen unseres Lebens Gottvertrauen gefragt sei: „Unsere Kraft, die Zukunft zu gestalten, hängt ab von unserem Glaubensmut, letztlich von unserem Gottvertrauen“, so Röhlin.

An der Schwelle zum neuen Jahr ermutige die Bibel zu Gott- und Selbstvertrauen. Dies gelte besonders auch für die Opfer der Flutkatastrophe in Südasien sowie für ihre Angehörigen. Die Kraft, Rückschläge, Leid und Enttäuschungen zu überwinden, hänge letztlich von unserem Glaubensmut und damit von unserem Gottvertrauen ab. Von solchem Gottvertrauen erzähle die Bibel beispielsweise im 23. Psalm, wo es heißt: "Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich."

Die Vertrauenskrise unserer Zeit zu beklagen, sei das eine. Und manche Klagelieder seien gewiss berechtigt. Christen sollten es aber dabei nicht bewenden lassen. Sondern stattdessen Gott-Vertrauen wagen und fördern. Das, so der Nürnberger Regionalbischof, sei ihre vorrangige Aufgabe.

Beide Predigten stehen im Wortlaut zum Download bereit:

Silvesterpredigt von Dr. Karl-Heinz Röhlin

Neujahrspredigt von Dr. Johannes Friedrich

Michael Mädler, Kirchenrat
Stellv. Pressesprecher der
Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern


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