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Bayerische Landeskirche baut neues Archiv

Foto: epd

Aus einem Architektenwettbewerb ging das international tätige Hamburger Büro Gerkan, Marg und Partner (gmp) hervor, das bereits das Stadtplanungsarchiv in Shanghai und den Christus-Pavillon der Expo 2000 in Hannover entworfen hat.

Im Landeskirchlichen Archiv werden die historisch bedeutsamen Unterlagen der Kirche verwahrt, geordnet und für die Forschung bereitgestellt. Darunter sind Urkunden von Päpsten und Kaisern, Briefe von Luther und Melanchthon, Originale von Dürer, Filme, Plakate, Zeitungsausschnitte und 120.000 Bücher. Es birgt zudem die knapp 30 Prozent der Kirchenbücher, die nicht mehr von den örtlichen Gemeinden selbst aufbewahrt werden. Mit derzeit 17 Regalkilometern ist das Nürnberger Archiv das zweitgrößte Kirchenarchiv in Deutschland.

Der Neubau sei kein überflüssiges Luxusprojekt, erklärte Archivdirektorin Andrea Schwarz. Weil es schon lange keinen Platz mehr gebe, seien derzeit zwei Drittel der Archivalien in angemieteten Hallen über die ganze Stadt verteilt. Das ständige Hin und Her verschlinge Arbeitszeit, koste Geld und beschädige die Dokumente. In den Leseräumen des Hauptgebäudes säßen die Besucher gedrängt wie Ölsardinen.

Der Neubau soll die Regalkilometer auf 34 verdoppeln, eine Restaurierungswerkstatt und großzügige Besucherräume schaffen. "Ein modernes Archiv ist kein Elfenbeinturm der Forschung, sondern Dienstleister für jeden Interessierten", sagte die Direktorin.

Ohne Erinnerung an ihre Wurzeln könne die Kirche nicht leben, betonte der Nürnberger Regionalbischof Stefan Ark Nitsche. 19 Millionen Euro seien zwar viel Geld, sie müssten jedoch in Relation gesehen werden zu den 50 Millionen Euro, die für die Renovierung von Pfarrhäusern bereitstünden und zu den 14 neugebauten Kirchen seit der Jahrtausendwende.

Der seit Jahrzehnten diskutierte Archivneubau scheiterte lange an den Kosten. Erst 2006 machte die Landessynode die Mittel dafür frei. Der Neubau soll in Nachbarschaft des bisherigen Hauptgebäudes auf einem ehemaligen Fabrikgelände in der Nürnberger Veilhofstraße entstehen. Zunächst muss die ehemalige Maschinenfabrik abgerissen und der Boden dekontaminiert werden.

Quelle: epd