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Auf veränderte Kultur an den Unis einstellen
Professorin Johanna Haberer nimmt die öffentliche Unzufriedenheit mit der Einführung des Bachelor- und Mastersystems kritisch unter die Lupe. "Die deutsche Medienlandschaft hat sich in den Wochen des Studierendenstreiks unisono darauf geeinigt, die Umstellung des Hochschulstudiums auf das Bachelor- und Mastersystem als verfehlt zu geißeln", so die Vizepräsidentin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Professorin für Christliche Publizistik in der aktuellen Ausgabe der "nachrichten" der ELKB. "Die gleichen Zeitungen, die jahrelang das uneffektive Universitätsstudium beklagt, die unkontrollierte Freiheit von Hochschullehrern als Willkür entlarvt hatten, die mehr Berechenbarkeit und Transparenz in der Lehre forderten und eine Vergleichbarkeit der Abschlüsse im europäischen Hochschulraum, sie alle sehnen nun die angeblich so freie Lehre und das unregulierte Langzeit-Studium wieder herbei."
Dabei habe das alte System viele Defizite vorgewiesen. "Da gab es Klagen der Absolventen über die Desorientierung im Studium, über mangelnden Bezug des Studiums auf künftige Berufsfelder, man klagte über das Fehlen von Praxisanteilen, über die Beliebigkeit des Stoffs, über lange Studienzeiten und die hohe Zahlen von Studienabbrechern, die das Studium bei nicht bestandenem Examen als verlorene Lebenszeit empfanden", erinnert Haberer. Von all dem wolle man nun nichts mehr wissen. Haberer plädiert dahingehend für eine Studienstruktur, die noch gar keine Chance gehabt hätte, sich wirklich zu bewähren. Sie warnt davor, "die reellen Chancen der BA/MA-Struktur" zu versäumen; dies drohe aus ihrer Sicht durch blindes Herbeiwünschen alter Zeiten "in denen ein Fach wie Germanistik ca. 80 Prozent und Philosophie ca. 95 Prozent seiner Studienanfänger auf dem Weg bis zum Magister verloren hat".
Lesen Sie hier das komplette Essay von Professorin Johanna Haberer!

