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Auf den Spuren von Astrid Lindgren
Mariestad ist eine Stadt in der schwedischen Provinz Västra Götalands Iän und der historischen Provinz Västergötland, etwa 180 Kilometer nordöstlich von Göteborg gelegen, an der Mündung des Flusses Tidan in den See Vänern. Mariestad hat rund 15000 Einwohner, ein recht verschlafenes Örtchen also - doch Gerhild Zeitner, welche die landschaftliche Schönheit Schwedens mit einer Reihe atmospärischer Aufnahmen einfing (auf dem Foto direkt unten ist die Pfarrerin auch selbst zu sehen) hat sich dort trotzdem sehr wohlgefühlt! Im Rahmen des Austausch-Programms zwischen der schwedischen Diözese Skara und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern hat die Pfarrerin aus Thuisbrunn/Egloffstein im Dekanatsbezirk Gräfenberg zwei Wochen im schwedischen Mariestad verbracht - und ihren Schweden-Aufenthalt als "sehr befreiend" erlebt!
"Es ging nie um: ,Könnt Ihr uns hier oder da unterstützen?', oder um die weitverbreitete, aber ungern angesprochene Angst: ,Wird ,unser' Geld bei euch auch so verwendet, wie es vereinbart war?'", erzählt Gerhild Zeitner. Eher sei es um den konstruktiven Austausch folgender Frage gegangen: „Wie geht ihr und wie gehen wir in Zeiten sinkender Kirchensteuereinnahmen mit dem Schiff Kirche um? Wie schafft Ihr es – und schafft Ihr es überhaupt – dass es weiter mit Volldampf unterwegs sein kann? Und können wir uns vielleicht eine Scheibe davon abschneiden? Oder eher Ihr von uns?“
Mut zur Tat
Die Schweden seien dabei in einer "spannenden Situation", so Zeitner. "Seit dem Jahr 2000 ist die Lutherische Kirche in Schweden nicht mehr Staatskirche, und das bedeutet, dass man auch aus ihr austreten kann. 28 Prozent der schwedischen Kirchenmitglieder haben davon seitdem schon Gebrauch gemacht, und das macht deutlich, wie gering die inhaltliche Kirchenbindung der Schweden noch war. Ein guter Grund, aufzubrechen zu neuen Ufern, sich wirklich Gedanken über eine Modernisierung der Kirche zu machen und dann auch zur Tat zu schreiten."
In Schweden hätte sie eine Menge Menschen getroffen, die Mut zur Tat hätten: "Bei der Kirchenleitung und in den Gemeinden." So habe die Kirchenleitung sich etwa nicht gescheut, Pfarrhäuser zu veräußern beziehungsweise zu vermieten. "Der Pfarrer bzw. die Pfarrerin suchen sich selber eine Wohnung oder ein Haus, passend zur jeweiligen Lebenssituation", erzählt Zeitner. "Mit Sicherheit hat das vor allem auf dem Land eine größere Wahrscheinlichkeit geschaffen, dass Stellen besetzt werden können." Ihr "eigenes Sorgenpaket" sei "sehr geschrumpft", als die Dekanin aus Schweden zurückkehrte. "Seitdem kämpfe ich gegen das Wiederanwachsen", so Zeitner. "Ob es Erfolg haben wird, hängt auch mit dem Mut unserer Gemeinden und unserer Kirche zur Veränderung zusammen."

