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"Anerkennung und Respekt sind die Basis für Konkurrenz"
„Anerkennung und Respekt sind die Grundlage dafür, dass sich die konstruktiven, belebenden Wirkungen von Konkurrenz entfalten.“ Unter diesem Tenor steht der Artikel von Dr. Reiner Knieling, Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern in der aktuellen Ausgabe der „nachrichten“, das Nachrichtenmagazin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB).
In unserer aktuellen Leseprobe setzt sich Knieling, momentan Dozent für Praktische Theologie und Neues Testament an der Evangelistenschule Johanneum Wuppertal, und Privatdozent für Praktische Theologie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel, mit dem Phänomen zwischenmenschlicher Konkurrenz auseinander, die nicht zwangsläufig als ausbremsend für konstruktive gestalterische etwa im Bereich der Gemeindearbeit begriffen werden muss.
"Ein realistischeres Bild von uns selbst" gewinnen
Voraussetzungen hierfür seien gegenseitige Achtung und Anerkennung, die eine bereichernde Auswirkung hätten. „Gleichzeitig werden die ,negativen Nebenwirkungen‘ reduziert“, so Knieling. „Wenn Konkurrenz nicht über Sein oder Nichtsein entscheidet, wenn es nicht um einen absoluten Sieg oder eine absolute Niederlage geht, wenn ich auch nach einer Niederlage noch akzeptiert bin, kann ich mich wesentlich leichter auf Konkurrenz einlassen als ohne diese Voraussetzung.“
In der Konkurrenz zeige sich sehr genau, „was wer kann und was wer nicht (so gut) kann. Konkurrieren“, sagt der Autor, „ist möglich, wenn ich nicht die Sorge haben muss, dass ein anderer meine Niederlage heimlich oder öffentlich-dreist ausnutzt“. Gleichwohl: „Wer sich auf der Basis gegenseitiger Achtung und Anerkennung auf Konkurrenz einlässt, wird gewinnen und verlieren: wie eine Fußball-Mannschaft, die weder immer gewinnt noch immer verliert. Eines allerdings werden wir bestimmt verlieren: Illusionen über uns selbst. Anderes werden wir bestimmt gewinnen: ein realistischeres Bild von uns selbst, Selbst-Bewusstsein im wörtlichen Sinn und Lebensraum, in dem wir agieren und dessen Grenzen wir - konkurrierend und kooperierend - mit anderen aushandeln.“

