Von der Last der eigenen Verantwortung könne man sich nicht loskaufen: Mit diesen Worten forderte die Regionalbischöfin für München und Oberbayern, Susanne Breit-Keßler, die Teilnehmer des ökumenischen Gottesdienstes auf dem Annaberg bei Sulzbach-Rosenberg am Freitag, 25. Juli dazu auf, das eigene Handeln zu überdenken. Dies gelte etwa für Eltern, die ihren Kindern alles spendierten, nur um weniger Zeit mit ihnen verbringen zu müssen, ebenso wie es für Unternehmer gelte, die „kalt lächelnd“ für ihre Umweltsünden eine Geldbuße zahlten, statt sich eine Alternative zu überlegen.
„Es gibt auf Erden niemand, der einem gegen Geld die Last der Verantwortung abnehmen könnte oder dürfte“, sagte Breit-Keßler. Doch habe diese Verantwortung auch eine entlastende Seite: Denn häufig spüre man in einer schwierigen Situation, dass es Auswege gebe und Möglichkeiten zu einem Neuanfang. Dies wiederum sei Gottes Gnade, die man weder machen noch irgendwo erwerben könne.
Die Predigt von Regionalbischöfin Breit-Keßler im Wortlaut finden Sie HIER.
Mit der Predigt von Susanne Breit-Keßler weist die traditionelle Annaberg-Festwoche, die am Sonntag, 27. Juli endete, ein Novum auf: Zum ersten Mal in der Geschichte spricht eine evangelische Theologin bei dem ökumenischen Gottesdienst. Der Annaberg, auf dessen Gipfel der Fürst Christian August 1656 zum Gedächtnis seines Übertritts zur katholischen Kirche eine Kapelle erbauen ließ, zählt zu den traditionellen Pilgerorten der Region.