„Lebenszentrum für die Einheit der Christen“ feiert 40jähriges Jubiläum

Das „Lebenszentrum für die Einheit der Christen“ auf Schloss Craheim (Stadtlauringen, Landkreis Schweinfurt) feierte am Sonntag, 27. Juli sein 40jähriges Bestehen. Regionalbischof Wilfried Beyhl (Bayreuth) ging in einem Open-Air-Gottesdienst im Schlosspark auch auf die bewegte Geschichte dieser christlichen Tagungsstätte ein, die 1968 in ökumenischem Überschwang mit dem anspruchsvollem Etikett gegründet wurde.

Christen verschiedener Konfessionen – Katholiken, Evangelische und Freikirchliche – hatten 1968 eine faszinierende Vision: Auf einem weltabgeschiedenen Fleckchen im Unterfränkischen wollten sie im täglichen Zusammenleben die Einheit der Kirche vorweg nehmen. Sie verstanden sich als Vorhut der eher trägen Amtskirchen, die sich im ökumenischen Dialog immer wieder verhedderten.

So brach im August 1968 eine euphorisch gestimmte Christenschar mit Kind und Kegel nach Schloss Craheim auf, um in ländlicher Idylle das große Ziel zu verwirklichen. Tatsäschlich setzte schon nach kurzer Zeit eine gründliche Desillusionierung ein. Im täglichen Zusammenleben – so das Lehrstück von Craheim – traten die unterschiedlichen konfessionellen Profile nicht etwa in den Hintergrund, sondern wurden sogar geschärft.

„Nach den ökumenischen Flitterwochen kam der nüchterne Alltag“, sagte Pfarrer Dieter Endres, der 1982 nach Craheim gekommen war. Bereits beim 25jährigen Jubiläum des Lebenszentrums im Jahr 1993 war von den geistlichen Gründern niemand mehr dabei. 1994 erwarb die evangelische Landeskirche Schloss Craheim für mehrere Millionen.

Heute steht das Lebenszentrum, das zeitweise in finanzielle Schieflage geraten war, auf einem soliden Fundament. Zu 40 Prozent finanziert sich das Glaubenswerk durch Spenden und Zuschüsse. Die Landeskirche trägt die Kosten für einen evangelischen Pfarrer. Geistlich getragen wird das Zentrum von der „Lebensgemeinschaft für die Einheit der Christen“, der nach eigenen Angaben 21 Personen – Familien, Ehepaare und Alleinerziehende – angehören.

Die christliche Begegnungsstätte Schloss Craheim mit ihren 82 Betten legt den Schwerpunkt ihrer Tagungen und Seminare auf die Seelsorge. Von Regionalbischof Wilfried Beyhl werden vor allem die Eheseminare und die Seelsorge für Ehepaare als beispielhaft heraus gestellt. „Mit seinen profilierten Angeboten erfüllt Craheim für die Landeskirche, aber auch bundesweit einen wichtigen Auftrag“, sagte Beyhl gegenüber epd. Bedauert wird vom Regionalbischof, dass dem Lebenszentrum im vergangenen Jahr der katholische Partner – er zog aus dem benachbarten Franziskushof aus – verloren gegangen ist. Damit sei das ursprüngliche Ziel, die Einheit der Christen zu leben, nicht mehr zu erfüllen.

Näheres dazu finden Sie im Internet unter www.craheim.de.

(Quelle: epd)