Was bei einem Todesfall zu bedenken ist

Der Tod ist das unausweichliche Ende unseres Lebens, das wir manchmal mehr, aber meistens viel zu wenig im Auge haben. Es fällt schwer, über ihn nachzudenken, sich vorzustellen, wie man einen geliebten Menschen verliert oder wie sich der eigene Tod ereignen wird. Wenn dann eines Tages doch die Situation eintritt, in der wir mit dem Tod konfrontiert sind, wird uns bewusst, dass der Tod nicht bloßer Endpunkt, sondern ein Teil unseres Lebens ist, der gestaltet werden will.

Diese Seiten sollen Sie bei der Gestaltung von Aussegnung und Trauerfeier unterstützen. Sie finden in der Checkliste eine Sammlung zentraler Fragestellungen, Hilfestellungen für die ersten Schritte und organisatorische Überlegungen sowie praktische Ratschläge zum Thema Traueranzeige.

Checkliste

Die Aussegnung gleich nach dem Tod

  • Wann hört für mich das Leben auf?
  • Möchte ich nach Eintritt des Todes eine Zeit der Stille und Sammlung?
  • Will ich neben das Totenbett ein Kreuz stellen, eine Kerze anzünden?
  • Möchte ich andere in diesem Augenblick dabei haben? Wen will ich rufen, dass er mit mir die Zeit des Abschiednehmens teilt? (Verwandte, Freunde, Nachbarn, gute Bekannte, den Arzt, die Krankenschwester)
  • Möchte ich einen Pfarrer / eine Pfarrerin dazu rufen, ihn um ein Gebet und tröstende Worte bitten?
  • Habe ich selbst gute Worte, eine Bibel, ein Gesangbuch, eine gute Musik?

Die ersten Schritte

  • Im Sterbefall ist ein Arzt zur Feststellung des Todes und der Todesursache zu verständigen. Er stellt die Todesbescheinigung aus.
  • Wen will ich weiterhin sofort benachrichtigen, wer soll es erst morgen erfahren?
  • Möchte ich bei der Einsargung und Abholung dabei sein? Möchte ich in diesem schweren Augenblick jemanden bei mir haben? Möchte ich für diese Zeit einen Pfarrer, eine Pfarrerin kommen lassen? Ist diese traditionelle Form der Aussegnungsfeier an meinem Wohnort noch guter Brauch?
  • Begleitung in der Trauer, Organisation der Trauerfeier: Welches Pfarramt ist für mich zuständig?
  • An welchem Tag und zu welcher Stunde sollte die Trauerfeier am besten sein, damit jede und jeder Zeit und Muße hat, das Wesentliche vorzubereiten und in Ruhe anzukommen? (Eine Bestattung muss laut Gesetz innerhalb fünf aufeinander folgender Werktage erfolgen. Wann die Wochenendtage mitzuzählen sind, weiß der Bestatter.)
  • Kann ich sofort mit dem Pfarramt und Bestattungsinstitut Ort, Tag und Uhrzeit der Trauerfeier vereinbaren, damit ich den Termin gleich weitersagen kann?
  • Welches Bestattungsunternehmen will ich beauftragen? Habe ich mehrere zur Auswahl?
  • Welches Standesamt ist zuständig? (Hinweis: Der Sterbefall ist beim Standesamt anzuzeigen, dort wird die Sterbeurkunde ausgestellt. Das zuständige Standesamt ist nicht immer das am Hauptwohnsitz des Verstorbenen, sondern das, in dessen Einzugsgebiet der Todesfall eintrat.)
  • Habe ich die wichtigsten Dokumente, die ich für die Sterbepapiere und das Standesamt brauche?

Art und Ort der Bestattung

  • Hat sich der/die Verstorbene dazu geäußert, wie und wo er/sie begraben werden will?
  • Besteht bereits bei einem Bestattungsunternehmen ein Vorsorgevertrag?
  • Wie soll der Körper hergerichtet und behandelt werden?
  • Welche Kleidung soll der/die Verstorbene tragen, wenn er/sie im Sarg liegt?
  • Habe ich mich schon für eine Sargausstattung entschieden und wie viel Geld will ich dafür ausgeben?
  • Möchte ich eine Erdbestattung?
  • Ist ein Grab vorhanden: Müssen dort Ruhefristen eingehalten oder verlängert werden? (Auskunft gibt die Friedhofsverwaltung)
  • Ist kein Grab vorhanden: Muss ich den Friedhof wählen, der zum Wohnort gehört oder gibt es in meinem Fall eine Ausnahme von dieser üblichen Regel? (Auskunft gibt die Friedhofsverwaltung)
  • Stehen mehrere Grabstellen zur Auswahl. Wer geht mit und wählt mit mir aus?
  • Wenn ich mich für eine Feuerbestattung entschieden habe: Will ich eine Beisetzung der Urne in der Erde? In einem bestehenden Familiengrab oder speziellen Urnengrab? Will ich eine Beisetzung der Urne in einer Nische oder Urnenwand? Gibt es das auf meinem Friedhof? Will ich eine anonyme Seebestattung und wähle diese Form aus einem besonderen Grund?
  • Möchte ich den Pfarrer / die Pfarrerin nur bei der Trauerfeier oder ein bis drei Wochen später auch noch einmal bei der Urnenbeisetzung dabei haben? Wer soll sonst noch bei der Urnenbeisetzung mitgehen.

Zur Vorbereitung der Trauerfeier

  • Will ich mir bei den folgenden Schritten von den professionellen Bestattungsunternehmen helfen lassen. Welche Teile davon will ich evtl. selbst übernehmen? Was will ich anderen überlassen?
  • Möchte ich eine Traueranzeige in die Zeitung setzen? Wähle ich ein Bibelwort als Überschrift? Wer sind die Angehörigen, die dabei genannt werden sollen und in welcher Reihenfolge?
  • Möchte ich private Todesanzeigen verschicken? Was soll darauf stehen? Wer soll es drucken, wann muss es fertig sein? Wer hat und schreibt die Adressen und sorgt für den Versand?
  • Möchte ich viele Blumen am Grab oder möchte ich darum bitten, dass man statt Blumen auch für einen Zweck spenden kann, der dem/der Verstorbenen wichtig war?
  • Will ich Blumen auf dem Sarg?
  • Möchte ich einen Kranz in Auftrag geben und was soll auf der Schleife stehen?
  • Möchte ich zur Trauerfeier eine Blume in der Hand halten?
  • Möchte ich Musik haben, die live gespielt wird oder von einem Tonträger kommt?
  • Welche Musik hat der/die Verstorbene besonders geliebt? Welche Musik kann mir helfen, mit der Trauer zurecht zu kommen?
  • Wenn der/die Verstorbene an zwei entfernten Orten mehrere Verwandte hat und weit entfernt beigesetzt wird: Will ich eine Trauerfeier in der Kirche oder Aussegnungshalle hier am Ort oder dort, wo die Beisetzung erfolgt. Brauche ich beides?
  • Möchte ich zur Trauerfeier in der Gemeindekirche sein? (In katholischen Gemeinden ist dies guter Brauch. Inzwischen bieten auch einige evangelische Gemeinden eine Trauerfeier in ihrer Gemeindekirche an auch dann, wenn der Friedhof weiter entfernt ist.)

Weitere organisatorische Überlegungen

  • Wen muss ich vom Todesfall informieren? Mit dem Arbeitgeber des/der Verstorbenen ist die Übergabge von persönlichen Sachen aus dem Büro abzustimmen. Der Krankenkasse ist die Sterbeurkunde zuzuschicken.
  • Bezog der/die Verstorbene Zeitungen, Zeitschriften oder Bücher im Abonnement? Wie sind die Kündigungsfristen?
  • War der/die Verstorbene Mitglied in einem Verein? Auch hier steht die Kündigung an.
  • Welche Versicherungen hatte der/die Verstorbene abgeschlossen? Welche Versicherungen muss ich informieren (Lebensversicherung – Mitteilungsfrist beachten), welche muss ich kündigen?
  • Soll ich den Telefonbucheintrag ändern, das Telefon um- oder abmelden?
  • Vorsicht: Nach Erscheinen von Todesanzeigen werden häufig Betrüger und Einbrecher aktiv. Deshalb: Bezahlen Sie keine Rechnungen, die zweifelhaft erscheinen. Nehmen Sie Kontakt mit dem Rechnungssteller auf und verlangen eine Vertragskopie. Bitten Sie eine vertraute Person, während der Trauerfeier auf die Wohnung/Haus aufzupassen.