Perspektiven

 

Der Schrei
Hymne auf den Logos
Sieg des Lebens
Eins werden
Die Mitte finden
Bewegung
Geheimnis
Tod

Begegnung
Sehen
Du
Fürbitten
Gebet
Fürchte dich nicht
Vater unser

 

Der Schrei
Gegen drei Uhr mittag schrie Jesus laut: "Elí, Elí, lamá sabachtáni?"
Das heißt: "Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?"
Dann schrie Jesus noch einmal laut und hauchte sein Leben aus.

(Matthäus 27,46.50 - Markus 15,34.37)
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Hymne auf den Logos
Im Anfang war der Logos,
und der Logos war bei Gott.
Und der Logos war Gott selbst -
Er war von Anbeginn bei Gott.

Das All entstand durch ihn -
und nichts, was ist, kam ins Sein ohne ihn.
In ihm war das Leben,
das Leben, Licht der Menschen.
Das Licht scheint in der Finsternis -
und die Finsternis hat's nicht begriffen.

Es war ein Mensch, von Gott gesandt,
sein Name war Johannes.
Der kam als Zeuge, als Zeuge für das Licht,
damit alle durch ihn zum Glauben fänden.
Er selbst war nicht das Licht,
er war nur Zeuge für das Licht.

(Johannes 1,1-5)
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Sieg des Lebens
Freunde, dass der Mandelzweig
Wieder blüht und treibt,
ist das nicht ein Fingerzeig,
dass die Liebe bleibt?
Dass das Leben nicht verging,
soviel Blut auch schreit,
achtet dieses nicht gering
in der trübsten Zeit.
Tausende zerstampft der Krieg,
eine Welt vergeht.
Doch des Lebens Blütensieg
Leicht im Winde weht.
Freunde, dass der Mandelzweig
Sich in Blüten wiegt,
bleibe uns ein Fingerzeig,
wie das Leben siegt.

(Schalom Ben-Chorin, 1942)
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Eins werden
Im Einen findet man Gott,
und Eins muss der werden,
der Gott finden soll.
(...)
Im Unterschied findet man weder
das Eine noch das Sein
noch Gott noch Rast noch Seligkeit noch Genügen.
Sei Eins,
auf dass du Gott finden könntest!

(Meister Eckhart)
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Die Mitte finden
Meditieren gilt allein von Menschen.
Denn sich etwas vorstellen und denken scheinen auch Tiere zu können.
(...)
Meditieren und denken ist zweierlei. Denn meditieren heißt ernst, tief und sorgfältig "denken", eigentlich: im Herzen wiederkäuen.
Meditieren ist gleichsam in der Mitte verweilen oder von der Mitte und dem Innersten bewegt werden.

(Martin Luther)
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Bewegung
Über Yen-hüe sprach der Meister: Ach, nur immer weiterschreiten sah ich ihn, stillstehen - nie.

(Konfuzius)
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Geheimnis
Das Schönste, was wir erleben können,
ist das Geheimnisvolle.
Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege
von wahrer Kunst und Wissenschaft steht.
Wer es nicht kennt und sich nicht mehr wundern,
nicht mehr staunen kann,
der ist sozusagen tot
und sein Auge ist erloschen.

(Albert Einstein)
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Tod
Für uns Menschen sind die Unterschiede
Zwischen Tod und Leben ungeheuer groß.
Für Gott fallen sie in eins zusammen.

(Dietrich Bonhoeffer)
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Begegnung
Dort, wo man sich begegnet,
gibt es weder totale Ignoranten noch vollkommene Weise -
es gibt nur Menschen, die miteinander den Versuch unternehmen,
zu dem, was sie schon wissen, hinzuzulernen.

(Paulo Freire)
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Sehen
Man sieht oft etwas hundert Mal, tausend Mal,
ehe man es zum allerersten Mal wirklich sieht.

(Christian Morgenstern)
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Du
Es ist Nacht...
Es ist Nacht,
und mein Herz kommt zu dir,
hält's nicht aus,
hält's nicht aus mehr bei mir.

Legt sich dir auf die Brust
Wie ein Stein,
sinkt hinein,
zu dem deinen hinein.

Dort erst,
dort erst kommt es zur Ruh,
liegt am Grund
seines ewigen Du.

(Joachim Rinngelnatz) 
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Fürbitten

Fürbitten heißt:
Jemandem einen Engel senden

(Martin Luther) 
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Gebet
Gebet ist der Schlüssel zum Himmel.

(Mohammed)
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Fürchte dich nicht

Fürchte dich nicht,
denn ich habe dich erlöst;
ich habe dich bei deinem Namen gerufen,
du bist mein.

(Jesaja 43,1)
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Vater unser
Vater unser, der Du bist im Himmel,
Geheiligt werde Dein Name
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe
Wie im Himmel, also auch auf Erden
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
Sondern erlöse uns von dem Übel,
Denn Dein ist das Reich
Und die Kraft
Und die Herrlichkeit
In Ewigkeit.
Amen!

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