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Verkündigung und Bekenntnis
Nach langer Vorbereitung steuert der Evangelische Gottesdienst auf seine Mitte zu: die Lesung und Auslegung der Heiligen Schrift. Auch der Verkündigungsteil geschieht im Wechsel zwischen Gottesdienstleitung und Gemeinde: Bis zu drei Bibeltexte, für jeden Sonntag im Kirchenjahr (link) festgelegt, werden im Gottesdienst verlesen: Eine Stelle aus dem Alten Testament oder den Briefen des Neuen Testaments (Epistel), eine Evangeliumslesung und der Predigttext. Oft ersetzt jedoch der Predigttext eine der beiden anderen Lesungen.
Auf die Lesungen antworten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einem gesungenen oder gesprochenen Bekenntnis. Sie nehmen damit ganz aktiv an der Verkündigung teil und sagen ihr „ja“ dazu. Aus amerikanischen Gottesdiensten kennen wir die enthusiastischen Amen- und Hallelujarufe – im deutschen Gottesdienst geschieht das geregelter: mit dem gesungenen Halleluja-Ruf und dem Wochenlied (für diesen Sonntag im Kirchenjahr festgelegtes Lied) nach der Epistel, mit dem Ruf: Ehre sei dir Herr, dem Glaubensbekenntnis (link) und einer Liedstrophe nach dem Evangelium.
Worauf darf ich hoffen? Was hat mein Glaube an Jesus Christus mir heute noch zu sagen? Und: Wonach kann ich mein Tun und Handeln ausrichten? Auf diese und ähnliche Fragen versucht die Predigt Antwort zu geben. Sie orientiert sich dabei an einem Abschnitt aus der Bibel. Diese so genannten Perikopen sind für jeden Sonntag im Kirchenjahr festgelegt und in Perikopenreihen angeordnet, die sich alle sechs Jahre wiederholen. (Andere Kirchen, z.B. die Reformierte kennen diese Tradition nicht. Hier kann es auch einmal vorkommen, dass Sonntag für Sonntag ein ganzes biblisches Buch gepredigt wird.) Die Predigt, die Auslegung der Heiligen Schrift ist ein Herzstück des Gottesdienstes. In vielfältiger Form nimmt sie Bezug zur Gegenwart und versucht die Bedeutung des Glaubens für heute zu verdeutlichen. Das Predigtlied schließt die Kanzelrede ab. Während eines dieser Lieder wird meist der Klingelbeutel (nach dem Glöckchen, die früher an diesem Sammelbehälter angebracht war und in manchen Gemeinden noch ist) oder die Kollekte (Sammlung) herumgereicht. Über den Tellerrand hinauszusehen, sein Herz und seinen Geldbeutel für die Not und die Bedürfnisse anderer zu öffnen, gehört zum christlichen Leben dazu. Deshalb hat auch das Teilen und Geben im Gottesdienst einen wichtigen Platz.





