Wochenlied: 128
Pfingstsonntag
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Geschichte
Am 31. Oktober 1517, am Tag vor Allerheiligen, veröffentlichte Martin Luther seine „95 Thesen gegen den Ablass“. Darin protestierte er gegen Missstände in der Kirche seiner Zeit. Der Kauf von Ablassbriefen garantiere den Christen, so Luther, weder den Erlass der Sündenstrafen noch einen sicheren Platz im Himmel. Die zentrale Erkenntnis Martin Luthers war die Rechtfertigung des Sünders allein aus Gnade (Römer 3, 28): Der Mensch werde nicht durch seine guten Werke gerechtfertigt, sondern allein aus dem Glauben. Diese Einsicht hatte Luther aus dem intensiven Studium der Heiligen Schrift gewonnen.
Der Ablasshandel, die damals gängige Praxis, Gläubigen gegen Bezahlung die Strafen für ihre Sünden zu erlassen, war für Luther jedoch nur der äußere Anlass für seine Thesen. Sein eigentliches Anliegen war eine grundlegende Reform der ganzen Kirche, die aus dem Evangelium lebt und sich deshalb stets selber zu prüfen und zu reformieren hat.
Als Rom von ihm verlangte, seine Thesen zu widerrufen, blieb er standhaft, woraufhin er von Papst Leo X. exkommuniziert wurde. Auch auf dem Reichstag in Worms vor Kaiser Karl V. war Luther nicht bereit zu widerrufen. Er wurde daraufhin zum Ketzer erklärt und war von da an vogelfrei. Von Kurfürst Friedrich dem Weisen in Schutzhaft genommen, verbrachte er die nächste Zeit auf der Wartburg, wo er mit der Übersetzung des Neuen Testaments ins Deutsche begann, damit jeder Mensch das Wort Gottes lesen und verstehen konnte.
Nachdem sich Luthers Lehre schnell im ganzen Reich verbreitet hatte, konnte sie auch Kaiser Karl V. nicht mehr aufhalten: auf dem Reichstag in Augsburg 1530 legten die evangelisch gewordenen Landesfürsten ihm das Augsburger Bekenntnis vor, das bis heute eine wichtige Grundlage für alle evangelischen Christen darstellt.



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