"Liebe ist die Ursache unseres Daseins - sonst nichts"
Ostersonntag, 24. April 2011
Neufahrn bei Freising
Auferstehungskirche, 10 Uhr
Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler
"Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder,
die Sehnsucht, es möcht´ endlich Frühling werden, war nach diesem Winter groß. Er hat wirtschaftliche und soziale Nöte nicht sanft verhüllt, sondern entlarvt. Naturkatastrophen, Bedrohung durch radioaktive Strahlung, kriegerische Gewalt nehmen unsere Herzen gefangen. Wer sehnt sich da nicht nach einer Welt, in der es Frühling, Ostern wird – in der Auferstehung und Leben Triumphe feiern. Ja, dieser Winter war lang und hat sich schwer auf unsere Gemüter gelegt. Es wird Zeit, die Steine von den Gräbern zu wälzen, Leichentücher zusammen zu falten und den Gräbern den Rücken zu kehren, weil Jesus von Nazareth auferstanden und lebendig ist.
Lebendig ist auch die Gemeinde der Auferstehungskirche, ein Meister-werk von Gulbransson, dem ,Quartiermacher Gottes', das am Osterfest vor 50 Jahren eingeweiht wurde. Im Bericht an den Landeskirchenrat hieß es damals: ,Der ganze Gottesdienst war – mit Recht – weniger auf die Einweihung der Kirche, als auf das Osterfest ausgerichtet. Eine Nachfeier fand nicht statt, da die Geistlichen sich für den kommenden Tag zu rüsten hatten …' Heute schaffen wir beides – die Auferstehung wie das Jubiläum sinnenfroh mit einem tollen Festprogramm zu feiern und uns geistlich auf die Ostertage einzustimmen.
Das bibilische Wort, aufgeschrieben beim Matthäus im letzten Kapitel
Deshalb hören wir jetzt das biblische Wort für den heutigen Ostersonntag, aufgeschrieben beim Matthäus im letzten Kapitel. Ich lese die Verse 1-10.
1 Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.
2 Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.
3 Seine Gestalt war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee.
4 Die Wachen aber erschraken aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot.
5 Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, daß ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht.
6 Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht die Stätte, wo er gelegen hat;
7 und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern, daß er auferstanden ist von den Toten. Und siehe, er wird vor euch hingehen nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.
8 Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen.
9 Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder.
10 Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: dort werden sie mich sehen.
Nichts ist es mit Idylle. Kein Glitter, kein Glanz, kein Pomp.
Was für eine Ostergeschichte, liebe Gemeinde! Eine, die pendelt zwischen Sorgen und Panik; eine, in der das Entsetzen vorkommt, dazu noch Zittern und Furcht. Aber es ist bei der Auferstehung Jesu nicht anders als bei seiner weihnachtlichen Geburt: Nichts ist es mit Idylle, weder im einen, noch im andern Fall. Kein Glitter, kein Glanz, kein Pomp. Die harte Realität schlägt voll durch. Frauen machen sich wie die Trauernden unserer Tage auf, um das zu tun, was in ihrem Fall dran ist: Sie gehen zum Einkaufen, besorgen Öl und wandern zum Grab des geliebten Freundes, um den Leichnam einzubalsamieren. Wir heute bringen zu den Gräbern unserer Lieben frische Blumen, rücken Schleifen zurecht, zünden eine Kerze an.
Die Frauen wollen nach dem Grab sehen. Wahrscheinlich grübeln sie, wie es der Evangelist Markus berichtet, wer ihnen den Stein wegwälzen könnte, mit dem das Felsen- oder Höhlengrab verschlossen wurde. Vielleicht denken sie auch: Warum haben wir keinen starken Mann als Hilfe mitgenommen? Wahrscheinlich aber war gar keiner zur Hand – bei der Gefangennahme sind alle Jünger geflohen. Auch bei der Kreuzigung waren – abgesehen von den Schergen – fast ausschließlich Frauen dabei. Die Frauen traten der rohen, zerstörerischen Gewalt entgegen, sie antworteten auf brutale Herrschaft mit ihrer eigenen Gegenwart und ihren Tränen, mit ihrem Mitgefühl und ihrer Sympathie, ihrem Mit-Leiden.
Wir haben alle, verschiedene Seiten an und in uns
Aber natürlich sind Frauen deswegen nicht die wahren Gutmenschen. Das ist falsch – denken wir nur an die Selbstmordattentäterinnen unserer Tage, die mehr werden. Es gibt viele feinfühlige und friedfertige Männer – und Frauen, die ihre Ziele mit allen Mitteln verfolgen. Wir haben alle, Männer und Frauen, verschiedene Seiten an und in uns - sanfte und zarte, liebevolle und einfühlsame, aber eben auch aggressive, herbe und harte. Je nachdem, welche Seiten wir in uns leben lassen, zu welchen Verhaltensweisen wir unsere Kinder und Jugendlichen ermutigen, sehen wir feige weg, wenn neben uns ein Mensch gequält wird, laufen davon oder beteiligen uns sogar an Gemeinheiten.
Oder wir lassen uns vom Schicksal anderer Menschen anrühren, greifen ein, wo wir können – ob als Frau oder als Mann. Einer, in dem die einsichtige Seite Überhand gewinnt, ist im Markusevangelium der Hauptmann unter dem Kreuz. Er spricht die Wahrheit aus: „Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!“ Je nachdem, welche Seiten Menschen in sich leben lassen, kreuzigen sie nach Kräften mit, führen Kriege, bomben oder schießen Kinder und Erwachsene nieder - oder sie kämpfen mit den Waffen des Wortes und der guten Tat für Frieden und Gerechtigkeit. Wir haben, ob Mann oder Frau, immer alle Möglichkeiten in uns selbst, wir haben die Wahl und die Aufgabe, uns mit uns selber auseinander zu setzen.
"Mittendrin engagiert - für Gott - füreinander - für andere"
Die Neufahrner Gemeinde hat sich den Leitsatz gegeben: ,Mittendrin engagiert – für Gott – füreinander – für andere'. Und in der Grundsatzerklärung wird deutlich, dass alle eingeladen sind, das Evangelium an unterschiedlichsten Stellen zu leben. Sie tun das in den unterschiedlichsten Gruppen und Kreisen, die von der Babymassage am Dienstagvormittag, was ich besonders entzückend finde, über die Spielgruppe ,Rennmäuse', über Besuchsdienst, Frauen-, Ökumene-, Senioren- und Abendgebetkreis bis hin zur Kirchenband, zu Orgel- und Harfenunterricht reicht. Sie machen sich Gedanken über Finanzen, Gottesdienste, Blumenschmuck und Freizeiten.
Der Gemeindebrief wird erstellt, Kinderbibelwochen, die Arbeit mit Kindern, Präparanden, Konfirmanden und Jugendlichen geplant. Lektoren und Mesnerinnen treffen sich, Senioren tanzen, der Basarkreis plant Wohltätiges. Die Jugend führt ein Musical namens ,Paulus' auf und artikuliert ihren Durst nach Leben in einem Gottesdienst unter der Leitung von Pfarrerin Stegschuster. Pfarrer Henninger lädt zum biblischen Krimi und jubiliert mit der 20jährigen Sozialstation. Hallbergmoos mit Pfarrer Bachmann ergänzen Musikalisch-Spirituelles wie Alphakurse, Taizé-Gebet, Jugendgruppe ,One way' und Band. Nicht zu vergessen das Babykirchenteam!
Auf uns und auf andere einen achtsamen Blick haben
Ihre Gemeinde ist springlebendig. Sie, wir alle haben die Osterbotschaft: Leben und Güte Gottes sind stärker als Tod und Teufel. Es dient uns selbst und anderen, wenn wir auf uns und auf andere, die mit und neben uns leben, einen achtsamen Blick haben. Die Frauen, die am Kreuz gestanden sind, gehen zum Grab. Noch gefangen in ihrem Schmerz und in ihrer kleinen, traurigen Wirklichkeit, besorgt, ob sie tun können, was sie wollen. Die ersten Schritte ihrer Trauerarbeit haben begonnen. Nach dem Entsetzen, dem Schock über den Verlust eines geliebten Menschen helfen die kleinen wichtigen Besorgungen, einen Hauch von Normalität zu schaffen.
Und genau die wird den Frauen jetzt verwehrt. Ein Erdbeben kommt, der Stein wird weggewälzt, die Wachen brechen vor Panik schier zusammen. Der Leichnam des Gekreuzigten ist weg, der Engel sitzt da, wo er nicht hingehört. Nicht in dieser Wirklichkeit. Die Frauen sind entsetzt, weil nichts mehr stimmt, weil alles ist, wie es nicht sein darf. Tot war doch schon immer tot, muss doch auch tot bleiben! Das sagt einem jede Erfahrung. Man kann die Bedeutung des Entsetzens, das die Frauen befällt, nicht hoch genug einschätzen. Sie sind Gott sei Dank nicht dabei stehen geblieben. Wir auch nicht.
Menschenwürde achten, überall auf der Welt
Was tot ist, darf lebendig werden: Wir dürfen uns in diesem und in einem anderen Leben aus unseren Gräbern erheben, in die wir sinken, wenn uns Einsamkeit, Trauer und Verzweiflung, zuletzt der Tod nieder strecken. Tot darf lebendig werden. Deshalb dürfen wir uns wehren gegen Kriege, die mit dem Pathos des angeblich Unvermeidlichen geführt werden. Dann können wir Diktatoren vertreiben, die ihr Volk knechten. Wir sind – um Himmels willen – gebeten, überall auf der Welt Menschenwürde zu achten. Wer der Logik des Todes mit der Phantasie der Liebe widerspricht, wird andere als irdische Himmelsgeschöpfe behandeln.
Wir kennen die Bilder, die von der Logik des Todes erzählen. Aber wir, liebe Schwestern und Brüder, kennen auch andere Bilder und Visionen: Bilder vom Leben, überall in der Welt, von wunderbaren Kindern und liebenswerten Erwachsenen. Es soll so sein, dass Menschen zu essen haben, dass sie die Medikamente bekommen, die sie brauchen, um gesund zu werden. Derzeit wird viel Geld eingesetzt, um den Euro zu retten. Zugleich brauchen wir Mittel, um Menschenleben zu erhalten – auch in unserem Land. Es ist ein entscheidender Augenblick in der Ostergeschichte, in jeder Lebens- und Staatengeschichte. Tot oder lebendig?
"Ich lebe und ihr sollt auch leben!"
Gedanken, Worte und Taten dienen dazu, geistige, geistliche Waffen des Lebens zu schmieden – in Partnerschaft und Familie, in Wissenschaft und Forschung, zwischen Völkern und Staaten. Wer sich über Leben in all seiner Vielfalt freut, es auch mit seinen Behinderungen, mit seinen Schwächen und Verletzungen annimmt, der will das Zarte, Bunte, der will das Leben. Genau! Da ist der nicht weg zu diskutierende und nicht zu übersehende Engel, der die Frauen anspricht, der sie herausreißt aus ihrer Fixierung auf den Tod. Es entscheidet über unser ganzes Leben, ob wir in der Lage sind, inmitten der Grabeshöhlen, die sich auftun, einen solchen Jüngling zu sehen.
Der Engel, gleichsam das blühende Leben, das ist die Wahrheit mit der Gott uns im Angesicht des Todes gegenüber tritt: Ich lebe und ihr sollt auch leben!, sagt Jesus. In den Gottesdiensten, die wir dieses Jahr nach den Katastrophen in Japan, während und nach den Bürgerkriegen im Nahen Osten aufgesucht haben, haben wir die Toten Gott unter Tränen anvertraut. Wir haben nicht losgelassen von unserer Hoffnung und unserem Glauben: Der Karfreitag ist eben nicht das Ende. Der unbedingte, unerbittliche Wille zur Macht, der Wunsch, einmal Aufsehen zu erregen und sei es durch Terror – sie können, dürfen, sie werden nicht siegen.
Die Macht Gottes geht über eine Veränderung des irdischen Lebens noch weit hinaus
Wahr ist, dass unser Leben auf ewig unzerstörbar ist, auch wenn wir sterben müssen. Ein Jüngling, das blühende Leben tritt den Frauen entgegen. Und nun gilt es, ein letztes Mal, Angst und Depression zu überwinden. Die Frauen fliehen, heiliger Schrecken hat sie erfasst – einer, der sie wegtreibt vom Grab. Da haben sie nun nichts mehr verloren und nichts mehr zu suchen. Der Engel hat ihnen in überirdischer Sprache gesagt, was sie tun können: Ihr altes Vertrauen zu Jesus wieder aufnehmen. Vertrauen zu einem Gott, der lebendig macht schon mitten im Leben. Da ist Maria Magdalena.
Sie war von sieben bösen Geistern besessen, wie der Evangelist Lukas erzählt: Leben unter fremden Diktat. Ein fremdbestimmtes Leben, bei dem jemand nicht mehr er oder sie selber ist. Hin- und hergeschleudert werden zwischen Mächten, die einen nicht das eigene, eigentliche Leben führen lassen. Die Begegnung mit Jesus ist wie eine zweite Geburt gewesen, ein Akt der Befreiung, in dem sie endlich Herrin ihres eigenen Geistes und Verstandes war, in dem sie lernte, ein eigenes Ich zu haben und zu sein. An diese Erfahrung von Freiheit erinnert der Engel. Die Macht Gottes geht über eine Veränderung des irdischen Lebens noch weit hinaus.
Weg, fort vom Grab, zurück ins Dasein
Gott kann irdisches zum ewigen Leben wandeln, alle Steine wegwälzen, die uns in unserer Trauer auf der Seele liegen. Bis zum Karfreitag stellten sich Jesus immer Dämonen in den Weg, wenn er Menschen in die Freiheit rief. Erst mussten sie und all die besserwisserischen Gegner Jesu vertrieben werden, bevor sich Männer und Frauen in ihr neues Leben aufmachen konnten. Jetzt, am Ostermorgen, wartet kein Dämon mehr, sondern ein Engel. Es ist endgültig mit der Auferstehung mitten im Leben und nach dem Tod. Der Engel weist die Richtung. Weg, fort vom Grab, zurück ins Dasein, wo wir den Fußspuren einer unvergänglichen Hoffnung folgen sollen.
Der Gräbergang wandelt sich in eine Wallfahrt nach Galiläa, dorthin, wo das Leben spielt. Unsere Blicke, unsere Gedanken, Worte und Taten sollen sich abwenden vom Tod und von den Gräbern – hin zu einem vertrauensvollen Leben mit einem weiten Herzen und einem offenen Verstand. Die Frauen haben an sich erfahren, was göttliche Zuwendung bedeutet: Als individuelle Persönlichkeiten waren sie Jesus so wichtig, dass er ihre Ketten gelöst, den Panzer gesprengt hat, der sich um sie gelegt hatte. Er hat ihnen gezeigt, dass sie für ihn unendlich wichtig sind, so wichtig, dass er ihr ganzes Leben vom dauernden Karfreitag hin zu einem täglichen Ostern verändert hat.
In unserer Liebe wird ein Verstorbener für immer leben
Wir spüren etwas davon, wenn jemand sagt: ,Gut, dass es dich gibt – was wäre dieses Leben ohne dich.' Das ist im Grunde ein Zitat. Ein Zitat Gottes, denn warum sonst hätte er uns unser Leben geschenkt – doch nur deswegen, weil es gut ist, wenn es uns gibt. Liebe ist die Ursache unseres Daseins – sonst nichts. Wer wirklich liebt, der kann den anderen nicht tot denken, er kann und will nicht wollen, dass der andere tot ist. Wir müssen wohl lange Trauerarbeit leisten, wenn uns ein Mensch verlässt. Aber wir werden ihn oder sie uns ewig lebend vorstellen, wie neu geboren. In unserer Liebe wird ein Verstorbener für immer leben – und wir werden, bei Gott, ewig sein.
Jesus hat in jedem Augenblick gezeigt, wie kostbar ihm jedes Menschenleben ist. Je mehr man einen Menschen als Individuum achtet, desto respektvoller wird man ihm oder ihr begegnen. Dann gibt es diesen tödlichen Satz nicht mehr: ,Er war eigentlich ganz unauffällig, nichts Besonderes'. Dann sehen wir einzelne Gesichter, können Augen erkennen, Silberfäden im Haar, Lach- und Sorgenfalten. Unsere Osterhoffnung ist die Fortsetzung der höchst persönlichen Liebesgeschichte Gottes mit jedem Menschen. Er sieht uns, einen jeden und eine jede ganz direkt an – als unverwechselbare Persönlichkeit, die es wert ist, bei ihm unendlich gut aufgehoben zu sein.
"In der Morgenstunde, vielleicht bei klarem Himmel, in der Melodie, die ein Vogel nachsingt"
Wie es einst sein wird, wissen wir nicht. Darüber gibt uns niemand Auskunft. Lassen wir uns freudig überraschen. Eine Ahnung bekommen wir immerhin dann, wenn wir die Sensation der Unendlichkeit spüren, wir einen Augenblick erleben, in dem wir ganz und gar ungeteilt bei uns selbst oder mit einem anderen Menschen selig vereint sind. Die Sensation, das Gefühl für Auferstehung und Unendlichkeit bekommen wir in den Momenten, in denen ausschließlich wahre Liebe regiert, in unseren Körpern, in den Köpfen und Herzen – dann, wenn wir selbst Mensch bleiben und unsere Nächsten ganz und gar Menschen sein lassen, wie Gott es von uns wünscht.
Wir spüren die Auferstehung, wie ein Dichter sagt, ,in der Morgenstunde vielleicht bei klarem Himmel, in der Melodie, die ein Vogel nachsingt oder im Duft der Äpfel im Abenddämmer, wenn Licht die Gärten verzaubert'. Immer dann, wenn wir mit allen Sinnen merken: Das ist das Leben, das wir als einziges wollen können – eines, in dem Engel die Welt durchwandeln, das schwere Gewebe, mit Sternen und Tieren bestickt, und die wahren Nähte betrachten. Wenn Engel Gottes bei uns rasten, um uns den Ruf Gottes auszurichten, damit wir tun, was wir können. Der Ruf Gottes heißt seit Ostern: Ich lebe und ihr sollt auch leben!
Eine Liebe, die stärker ist, als der Tod
Die Frauen brauchen Mut, um zu sagen, was sie gesehen haben und glauben. Sie haben Angst, für verrückt gehalten zu werden. Haben wir dies alles wirklich gesehen und erlebt … Sie sind bewegt vom Geschehen, empfinden es als kostbares, zartes Geheimnis. Sie sind der großen, ewigen Liebe begegnet - und die verlangt in den ersten Momenten süßes Schweigen, den ungeteilten Genuss am eigenen Glück. Wenn sie auf festeren Füßen steht, will diese Liebe aller Welt bekannt gemacht werden.
Inzwischen ist sie bekannt – die Liebe Gottes zu den Menschen. Eine Liebe, die stärker ist als der Tod. Mögen Sie in dieser Kirche solche Liebe erleben.
Amen."


