Krankheit und Heilung
Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft. (Jesaja 40,31)
Gebete kranker Menschen
Fürbitte für Kranke
Kranke besuchen
Dank für Genesung
Eine christliche Patientenverfügung
Gebete kranker Kinder
Kranksein ist nicht schön. Ich muss im Bett liegen und Tabletten einnehmen, damit die Schmerzen weggehen. Gut, dass meine Mutter mich pflegt und dass es einen Arzt gibt. Ich möchte bald wieder gesund werden, lieber Gott. Ich weiß, du meinst es gut und hilfst mir. Hilf auch den anderen Menschen, die krank sind. Amen.
Lieber Gott, ich will Vertrauen haben und hoffen, dass alles wieder gut wird. Gib mir auch die Kraft, die Schmerzen zu ertragen und nicht mutlos zu werden. Amen.
Dank trotz allem
Hab Dank für die schmerzfreien Stunden,
Hab Dank für die Hilfe der Schwestern und Pfleger,
Hab Dank für alles Gute, das ich auch jetzt erlebe. Amen.
Morgengebet bei Krankheit
Lieber himmlischer Vater, ein neuer Tag beginnt. Gib mir neue Kraft und Geduld. Tröste mich durch dein Wort. Erquicke mich in meiner Mattigkeit. Sei du bei mir, wenn Schmerzen kommen und ich mutlos werde. Lass mich den Tag bestehen und dankbar annehmen, was Menschen mir Gutes erweisen. Du bist mein Vater, dir vertraue ich mich an. Amen.
Abendgebet bei Krankheit
Lieber Vater im Himmel, du hast mir heute geholfen zu tragen, was schwer für mich war. Ich danke dir dafür. Bleibe auch in der kommenden Nacht bei mir. Behüte mich vor Angst und Qual, lindere meine Schmerzen, schenke mir Schlaf. Bewahre mich vorschweren Träumen. Gib mir gute Gedanken, wenn ich keine Ruhe finde. Behüte die Menschen, die sich um mich sorgen. Sei gnädig und gib uns Frieden. Amen.
Vor einer Operation
Gott, ich habe Angst. So viele Gedanken überfallen mich. Du weißt, wie ausgeliefert ich mir vorkomme. Lass mich nicht allein. Lass mich geborgen sein in dir. Führe du den Ärzten die Hand, wende alles zum Guten. Auf dich hoffe ich. In deine Hände befehle ich mein Leben. Amen.
In einer schweren Krankheit
Herr und Heiland, mich quälen Krankheit und Schmerzen, mein Herz ist voll Unruhe, meine Gedanken verirren sich in meiner großen Angst. Ich sehe keinen Ausweg, mich schreckt der Tod. Aus der Tiefe schreie ich zu dir. Gib meinem Herzen Frieden, gib mir die Bereitschaft anzunehmen, was du schickst, sei es Leben, sei es Sterben. Halte mich fest in deinen Händen, bei dir bin ich geborgen. Amen.
Herr, ich möchte noch nicht sterben. Deine Welt ist schön. Sie ist nicht nur ein Jammertal, sondern auch ein blühender Garten. Ich liebe meine Frau. Ich freue mich an meinen Kindern, auch wenn sie mir manche Sorgen machen. Sie brauchen mich noch, und ich brauche sie. Ich möchte noch ein wenig leben. Auch die Aufgabe, an der ich stehe: ich bin noch nicht fertig. Wenn ich jetzt sterben müsste, bliebe vieles unvollendet. Ich habe noch so viele Pläne. Soll alles Denken und Vorarbeiten umsonst gewesen sein? Darf ich die Lebenserfahrung vieler Jahre nicht mehr auswerten - auch für andere? Auch darum möchte ich noch nicht sterben, Herr. Aber vielleicht ist es nur die Angst vor meinem Tod, die mich so reden lässt. Denn ich bin ja gar nicht unersetzbar. Manchem stehe ich im Wege. Ich merke oft gar nicht, wie sehr ich Last für andere bin. Du allein weißt, wie sehr ich versagt habe. Herr, ich brauche deine Gnade dringender als alles andere, damit ich weiterleben kann, wenn ich noch einmal darf. Mit einem neuen Anfang. Dankbarer als bisher. Sachlicher im Beruf und barmherziger im Umgang mit den Mitmenschen. Lass mich in deiner Gnade noch einmal eine anvertraute Zeit besser auskaufen. Im anderen Fall - wenn ich bald sterben soll, lass mich nicht aus deiner Hand fallen, Herr Jesus Christus. Freilich habe ich keinen Anspruch darauf, obwohl ich in meinem Leben treu sein wollte. Aber mein Versagen überwiegt. Das weiß ich. Größer jedoch ist deine Liebe. In sie bette ich meine Angst und meine Zukunft. Und meine Liebe. Herr, du bleibst und willst, dass auch wir bleiben - in dir. Dein Wille geschehe. Amen.
Angst vor einer unheilbaren Krankheit
Gott! In meiner Not wende ich mich an dich. Es geht mir schlecht. Meine Kräfte lassen nach. Ich habe Schmerzen. Die Medikamente, die ich bekomme, wirken nicht so, wie ich gehofft hatte. Mein Arzt weicht meinen Fragen aus. Er redet mir gut zu, aber es klingt nicht überzeugend. Meine Angehörigen wissen mit mir nichts anzufangen. Sie sprechen mit mir nur über Gleichgültiges. Ich fühle mich isoliert. Es ist niemand da, mit dem ich reden kann. Ich wünsche mir jemanden, der meinen Fragen standhält. Einen Menschen, mit dem man alles durchsprechen kann, ehe es zu spät ist. Ich habe nie an mein eigenes Sterben gedacht, aber jetzt kommen solche Gedanken über mich. Ich würde jetzt gern auch über die Möglichkeit des Sterbens sprechen. Ich habe aber niemanden, dem ich ein solches Gespräch zumuten kann. Sie haben alle Angst vor dem Sterben. Herr Gott, an dich wende ich mich, weil ich glaube, dass du da bist und mir nicht ausweichst. Dein Sohn Jesus Christus ist durch den Tod gegangen, auch für mich. Er wird wissen, wie mir's zumute ist. Lass mich seine Nähe spüren. Ich muss meine Situation klar erkennen, denn es ist noch manches ungeklärt an meinem Leben. Ich habe vieles versäumt. Es müssen noch Entschlüsse gefasst werden. Ich bitte dich, sprich du mit mir. Ich traue auf dich. Amen.
Ergebung in Gottes Willen
Vater im Himmel, ich bitte dich weder um Gesundheit noch um Krankheit, weder um Leben noch um Tod, sondern darum, dass du über meine Gesundheit und meine Krankheit und meinen Tod verfügst zu deiner Ehre und zu meinem Heil. Du allein weißt, was mir dienlich ist. Du allein bist der Herr, tue, was du willst. Gib mir, nimm mir, aber mache meinen Willen dem deinen gleich. Amen. Blaise Pascal
Herr, erst wenn wir selbst krank sind, merken wir, wie wichtig es ist, gesund zu sein. Wir bitten dich für alle Kranken: Lass sie wieder gesund werden, oder, wenn es sein muss, hilf ihnen, mit ihrer Krankheit zu leben. Offne uns die Augen für unsere Möglichkeiten, Kranken zu helfen. Wir beten besonders für... Amen.
Gebet von Menschen, die Kranke pflegen und behandeln
Herr Gott! Du hast mir eine Aufgabe zugewiesen, die manchmal über meine Kräfte geht. Ich kann sie nicht leisten ohne deine Hilfe. Warum muss dieser Mensch sich so quälen? Es ist oft nicht mit anzusehen. Ich hänge an diesem Kranken. ich weiß und fühle, wie sehr er mich braucht. Ich kann ihm manche Erleichterung verschaffen. Ohne mich wäre sein Leben wohl unerträglich. Darum kann ich ihn nicht im Stich lassen. Herr, hilf mir, meine Widerstände zu überwinden. Er leidet nicht nur körperlich. Er quält sich mit Vermutungen über seinen Zustand. Er möchte wissen, wie es um ihn steht. Ich möchte ihm richtige Antworten geben. Ich möchte ihn nicht belügen, ihm aber auch nicht alle Hoffnung nehmen. Zeige mir den rechten Weg. Dein Wort gibt Hoffnung über den Tod hinaus. Gib, dass ich dem Kranken auch davon etwas vermitteln kann. Amen.
Kranken körperlich und seelisch zu helfen, hat viele Formen: sie pflegen und versorgen, ihnen eine Freude bereiten, sich Zeit für sie nehmen, in ihrer Nähe sein und mit ihnen sprechen. Kinder freuen sich, wenn jemand mit ihnen spielt. Wer Kranken etwas Gutes tun will, kann mit ihnen und für sie beten. Das Krankenabendmahl ist Zeichen der Gemeinschaft mit Jesus Christus und unter uns. Mancherorts ist es üblich, den Kranken die Abendmahlsgaben aus dem Gottesdienst mitzubringen und so die Verbindung zur christlichen Gemeinde erlebbar zu machen.
Krankensegnung
In den Evangelien wird berichtet, wie Kranke zu Jesus kamen und ihn um Heilung baten. Im Jakobusbrief heißt es: ›Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Altesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten.‹ (Jakobus 5,14-16). In vielen Kirchen und Gemeinden wird diese Form der Krankensegnung wieder entdeckt. Christen und Christinnen können Kranke auf diese Weise segnen:
Friedensgruß
Der Friede des Herrn sei mit diesem Haus.
Hinführung
Zum Beispiel mit den einleitenden Worten aus dem Jakobusbrief
Im Namen Jesu Christi wollen wir über (Name) beten. Wir vertrauen sie/ihn der Gnade und der Kraft Christi an.
Psalm
Zum Beispiel Psalm 23, Evangelisches Gesangbuch Nr. 740 oder Psalm 73, Evangelisches Gesangbuch Nr. 767
Lesung
Zum Beispiel Matthäus 11, 28-30, Jesaja 53,4-6, Römer 8, 26-28, Klagelieder 3, 22-26
Gebet
Herr Jesus Christus, du hast unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf dich geladen. Wir danken dir für deine Geduld und Liebe. Wir bitten dich für (Name): Schenke ihr/ihm Glauben, der dir vertraut, und die Gewissheit, dass du diese Krankheit zum Heil wendest. Amen.
Weitere Gebete für Kranke siehe Evangelisches Gesangbuch Nr. 871
Salbung
Die Krankensegnung kann mit einer Krankensalbung verbunden werden. Das Gefäß mit dem Salböl wird mit folgenden Worten zur Hand genommen:
Gott, du nimmst deine Schöpfung in den Dienst deines Erbarmens. Wir bitten dich: Lass dieses Öl zum Zeichen deiner heilenden und rettenden Kraft an dieser/diesem Kranken werden. Amen.
Segnung
Der oder die Segnende legt beide Hände auf den Kopf der oder des Kranken
und spricht:
(Name), du wirst gesegnet im Namen unseres Herrn Jesus
Christus. Er richte dich auf durch die heilende Macht seiner
Liebe. Friede sei mit dir.
Weitere Segensworte siehe bei Evangelisches Gesangbuch Nr. 902. Bei einer Salbung taucht die oder der Segnende einen Finger in das Öl und macht das Zeichen des Kreuzes auf die Stirn oder auch auf die beiden Hände der/des Kranken. Ein gemeinsames Vaterunser kann sich anschließen.
Dank für Genesung
Lieber Vater im Himmel, ich danke dir für deine treue Hilfe. Du hast mir mein Leben neu geschenkt und gibst mich den Meinen wieder. Lass mich das nicht vergessen. Gib mir Mut und Kraft, meine Arbeit aufs neue zu beginnen. Du bist die Quelle des Lebens, du bist der Ursprung aller Freude, du bist der Geber allen Trostes. Dir sei Ehre in Ewigkeit. Amen.
Mein Gott. ich danke dir, dass du mich aufgerichtet und gestärkt hast. Ich bin wieder gesund und kann meinen Weg gehen und meine Arbeit tun. Hilf mir, dafür stets dankbar zu bleiben. Leite mich durch deinen Geist, dass ich dir zu Ehren lebe, dir diene und dich lobe. Amen.
Eine christliche Patientenverfügung
Die letzte Station des Lebens
Möglichkeiten moderner Medizin führen dazu, das Sterben hinauszuzögern, auch wenn keine Aussicht auf Wiederherstellung eines erträglichen Lebens besteht. Gleichzeitig wird der Ruf nach einer Verkürzung der Lebenszeit laut. In diese Situation spricht die christliche Patientenverfügung. Sie möchte einen Weg zwischen sinnloser Sterbensverlängerung und christlich nicht verantwortbarer
Lebensverkürzung aufzeigen.
Eine vorausschauende Erklärung des eigenen Willens
Wenn ein Arzt über medizinische Maßnahmen bei einem bewusstlosen oder zur eigenen Willenserklärung nicht mehr fähigen Patienten entscheiden muss, ist er gehalten, den mutmaßlichen Willen des Betroffenen zu ermitteln. Daher ist es sinnvoll, wenn eine "in guten Tagen" abgefasste Patientenverfügung vorliegt, die dem Arzt eine Hilfe für eine verantwortliche Entscheidung gibt. In rechtlicher Hinsicht ist die Patientenverfügung ein Indiz für den mutmaßlichen Willen. Die letzte Entscheidung über medizinische Maßnahmen liegt freilich beim Arzt.
Vertrauensperson und christlicher Beistand
In der Patientenverfügung soll eine Vertrauensperson benannt werden. Sie wirkt bei der Abfassung der Patientenverfügung mit, um dem Patienten beizustehen und mit dem Arzt die erforderlichen Maßnahmen abzusprechen. Gegenüber Patienten und Angehörigen weiß sich die Kirche verpflichtet, christlichen Beistand in seelsorgerlicher Begleitung anzubieten. Es soll nichts unversucht bleiben, um ein "Sterben in Frieden" zu ermöglichen.
Was zu tun ist
Mit einer Vertrauenspersonsoll die Patientenverfügung besprochen und eine entsprechende Erklärung ausgefüllt werden. Diese soll bei den Ausweispapieren und in der Hand der Vertrauensperson sein, damit sich im beschriebenen Fall Arzt und Vertrauensperson miteinander in Verbindung setzen können. Die Übereinstimmung zwischen Patientenverfügung und Zweitschrift bestätigt die Gültigkeit der Beauftragung.
Aus einer christlichen Patientenverfügung
Ich glaube, dass meine Zeit in Gottes Händen steht. Solange eine realistische Aussicht auf Erhaltung eines erträglichen Lebens besteht, erwarte ich ärztlichen und pflegerischen Beistand unter Ausschöpfung der angemessenen Möglichkeiten. Dagegen wünsche ich, dass lebensverlängernde Maßnahmen unterbleiben, wenn medizinisch eindeutig festgestellt ist,
- dass ich mich im unmittelbaren Sterbeprozess befinde, bei dem jede lebenserhaltende Therapie das Sterben oder Leiden ohne Aussicht auf Besserung verlängern würde, oder
- dass keine Aussicht auf Wiedererlangung des Bewusstseins besteht, oder
- dass aufgrund von Krankheit oder Unfall ein schwerer Dauerschaden des Gehirns zurückbleibt, oder
- dass es zu einem nicht behandelbaren, dauernden Ausfall lebenswichtiger Funktionen meines Körpers kommt.
Behandlung und Pflege sollen in diesen Fällen auf die Linderung von Schmerzen, Unruhe und Angst gerichtet sein, selbst wenn durch die notwendige Schmerzbehandlung eine Lebensverkürzung nicht auszuschließen ist. Ich möchte in Würde und Frieden sterben können, nach Möglichkeit in meiner vertrauten Umgebung. Aktive Sterbehilfe lehne ich ab. Ich bitte um menschliche und seelsorgerliche Begleitung. Für den Fall, dass ich außerstande bin, meinen Willen zu bilden oder zu äußern, benenne ich hiermit als Person meines besonderen Vertrauens Herrn/Frau (Name) und erteile ihr hiermit Vollmacht, an meiner Stelle mit der behandeln den Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt alle erforderlichen Entscheidungen abzusprechen. Die Vertrauensperson soll meinen Willen im Sinne dieser Patientenverfügung einbringen und in meinem Namen Einwendungen vortragen, die die Ärztin bzw. der Arzt berücksichtigen soll. Sie darf auch die Krankenunterlagen einsehen und in deren Herausgabe an Dritte einwilligen. Zu diesem Zweck entbinde ich die mich behandelnden Arzte und deren nichtärztliche Mitarbeiter gegenüber meiner Vertrauensperson von der Schweigepflicht.



