"Ich hab meinen ersten Computer bekommen!"

Seine eigene Konfirmation liegt schon ein paar Jährchen zurück, trotzdem ist die Erinnerung noch ganz lebendig: Eddi Hüneke, Sänger von den Wise Guys, die dieses Jahr auch beim "2. Ökumenischen Kirchentag" in München (12. bis 16. Mai 2010) zu Gast sind, plaudert für bayern-evangelisch.de aus dem Nähkästchen.

Hallo Eddi, welche Erinnerungen hast Du an Deine Konfirmation?

Eddi Hüneke: „Das Besondere war, dass ich von meinem Vater konfirmiert wurde. Der war Pfarrer in Köln-Deckstein. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, mich von ihm konfirmieren zu lassen, bei ihm Konfirmandenunterricht zu nehmen. Einfach, weil mein Vater ein ganz authentischer, ehrlicher Mann war, der nicht die Farbe wechselt, wenn er auf die Kanzel steigt.“

Hat Dich der Konfirmandenunterricht genervt?

Eddi Hüneke: „Nee, der hat Spaß gemacht. Wirklich. Ich weiß noch, dass ich in einer Stunde mal einen Stammbaum gemalt habe, in dem veranschaulicht werden sollte, worin Christentum und Judentum verwurzelt sind, wie eventuelle Verästelungen zwischen diesen beiden Religionen zustande kommen. Das war total spannend!“

Was hat es für Dich bedeutet, konfirmiert zu werden?

Eddi Hüneke: „Dass ich in der Kirche nicht mehr nach vorne gelaufen bin, wenn die Kinder gerufen wurden. Für mich war die Konfirmation sowas wie die Eintrittskarte ins Erwachsenenalter. Aber nicht im Sinne eines ,schlimmen’ oder ,einschneidenden’ Ereignisses oder so. Es fühlte sich für mich einfach ganz natürlich an und vorherbestimmt von der Zeit an. Auch wenn ich mit 13 noch sehr jung war. Aber es war einfach toll, am Abendmahl teilnehmen zu dürfen. Das war für mich damals das stärkste Zeichen, dass sich etwas ganz Entscheidendes verändert hat.“

Was war für Dich das Beste an deiner Konfirmation?

Eddi Hüneke: „Ganz ehrlich? Die Geschenke! (grinst) Ich hab zur Konfi meinen ersten Computer bekommen, das war natürlich das Geschenk überhaupt, vor dem ich dann meine halbe Jugend verbracht habe (lacht).“

Beim „KonFirmlinge-Tag“ am 15. Mai im Rahmen des „2. Ökumenischen Kirchentags“ lädst Du zusammen mit Deiner Schwester Gesa zu einem „Offenen Singen“ ein. Mit welchen Gefühlen fährst Du zum Kirchentag?

Eddi Hüneke: „Es ist eine schöne Zusammenführung der Familie, meine Schwester Gesa sehe ich nicht so oft. Sie lebt als Organistin und Chorleiterin in Berlin, und es ist eine tolle Gelegenheit mit einem Menschen, der einem so nahe steht, als Profi aus einer ganz anderen Richtung kommt und Musik von einer ganz anderen Seite angeht, so zusammenzuarbeiten. Und ich freue mich auf mein junges Publikum. Als junger Mensch, als ich noch im Alter der Konfis und Firmlinge von heute war, habe ich mich nie von Kirche eingesperrt und gegängelt gefühlt, obwohl meine Familie stark mit ihr verbunden war, mein Vater war ja Pfarrer. Aber ich habe mich eben auch von meiner Familie nie eingesperrt und gegängelt gefühlt, das hing mit Sicherheit stark zusammen. Vielleicht kann ich den Jugendlichen ein Stück weit dieses Freiheitsgefühl mitgeben. Wobei ich alles auf mich zukommen lasse. Was passiert, passiert.“

Interview: Almut Steinecke