Hoffnung auf die Auferstehung
Echter Trost oder billige Vertröstung? An der Frage der Auferstehung der Toten scheiden sich die Geister. Das war schon ganz zu Beginn des Christentums so. Die Apostelgeschichte berichtet von einem angeregten philosophischen Gespräch des Apostel Paulus mit den Bürgern von Athen, das in dem Moment ein abruptes Ende findet, als dieser von der Auferstehung Jesu spricht. Seine Diskussionspartner wimmeln ihn mit nachsichtigem Lächeln ab. Es ist auch zu schwer zu fassen und widerspricht jeglicher Erfahrung, dass ein Mensch, der bereits tot war wieder zum Leben erweckt werden soll.
Dennoch hält die christliche Kirche an der Auferstehung als einem der wichtigsten Glaubensinhalte fest. Sie hat ein tiefes Wissen darum, dass es mehr Dinge gibt zwischen Himmel und Erde und über sie hinaus, als unser Auge sehen und unser Verstand begreifen kann. An der Auferstehung richten sich Christen auf, wenn sie angesichts des Todes verzweifeln wollen, sie ist aber auch Ansporn und Ermutigung, immer wieder neu gegen all das anzukämpfen, was das Leben bedroht: Menschenfeindlichkeit und Kälte, Hass und tödliches Schweigen. Glaubende Menschen resignieren nicht vor dem Tod. Für sie hat er seine Endgültigkeit verloren. So schmerzhaft und tief die Trennung durch den Tod ist, ewig ist sie nicht.
Bürge dafür ist Jesus Christus, der Tote zum Leben erweckt hat und der nach biblischem Zeugnis von den Toten auferstanden ist. Beweisen kann man das nicht. Und doch erfahren täglich Millionen von Menschen etwas von der Kraft und inneren Wahrheit, die diese Aussage ausstrahlt: „Ich lebe und ihr sollt auch leben.(Joh 14,19)“ Wenn Jesus Christus nicht auferstanden ist, so sagt der Apostel Paulus, wenn er den Tod nicht besiegt hat, dann ist all unser Glauben und all unsere Hoffnung umsonst (1 Kor 15,14).
Wie die Auferstehung aussehen wird, wissen wir nicht. Auch die Bibel spricht nur in vielfältigen, auch unterschiedlichen Bildern davon: Von Gräbern, die sich beim Klang einer Posaune öffnen zum Beispiel, oder vom menschlichen Körper, der erneuert und verwandelt wieder ans Licht kommt. Martin Luther beschreibt den Tod als einem Seelenschlaf bei Gott, aus dem der Verstorbene in der Auferstehung aufwacht. Andere vergleichen den Tod mit einer Geburt, durch die der Mensch in Gottes Reich übergeht. Zwei Gemeinsamkeiten haben jedoch alle Bilder der Auferstehung: Dass sie das neue Leben als etwas ganz anderes, nie Dagewesenes begreifen, und dass sie die tiefe Gewissheit verbreiten: Ganz gleich, wie es sein wird, es ist gut. Denn es kommt von Gott.



