"Während der Konfi-Zeit beschäftigen sich die Jugendlichen mit den wichtigsten Fragen im Leben"
Herr Kolb, warum ist die Konfirmation wichtig?
Herbert Kolb: „Ich sehe die Konfirmation nicht nur für sich. Es geht mir um die ganze Konfi-Zeit. Während der Konfi-Zeit beschäftigen sich die Jugendlichen mit den wichtigsten Fragen im Leben: ,Wer bin ich? Was trägt mich? Was ist der Sinn des Lebens? Worauf soll mein Leben hinauslaufen?‘ Die Konfi-Zeit soll dazu helfen, ‚stark’ zu werden. Das bedeutet ‚Konfirmation’. Darum geht es dann im Wesentlich auch beim Konfirmationsgottesdienst: Da werden die Jugendlichen gesegnet. Da heißt es unter anderem: ‚Gott gebe dir Schutz und Schirm vor allem Bösen.’ Das ist vor allem dann wichtig, wenn man sich mal unsicher und alleine fühlt. Der Segen erinnert daran: ,Du bist nicht allein‘.“
Sie sprechen da von einem guten Gefühl, das man mit der Konfirmation verbindet. Ein Gefühl kann man aber nicht sehen und nicht anfassen. Wie soll man dann daran glauben?
Herbert Kolb: „Es gibt vieles, was ich nicht sehen und nicht anfassen kann. Liebe und Treue sind auch Gefühle, die ich nicht sehen und nicht anfassen kann. Von denen ich aber weiß, dass es sie gibt. Und dann gibt es ja auch noch Symbole, die es ein wenig leichter machen zu glauben, dass Gott da ist, dass ich nicht alleine mit meiner Unsicherheit bin. Zum Beispiel eine Kerze. Nicht nur am Altar brennen Kerzen. Auch die Osterkerze ist ein solches Zeichen. Und so kann man auch die Kerzen sehen, die Jugendliche hin und wieder in ihrem Zimmer anzünden.“
Viele wollen ihren großen Tag am liebsten mit der Digi- oder Video-Cam festhalten, den Erinnerungen Bilder geben. Fotografieren und Filmen ist aber nicht unbegrenzt erlaubt in den Konfirmationsgottesdiensten. Was soll man da machen?
Herbert Kolb: „Die Gemeinden handhaben das ganz unterschiedlich. Viele erlauben schon, dass man den Moment der Einsegnung fotografiert oder filmt. Damit es aber nicht ein zu großes Durcheinander und zuviel Unruhe in der Kirche gibt, ist es immer besser, die Eltern der jeweiligen Konfigruppe einigen sich zusammen mit dem Pfarrer auf eine einzelne Person , der oder die das Fotografieren und Filmen übernimmt. Später auf der Konfirmationsfeier darf man dann ja sowieso nach Herzenslust fotografieren und filmen!“
Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre eigene Konfirmationsfeier?
Herbert Kolb: „Gar keine: In dem Alter war ich noch katholisch, ich bin erst später evangelisch geworden.“
Sind Sie traurig, dass Sie nicht konfirmiert wurden?
Herbert Kolb: „Es hat insofern einen Vorteil, als dass ich in meinen Ansichten nicht festgelegt bin, wenn ich mit Kolleginnen und Kollegen über die Konfi-Zeit spreche. Auf der anderen Seite bin ich aber auch manchmal traurig, dass ich keine eigenen Erfahrungen damit habe. Aber ich bin gefirmt worden. Und daran erinnere ich mich noch einigermaßen gut.“
Herr Kolb, wir danken Ihnen für dieses Gespräch!


