Haus „eckstein“ Nürnberg
Die Suche vieler Menschen nach spirituellen Angeboten hat die bayerische Landeskirche dazu veranlasst, auch in einer Großstadt wie Nürnberg dem Thema Spiritualität mehr Raum zu geben. Seit einiger Zeit finden im Haus „eckstein“ in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Stadtakademie Nürnberg Meditationskurse statt, die u.a. Pfarrer Oliver Behrendt, der Meditationsbeauftragte für den Raum Nürnberg, betreut.
Berührungspunkte zu anderen Religionen nimmt Pfarrer Behrendt bewusst auf, aber die christliche Perspektive ist ihm dabei wichtig. Im „eckstein“ können Christen deshalb auch ihre Erfahrungen mit der Zen-Meditation aufarbeiten. Wichtig ist Behrendt auch, dass die Begegnung mit dem Nächsten nicht ausgeblendet wird. Einige Veranstaltungen, die im Laufe dieses Jahres im „eckstein“ stattfinden, stellen wir Ihnen im Folgenden vor:
Musik-Meditation und Klangmassage ist eines der Angebote, die Oliver Behrendt in diesem Jahr leiten wird. Das Seminar will Teilnehmerinnen und Teilnehmer in neue Bereiche der Wahrnehmung mitnehmen. Die Einführung in die Musik-Meditation beginnt daher mit Entspannungsübungen und meditativen Fantasiereisen. Gedanken sollen abklingen, um die Welt der Klänge in ruhevoller Wachheit zu erleben. Hinzu kommen Elemente der Klangmassage. Dabei werden handgearbeitete Klangschalen auf dem Körper aufgesetzt und dort sanft zum Schwingen gebracht. Alle Sinne werden sensibilisiert, Körperwahrnehmung und Körperbewusstsein gestärkt.
„Wenn sich der Himmel schließt“ lautet der Titel eines Vortrags von Dr. Karl Baier, Yogalehrer und Leiter des Universitätslehrgangs „Spirituelle Theologie im interreligiösen Prozess“ der Universität Salzburg. Er wird sich mit dem Thema Gottverlassenheit und Nichtserfahrung als spirituelle Chance in Christentum und Zen-Buddhismus befassen. In der Beschreibung dieser Veranstaltung im „eckstein“ heißt es u.a.: „Das Leersein in der meditativen Versenkung, die Erfahrung, dass da nichts mehr gezielt gedacht und erfahren werden will – eine buddhistischen Weise die letzte Wirklichkeit zu deuten. Ermöglicht gerade die Leere ein neues Erleben der Fülle, eines tiefen Sinns und damit möglicherweise auch wieder eine Gotteserfahrung? [...] Dem paradoxen Wechsel von Gottverlassenheit und Nichtserfahrung, von Fülle und Sinn soll hier interreligiös nachgegangen werden.“
Über die Rolle der Vernunft in den mystischen Traditionen von Christentum und Buddhismus wird Professor Michael von Brück von der Universität München im „eckstein“ sprechen. In der Mystik entdecken viele eine heilende Gegenwelt zur Vernunft, die die abendländische Tradition zu dominieren scheint. Doch stimmt die gängige These der „unmystischen Vernunft“ und der „unvernünftigen Mystik“ mit dem Selbstverständnis christlicher oder buddhistischer Mystiker überein? Wie vernünftig kann Mystik sein, wie mystisch die Vernunft? Michael von Brück widmet sich diesen Grundfragen als Wissenschaftler, evangelischer Theologe und erfahrener Lehrer für Zenmeditation und Yoga.
>> Veranstaltungen zu Meditation und Spiritualität im „eckstein“ in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Stadtakademie Nürnberg finden Sie hier.
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