Häufig gestellte Fragen zur Trauung

(c) iStockPhoto / Sandra O'Claire

Kann

Kann man sich eine Kirche / einen Pfarrer oder eine Pfarrerin aussuchen?

Was passiert im Traugespräch? Was müssen wir mitbringen?

Und wenn mein Partner eine anderen Konfession (oder gar keiner) angehört?

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Wie läuft die „kirchliche Trauung“ konkret ab?

Kann ich kirchlich getraut werden, wenn ich geschieden worden bin?

Ist "bis der Tod euch scheidet" nicht überhaupt zu vollmundig?

Dürfen wir auch im Freien oder an einem ungewöhnlichen Ort heiraten?

Wo innerhalb des Gottesdienstes können Verwandte und Freunde mit gestalten?

Können wir selbst Lieder aussuchen?

Wer macht eigentlich die Liedblätter / Gottesdienst-Blätter?

Was ist, wenn ein Freund in der Kirche etwas vortragen will?

Ist es möglich, den Kollektenzweck selber auszuwählen?

Wer schmückt eigentlich die Kirche? Und was kostet das?

Müssen wir Plätze für Freunde und Verwandte reservieren?

Dürfen wir Reis werfen oder Blumen streuen?

Der Vater der Braut will seine Tochter in die Kirche führen und dort dem Bräutigam übergeben. Kennt die evangelische Kirche diesen Brauch?

Wir hätten so gerne ein Bild mit dem Pfarrer / der Pfarrerin!

---------------------------------------------------

Kann man sich eine Kirche / einen Pfarrer oder eine Pfarrerin aussuchen?
Im Prinzip ja. Voraussetzung ist allerdings, dass dies mit Ihrer eigentlich zuständigen Pfarrerin oder Ihrem zuständigen Pfarrer abgesprochen ist. Viele Paare suchen sich eine besonders romantische oder günstig gelegene Kirche für ihre Hochzeit aus. Hier sollten Sie frühzeitig mit dem Pfarramt ihrer Wunschkirche in Verbindung treten, um sich nach den Bedingungen zu erkundigen. Kirchengemeinden, die wegen ihrer Lage oder ihrer schönen Kirche einen regelrechten „Trauboom“ erleben, haben oft nicht genug Kapazitäten, um allen Trauwilligen zuzusagen. Oft verlangen sie erhöhte Gebühren für auswärtige Trauungen oder erwarten von dem Brautpaar, Pfarrer und Organisten selbst mitzubringen. Hier gibt es von Ort zu Ort sehr unterschiedliche Regelungen. Sie können davon ausgehen, dass es Pfarrerinnen und Pfarrern ein Anliegen ist, dass Sie einen gelungenen Hochzeitstag erleben. Dennoch ist es nicht jeder Gemeinde – besonders in Tourismusregionen – möglich, alle Wünsch zu erfüllen. Bitte haben Sie Verständnis dafür! Vielleicht können Sie sich ja im Vorfeld Alternativen überlegen.

zum Seitenanfang

Was passiert im Traugespräch? Was müssen wir mitbringen?
Für das Gespräch gibt es kein festes Schema. Es geht vor allem darum, sich kennen zu lernen und den Gottesdienst zu planen. Plaudern Sie ruhig ein wenig aus dem Nähkästchen. Ihr Pfarrer oder ihre Pfarrer findet so leichter Anknüpfungspunkte für die Predigt. Nennen Sie auch eigene Wünsche und Erwartungen an die Gestaltung des Gottesdienstes.
Nicht vergessen: Spätestens zur Trauung das Stammbuch mitbringen. Für die bayerische Landeskirche ist die Heirat auf dem Standesamt der rechtsverbindliche Akt. Erst wenn ein Paar standesamtlich verheiratet ist, kann die kirchliche Trauung gefeiert werden.
Das kirchliche Trauformular können Sie sich vorab von Ihrem Pfarramt zuschicken lassen und dann ausgefüllt zum Traugespräch mitbringen oder Sie füllen es gemeinsam beim Traugespräch mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin aus.

zum Seitenanfang 

Und wenn mein Partner eine anderen Konfession (oder gar keiner) angehört?
Wenn Sie sich nicht für eine rein katholische oder rein evangelische Trauung entscheiden können, ist eine "ökumenische Trauung" ein Kompromiss, der beide Konfessionen berücksichtigt. Es handelt sich dabei um eine katholische Trauung mit Beteiligung eines evangelischen Pfarrers oder einer Pfarrerin bzw. um eine evangelische Trauung mit Beteiligung eines katholischen Pfarrers – je nachdem, ob Sie sich für ein katholisches oder evangelisches Gotteshaus entscheiden.

Kirchenrechtlich gilt eine solche Trauung als katholisch , wenn sie unter katholischer Federführung vollzogen wurde und entsprechend als evangelisch bei evangelischer Federführung.

Klingt kompliziert? Wenden Sie sich einfach zuerst an die Gemeinde, in deren Kirche Sie heiraten möchten. Der dortige Pfarrer hat die Hauptverantwortung für die Trauung und wird Ihnen erklären, welche Schritte einzuleiten sind. Sie können ihn auch bitten, den Geistlichen der anderen Konfession zu informieren.

Wenn ein Partner evangelisch ist und der andere keiner oder einer anderen Religion angehört, ist auf den Wunsch des evangelischen Partners ein Gottesdienst aus Anlass der Eheschließung möglich. Dabei wird jedoch vorausgesetzt, dass der nicht-christliche Partner die Form und Bedeutung dieses Gottesdienstes respektiert.

zum Seitenanfang

Welche Kosten kommen auf mich zu?
Die Kirchengemeinden in Bayern erheben für die Amtshandlung der Trauung Kasualgebühren, für die Tätigkeiten des Mesners und des Kirchenmusikers zumeist einen Auslagenersatz. Bitte erkundigen Sie sich bei dem jeweiligen Pfarramt über die Höhe der Gebühren.

zum Seitenanfang

Wie läuft die „kirchliche Trauung“ konkret ab?
Ein Traugottesdienst kann - vereinfacht gesagt - in drei Teile eingeteilt werden. Im ersten Teil zieht das Brautpaar in die Kirche ein und wird vom Pfarrer mit einem biblischen Wort begrüßt.  Gebet und Lied/Musik dienen der Sammlung und dem Lobpreis Gottes.

Mit der Predigt über den Trauspruch beginnt der mittlere Abschnitt. Es folgt die eigentliche Trauung mit Schriftlesungen aus Altem und Neuem Testament, Trauversprechen der Eheleute, Segen für die junge Ehe. Wünscht sich das Ehepaar ein gemeinsames Abendmahl, schließt dies jetzt an.

Im Schlussteil folgen Fürbitten, Vaterunser und Musik. Mit dem Segen Gottes entlässt der Pfarrer Brautpaar und Traugemeinde in den Festtag.

zum Seitenanfang

Kann ich kirchlich getraut werden, wenn ich geschieden worden bin?
Es ist eine traurige Tatsache, dass Ehen scheitern. Schuld haben und "Sich-Schuldig-Fühlen" ist unterschwelliges Thema in nahezu jeder Trennung. Die Evangelische Kirche nimmt es sehr ernst, dass Ehen - bei aller Liebe und trotz allen guten Willens - scheitern können und weiß um die Kraft der Vergebung. Sie schließt deshalb die Wiederverheiratung Geschiedener nicht aus. Sie hält aber gleichzeitig an der Unauflösbarkeit der Ehe fest. Es liegt in der Verantwortung des trauenden Pfarrers sicherzustellen, dass eine erneute Ehe nicht leichtfertig eingegangen wird. Er wird in einem persönlichen Gespräch die Motive für den Wunsch nach einer kirchlichen Trauung erfragen.

zum Seitenanfang

Ist "bis der Tod euch scheidet" nicht überhaupt zu vollmundig?
Die Liebe zwischen Mann und Frau ist ein Geschenk Gottes. Dem verbindlichen Miteinander gilt Gottes Verheißung für gute und schlechte Tage. Die bayerische Landeskirche hält deshalb an der inhaltlichen Aussage zur Unverbrüchlichkeit der Ehe fest. Mit dem Versprechen verschließen die Brautleute nicht die Augen vor der traurigen Tatsache, dass Ehen scheitern können. Sie zeigen einander und der Gemeinde damit jedoch die Bereitschaft, in schweren Zeiten für ihre Liebe alles ihnen mögliche geben zu wollen. Ist das Paar in einem Konflikt überfordert, bieten evangelische Beratungsstellen Hilfe an.

zum Seitenanfang

Dürfen wir auch im Freien oder an einem ungewöhnlichen Ort heiraten?
Grundsätzlich ist die Kirche der Ort für einen Gottesdienst, also auch für die kirchliche Trauung. In begründeten Fällen sind jedoch Ausnahmen möglich. Sprechen Sie Ihre Pfarrerin oder Ihren Pfarrer darauf an.

zum Seitenanfang

Wo innerhalb des Gottesdienstes können Verwandte und Freunde mit gestalten?
Häufig möchten die Trauzeugen, gute Freunde oder Geschwister die kirchliche Trauung mitgestalten, z.B. einen Bibeltext oder ein Gebet vorlesen oder etwas singen. Sehr schön kann auch die Beteiligung der Eltern oder von Freunden bei der Segnung des Paares in der Trauung sein. Wenn Sie bereits davon wissen, sprechen Sie das bitte im Traugespräch an, so dass Ihr Pfarrer / Ihre Pfarrerin es einplanen kann. Falls es eine Überraschung sein soll: Bitten Sie Ihre Trauzeugen, Freunde usw., sich beim Pfarrer oder der Pfarrerin zu melden.

zum Seitenanfang

Können wir selbst Lieder aussuchen?
Aber ja, unbedingt! Sicher haben Sie ein Lieblingslied oder Sie finden im Gesangbuch einen Liedtext, der Ihnen besonders passend erscheint. Bringen Sie solche Wünsche und Vorschläge ins Traugespräch mit ein!

zum Seitenanfang

Wer macht eigentlich die Liedblätter / Gottesdienst-Blätter?
Normalerweise reicht für einen Gottesdienst das Gesangbuch aus. Viele Paare möchten an Ihrer Hochzeit jedoch ein besonders schönes "Programmblatt" haben. Das ist sinnvoll, weil zu Hochzeiten oft Verwandte von Freunde anreisen, denen die Liturgie der Gemeinde fremd ist. Ein persönlich gestalteter Ablaufplan mit Lied- und Gebetstexten kann dann hilfreich sein. Ein Tipp: Bitten Sie Freunde oder Verwandte, für Sie das Liedblatt zu gestalten. Diese bieten Ihnen gerne ihre Hilfe an und entlasten Sie damit. Sprechen Sie diese Frage im Traugespräch an!

zum Seitenanfang

Was ist, wenn ein Freund in der Kirche etwas vortragen will?
Das ist möglich, sollte aber wegen des genauen Gottesdienstablaufs mit dem Pfarrer / der Pfarrerin abgesprochen werden. Sprechen sie die Frage im Traugespräch an oder geben Sie ihrem Freund / ihrer Freundin die Telefonnummer des Pfarramts.

zum Seitenanfang

Ist es möglich, den Kollektenzweck selber auszuwählen?
Ja, viele Gemeinden handhaben es so, dass die Verwendung der Ausgangskollekte vom Brautpaar festegelegt werden kann. Der Verwendungszweck kann außerhalb der Gemeinde liegen (Hilfsprojekt, soziale Inititativen o.ä.), aber auch einem bestimmten Bereich der eigenen Gemeinde gewidmet werden (Jugendarbeit, Renovierung der Kirche, Ausstattung des Kindergartens usw.). Ihre Pfarrerin oder ihr Pfarrer kann Ihnen sicherlich verschiedene Spendenzwecke vorschlagen.

zum Seitenanfang

Wer schmückt eigentlich die Kirche? Und was kostet das?
Besonderer Blumenschmuck, z.B. an den Außenseiten der Kirchenbänke, ist in den meisten Kirchen möglich. Da eine Kirche im Altarraum immer mit Blumen geschmückt ist, müssen Sie alles, was darüber hinaus geht, selbst bezahlen. Meist müssen Sie auch selbst veranlassen, dass die Kirche geschmückt wird und sich ggf. den Schlüssel organisieren. Sprechen Sie diese Frage im Traugespräch an!

zum Seitenanfang

Müssen wir Plätze für Freunde und Verwandte reservieren?
In vielen Gemeinden gibt es die Möglichkeit, die vorderen Stuhl- oder Bankreihen für Angehörige und enge Freunde des Brautpaares zu reservieren.

zum Seitenanfang

Dürfen wir Reis werfen oder Blumen streuen?
Das hält jede Kirchengemeinde anders. Manchmal kommt es z.B. auf die Örtlichkeiten vor der Kirche an: Lassen sich Reis und Blumen dort problemlos wieder entfernen? Wird vielleicht der Marmorboden der Kirche durch die Blütenblätter verfärbt? Fragen Sie einfach im Traugespräch nach, wie man es in Ihrer Gemeinde handhabt.

zum Seitenanfang

Der Vater der Braut will seine Tochter in die Kirche führen und dort dem Bräutigam übergeben. Kennt die evangelische Kirche diesen Brauch?
Viele wissen nichts über den Hintergrund dieses alten Brauches. Auch das Hereinführen der Braut durch ihren Vater hat symbolischen Gehalt. Es knüpft archaisch an die alte germanische Tradition der Übergabe der Braut von einer Familie in die andere an: Von nun an wird sie zu ihrem Mann gehören. Mit dieser Geste fällt es manchen heutigen Vätern leichter, sich von ihrer Tochter zu lösen. Wenn ein Paar allerdings schon jahrelang zusammen gelebt hat, mag es sich fragen, ob diese Form der „Übergabe“ für seine Lebenssituation stimmig ist. Sprechen Sie die Möglichkeiten mit Ihrer Pfarrerin, mit Ihrem Pfarrer ab.

 

zum Seitenanfang

Wir hätten so gerne ein Bild mit dem Pfarrer / der Pfarrerin!
Kein Problem! Die meisten Pfarrerinnen und Pfarrer sind gern bereit, sich nach dem Gottesdienst noch einmal vor dem Altar (oder anderswo) mit Ihnen ablichten zu lassen. Meist werden diese Bilder sogar besser als die während des Gottesdienstes geschossenen: Ihre Aufregung ist weg, und Fotos können bei freier Sicht gemacht werden.

zum Seitenanfang