Das Glaubensbekenntnis von Nizäa - Konstantinopel
Einführung
Das Bekenntnis von Nizäa - Konstantinopel aus dem Jahr 381, das uns in den Akten des Konzils von Chalkedon aus dem Jahr 451 überliefert ist, ist das ökumenische Glaubensbekenntnis der Christenheit. Es verbindet nicht nur die gesamte Christenheit in der weltweiten Ökumene, sondern es verbindet auch alle Christen über die Grenzen ihrer eigenen Konfession hinweg.
Ausgangspunkt für die Formulierung dieses Bekenntnisses war die Frage nach dem rechten Verhältnis der Lehre vom dreieinigen Gott und vom Erlösungshandeln Jesu Christi. Im Bekenntnis von Nizäa - Konstantinopel heißt es: "Wir glauben an den Heiligen Geist... und die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche". "Katholisch" ist hier im Sinn weltumspannender "Katholizität" gemeint und deshalb in den evangelischen Kirchen mit "eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche" wiedergegeben. Bei der Vorbereitung eines ökumenischen Gottesdienstes sollte dies angesprochen werden. Im Abschnitt über den Heiligen Geist heißt es in der Tradition unserer lutherischen Kirche: "Wir glauben an den Heiligen Geist. .. der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht". Dass der Heilige Geist auch aus dem Sohn (lateinisch: filioque; deutsch: "und dem Sohn") hervorgeht, wurde in der Westkirche dem Bekenntnis im Mittelalter hinzugefügt. Als Ausdruck des gemeinsamen Glaubens aller Christen aus der Ost- und Westkirche kann das Bekenntnis in der griechischen Urform ohne "filioque" verwendet werden, wie es in den orthodoxen Kirchen bis heute geschieht.
Wir glauben an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat,
Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.
Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott, Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserm Heil
ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen
durch den Heiligen Geist
von der Jungfrau Maria
und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
hat gelitten und ist begraben worden,
ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn* hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn
angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten,
und die eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche.
Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Wir erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben der kommenden Welt.
Amen.
* Die Worte "und dem Sohn" können in ökumenischen Gottesdiensten entfallen.


