Formen des Gebets
Anbetung und Lobpreis Gottes
Gott anzubeten, ihn zu loben und zu preisen, um seiner selbst willen, ist Ausdruck des Glaubens. Weil Gott ist und weil Gott Gott ist, gebühren ihm Anbetung, Lob und Preis. Wir stimmen damit ein in den Lobgesang der "himmlischen Heerscharen", die Gott allezeit die Ehre geben. Wir reihen uns - alleine oder gemeinsam - ein in den Chor derer, deren Lobpreis Gottes nie verstummt.
Klage vor Gott
Gott persönliches Leid oder das Leid dieser Erde zu klagen, Fragen und Zweifel, Sorgen und Kummer vor ihm auszuschütten, hat ebenso sein Recht und seine Berechtigung, wie ihn zuloben und zu preisen. Die leise oder laute Klage vor Gott entlastet unser Herz und findet Gottes Ohr. Die Beterinnen und Beter der Psalmen oder ein Hiob können uns die Klage in Gottes Angesicht lehren.
Dank an Gott
Es gibt Grund und Gründe genug, Gott von Herzen zu danken. Wir sind in Gefahr, sie zu überhören und zu übersehen. Sie melden sich meistens leiser zu Wort als die Anlässe zur Klage. Doch es lohnt, sich zum Beispiel am Abend eines langen Tages einmal ausdrücklich bewusst zu machen, wofür wir von ganzem Herzen danken können.
Selbstbesinnung vor Gott
Ich selbst kann für andere Anlass zur Klage oder zum Dank vor Gottwerden. Das Gebet schließt Selbstbesinnung ein: Wo war ich nur mir selbst der Nächste und habe die überhört und übersehen, die mein Leben teilen? Wo habe ich andere verletzt, wo habe ich ihnen geschadet? Wo habe ich sie wahrgenommen, beachtet und ihnen wehgetan? Wo habe ich Gott und seinen Willen vernachlässigt, wo habe ich mich in seinem Namen eingemischt und für andere etwas getan? Wo habe ich seine Liebe verwirklicht?
Fürbitte für andere
Für andere zubeten und Gott zu bitten, ist ein entscheidendes Element des Gebets. Meine Fürbitte trägt die, für die ich bete, spürbar. Sie schafft festen Boden unter ihren Füßen. Sie birgt sie wie ein wärmender Mantel. Meine Fürbitte für andere verändert mich selbst und meine Haltung ihnen gegenüber. Sie tilgt meine Vorurteile und entschärft meine Aggressionen.
Fürbitte für mich selbst
Ich bin wichtig. Ich bin wichtig in meinem Glück und in meinem Unglück, in meiner Freude und in meinem Leid, in Gesundheit und Krankheit. Darum darf und werde ich Gott auch für mich selbst bitten. Ich werde ihn für mich um seine Zuneigung und Begleitung bitten, um seine erfahrbare Nähe und um das mühsame Einverständnis, dass letztlich sein "Wille geschehe".



