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FAQ zum Gottesdienst

Sonntagsgottesdienst

Der evangelische Gottesdienst folgt einer stabilen Grundstruktur, die Raum lässt für vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Bestimmte Elemente, die auf eine lange christliche Tradition zurückblicken, sind jedoch fester Bestandteil jedes Gottesdienstes.

Grundsätzlich gliedert sich der Sonntagsgottesdienst in drei Teile: Eröffnung und Anrufung, Verkündigung, Abschluss.

Eröffnung und Anrufung

Glocken
rufen mit ihrem Geläut zum Gottesdienst. In der frühen Christenheit übernahmen Trompeten diese Aufgabe.

Orgelvorspiel
Nach dem Verstummen der Glocken wird der Gottesdienst durch das Orgelvorspiel eingeleitet.

Eingangslied
Das erste Lied des Gottesdienstes folgt unmittelbar auf das Orgelvorspiel und soll die verschiedenen Menschen im Gottesdienst verbinden und einstimmen.

Eingangsvotum
"Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen"
Mit dem Eingangsvotum leitet der Pfarrer oder die Pfarrerin den Gottesdienst ein.  Darin klingt der biblische Taufbefehl an: "…tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes". Man kann das Votum also als Erinnerung an die eigene Taufe verstehen. Außerdem verdeutlicht es, in wessen Namen die Gemeinde sich eigentlich versammelt hat.
Das "Amen", das das Eingangsvotum abschließt, begegnet im Gottesdienst noch mehrfach. Es kommt aus dem Althebräischen heißt übersetzt: "So sei es."

Psalm 
Die Psalmen sind uralte jüdische Gebete und Lieder. Sie werden meist versweise und häufig im Wechsel (Gemeinde - Vorbeter) gesprochen.

Eingangsgebet
Mit dem Eingangsgebet bringt die Gemeinde vor Gott, was sie an diesem Sonntag besonders erbittet. Das Eingangsgebet wird auch Kollektengebet genannt.

Verkündigung

Wochenlied
Das Wochenlied lehnt sich thematisch an die anschließenden Lesung und den Schwerpunkt des Sonn- oder Festtages an.

Lesung
Der Verkündigungsteil des Gottesdienstes beginnt mit einer Lesung aus der Bibel, häufig ist es ein Anschnitt aus einem der vier Evangelien. Die Gemeinde antwortet auf die "Frohe Botschaft" (Evangelium) mit einem dreimaligen, gesungenen Halleluja.

Glaubensbekenntnis
Auf die Lesung folgt das gemeinsam gesprochene Glaubensbekenntnis, in der Regel das so genannte Apostolische Glaubensbekenntnis.

Lied vor der Predigt
Die Predigt wird durch Lieder eingerahmt, die inhaltlich auf das Predigthema abgestimmt sind.

Predigt

Lied nach der Predigt 

Fürbitten
In diesem Gebet die allgemeinen, dringlichen Probleme der anwesenden Menschen, aber auch der Menschheit insgesamt, der Gemeinde und der ganzen Christenheit vor Gott gebracht. Auch besondere Ereignisse, die die Menschen besonders bewegen, haben hier ihren Platz. Oft wird ein Augenblick der Stille eingeräumt, so dass die Anwesenden auch ihre persönlichen Anliegen still einbringen können.

Abschluss

Vaterunser
Das Vaterunser wird im direkten Anschluss an die Fürbitten gemeinsam gesprochen. Es ist in allen christlichen Gemeinden fester Bestandteil des Gottesdienstes.

Abkündigungen
Taufen, Trauungen, Beerdigungen, Veranstaltungen, Ereignisse - hier wird der Gemeinde alles abgekündigt, was in der kommenden Woche besondere Beachtung verdient und was ihrem Gebet besonders anempfohlen wird. Die Abkündigungen können - je nach Gemeinde - auch an anderer Stelle des Gottesdienstes ihren Platz haben.

Schlusslied 

Segen 

Orgelnachspiel  

Gottesdienst mit Abendmahl
Früher war es üblich, nur zu besonderen Anlässen des Kirchenjahres und damit eher selten zum Abendmahl zu gehen. Darin wurde die Hochachtung vor dem Abendmahl als Sakrament deutlich. Heute wird in den meisten Gemeinden das Abendmahl einmal im Monat und an den evangelischen Feiertagen gefeiert. Der Sonntagsgottesdienst wird dabei um das Gebet zum Abendmahl die Austeilung des Abendmahls (Brot und Wein oder Traubensaft) erweitert.

Taufgottesdienst
Informationen zum Taufgottesdienst und zur Taufe insgesamt finden Sie hier.


Trau- / Hochzeitsgottesdienst
Informationen zum Trau- / Hochzeitsgottesdienst und zur kirchlichen Trauung insgesamt finden Sie hier.


Beerdigungsgottesdienst / Trauerfeier
Die Bestattung hat zwei Elemente: den Gottesdienst in der Kirche bzw. in der Trauerhalle auf dem Friedhof und die eigentliche Bestattungshandlung am Grab. Die Abfolge kann regional verschieden sein. Häufig schließt sich die Bestattung aber an den Gottesdienst an.

Eine Trauerfeier anlässlich einer Bestattung dauert etwa 20 Minuten. Nach der Ansprache des Pfarrers / der Pfarrerin begibt sich die Trauergemeinschaft zum Grab. Dort findet die Beisetzung des Sarges oder der Urne statt. Meistens besteht nach der eigentlichen Bestattungszeremonie die Gelegenheit für Kranzniederlegungen oder Grußworte von Vereinen, Freunden usw. Bei einer Feuerbestattung wird der Sarg wieder zurückgebracht. Nach der Einäscherung erfolgt dann die Urnenbeisetzung in Anwesenheit der Angehörigen (Ausnahme: anonyme Beisetzungen).

Weitere Informationen zur kirchlichen Bestattung finden Sie hier.


Konfirmationsgottesdienst
Die Konfirmation besteht aus dem Konfirmationsunterricht und dem Konfirmationsgottesdienst, der den feierlichen Abschluss der Konfirmandenzeit bildet.

Die eigentliche Konfirmationshandlung ist in den Ablauf eines Gemeindegottesdienstes eingebettet. Sie umfasst verschiedene Elemente: Tauferinnerung - Glaubensbekenntnis - Frage an die Konfirmanden und Konfirmandinnen bzw. Erklärung - Bitte um den Heiligen Geist - Segensgebet - Einsegnung.

Bei der Segnung treten die Konfirmandinnen und Konfirmanden einzeln, zu zweit oder in Gruppen vor den Altar, in vielen Gemeinden knien sie dort nieder. Die Konfirmationssprüche der Konfirmandinnen und Konfirmanden werden verlesen. Dann legt Pfarrer oder die Pfarrerin jedem einzelnen oder je zweien die Hände auf und spricht dabei Segensworte. In manchen Gemeinden geht die Gemeinde im Konfirmationsgottesdienst gemeinsam zum Abendmahl.

Weitere Informationen rund um die Konfirmation finden Sie hier.