"Ein Gefühl von Heimat"

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Im Herzen von Heilsbronn, der süßen Stadt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach, liegt der „Evangelische Konvent Kloster Heilsbronn“. Der Konvent wurde 2006 von Christian Schmidt, dem heutigen Regionalbischof von Ansbach-Würzburg, gegründet. Schmidt, der seinerzeit noch Pfarrer am Gottesdienstinstitut in Nürnberg und Ausbilder für Kirchenführer am „Museum Kirche in Franken“ in Bad Windsheim war, bekam eine Anregung von seinem Vorgänger, dem damaligen Regionalbischof des Dekanatsbezirks Ansbach, Helmut Völkel. Dieser hatte eine ganz besondere Vision: eine kraftgebende Oase für die Menschen zu gründen - eine Insel der Ruhe in der Hektik des Alltages.

Schmidt war inspiriert und sprach den ehemaligen Dekan von Dinkelsbühl, den heute 71 Jahre alten Herbert Reber, an: „Ist das nicht eine tolle Idee? Könnten Sie sich vorstellen, da mitzumachen?“ Und Reber konnte sich das vorstellen; der Theologe war hellauf begeistert. Gemeinsam überlegten die Männer einen Standort, einigten sich auf das majestätische Münster in Heilsbronn mit seinem altehrwürdigen, im Jahr 1132 erbauten Kloster und gründeten 2006 das „Evangelische Konvent Kloster Heilsbronn“ – eine neue bayerische Glaubensgemeinschaft war geboren!

Engagement in der Kirchengemeinde - Engagement in der Welt

„Wir ermuntern unsere Mitglieder, fünf Aspekte in ihr Leben einzubauen“, erzählt Herbert Reber. Diese Aspekte seien keine starren Regelsätze, zu deren Einhaltung und Umsetzung die Konventsmitglieder gezwungen wären, sondern stellten lediglich selbstgewählte Orientierungen für das eigene Leben dar, die man nicht kritisch, sondern konstruktiv verstehen sollte. „Erstens sollten die Konventmitglieder an unserer wöchentlichen Vesper - jeden Freitag um 17.30 Uhr - teilnehmen, wenn sie es zeitlich hinkriegen“, erzählt Reber. „Zweitens sollten sie zu unseren konventischen Kreisen kommen, die viermal im Jahr jeweils dreitägig für alle Mitglieder stattfinden – natürlich nur, wenn sie es einrichten können!“ Drittens sollten Konventsmitglieder nach Möglichkeit probieren, „ihr privates Leben zuhause geistlich-spirituell zu gestalten“, so Reber. Dies beinhalte die „Lesung der heiligen Schrift, Medidation und Gebet“. Viertens „wäre es toll, wenn sie Zeit und Lust hätten, Engagement in der Kirchengemeinde, in der sie wohnen, zu zeigen“, sagt Reber, der zum Beispiel ehrenamtliche Führungen im Heilsbronner Münster anbietet. Ebenso schön wäre es, wenn die Konventsmitglieder „Einsatz für ein Projekt in einem der ärmeren Länder der Welt zeigen könnten, zum Beispiel durch Unterstützung von im Kongo lebenden Pfarrfamilien“, schlägt Reber vor.

Dem Reichtum des Herzens mehr Bedeutung beimessen

Und, letzter Punkt, aber deshalb nicht weniger wichtig: „Es wäre klasse“, so der pensionierte Dekan,“ wenn die Menschen es schaffen würden, einen Lebensstil zu leben, der sich nicht an der oberen Anschlagskante der Möglichkeiten orientiert“; die Aufmerksamkeit also nicht in erster Linie auf materiellen Reichtum zu richten, sondern dem Reichtum des Herzens und der Seele mehr Wert und Bedeutung beizumessen.

Momentan hat der „Evangelische Konvent Kloster Heilsbronn“ 25 Mitglieder, die übrigens nicht allesamt evangelisch, sondern auch katholisch sind. Zu seinen offenen Veranstaltungen kommen zwischen 15 und 50 Besucher. Und es werden hoffentlich noch mehr, denn der Konvent gibt dem Menschen nach Einschätzung von Reber vor allem das: „Eine starke Einbettung in Kirche über konfessionelle Grenzen hinaus - einen warmen Raum, in dem man etwas Wichtiges finden kann: ein Gefühl von Heimat.“

Informationen zum Konvent und zu Gästetagungen finden Sie auf der Homepage www.konvent-heilsbronn.de.