Ein Engel an der leeren Wiege

Alle freuen sich auf das Neugeborene, doch dann bleibt die Wiege leer. Monatelang wächst ein Kind heran, dann bleiben die Herztöne aus. All die Hoffnungen und Träume laufen ins Leere.

Engel mit KreuzOb in der 21. oder in der 30. Schwangerschafts- woche - wenn Kinder sterben, bevor sie geboren werden, bleibt eine schmerzhafte Lücke: Die erhoffte gemeinsame Zukunft bricht ab, bevor sie noch beginnen kann, die Tochter, der Sohn, vielleicht schon beim Namen genannt, bleibt unbekannt. So schwer es ist, Abschied zu nehmen, so wichtig ist es doch, gleich bei der Geburt Schritte zu gehen, die die Trauer erleichtern. Heute sind Kliniken meist darauf eingestellt: Sie ermöglichen es, die Frühgeborenen zu sehen und zu berühren, fotografieren die Kinder, bewahren eine Locke auf oder nehmen ihm einen Hand- oder Fußabdruck ab. Dies sind wichtige Zeichen dort, wo es fast keine Erinnerung gibt. Es ist gut, das tote Kind beim Namen zu nennen, ist es doch eine kleine Person mit großer Bedeutung für seine Eltern.

Während Säuglinge, die vom Tod bedroht sind, eine Nottaufe erhalten, tauft die evangelische Kirche weder Kinder im Mutterleib noch fehl- und tot geborenen Kinder. Taufe hat keinen magischen Charakter. Gott, der nicht will dass eines dieser Kleinen verloren geht, ist in seinem Erbarmen gerade auch den ungetauften Kindern, die nicht lebensfähig waren, nah. Klinikseelsorge oder Kirchengemeinde bieten Abschiedsrituale an. Bei Gebet, biblischen Zuspruch und Segnung erfahren Eltern und Angehörige: Das Kind bleibt in Gottes Hand.

LaubDie Trauer um frühverstorbene Föten ist die Trauer um ein verlorenes Kind. Sie dauert lange. Oft stößt das in der Gesellschaft und im sozialen Umfeld der Eltern auf wenig Verständnis. Raum für Trauer bieten das Fötengrab und Gedenkgottesdienste für früh verstorbene Kinder, die von Klinkseelsorgern oder Pfarrerinnen in regelmäßigen Abständen angeboten werden. Hier kann man im Kreis der Betroffenen die eigene Geschichte erzählen, seine Traurigkeit ausdrücken, der Namen des Verstorbenen nennen und für es beten.

Für Seelsorgerinnen und Seelsorger, Pflegekräfte und Interessierte hat die evangelisch-lutherische Landeskirche eine Handreichung mit theologischen und rechtlichen Informationen, sowie Anregungen für seelsorgerliche Begleitung und Rituale heraus gegeben. Sie finden sie hier digital oder sie können Sie hier (poep@elkb.de) bestellen.

Kontakt zu Familien mit einem ähnlichen Schicksal erhalten sie bei

Initiative REGENBOGEN „Glücklose Schwangerschaft“ e.V.

In der Schweiz 9, 72636 Frickenhausen;
Tel: 05565 - 1364
http://www.initiative-regenbogen.de/

Oder im Interner
http://www.sternenkinder-eltern.de/

http://www.schmetterlingskinder.de/