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Beichte

Gefaltete Hände über einem biblischen Buch (c): Eine Sonderform des evangelischen Gottesdienstes ist der Beichtgottesdienst. Er findet an besonderen Feiertagen (Buß- und Bettag) und Kirchenjahreszeiten (Passionszeit), in manchen Gemeinden aber auch öfter statt. In der Beichte wenden sich Christen mit dem, was sie belastet, an Gott; sie erkennen, dass sie im Widerspruch zu Gott und in der Trennung von ihm leben. Sie bekennen, dass sie an Gottes schuldig geworden sind und bitten um Vergebung ihrer Sünden. Sie empfangen Gottes Freispruch und erfahren darin Entlastung für ihr Gewissen.

Innerhalb des lutherischen Hauptgottesdienstes wird die Beichte meist im Zusammenhang des Abendmahls, im Eröffnungsteil oder nach der Predigt verortet. Lieder, Schriftlesungen und Predigt schaffen Raum für die persönliche Besinnung. Nach einer Gewissensprüfung, meist anhand eines Beichtspiegels (geht meist den zehn Geboten entlang und formuliert Fragen, zum Beispiel: Welcher Mensch oder welche Sache ist dir wichtiger als Gott? Wer oder was beeinflusst dich am stärksten? Nimmst du dir bei deinen Planungen und Entscheidungen genügend Zeit zum Hören auf Gottes Wort? Fliehst du in Arbeit und Vergnügen? Mit welchen Menschen lebst du in Spannung? etc.), betet die Gemeinde ein Beichtgebet: 

Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich armer elender, sündiger Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missetat, die ich begangen habe mit Gedanken, Worten und Werken, womit ich dich jemals erzürnt und deine Strafe zeitlich und ewiglich verdient habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr und ich bitte dich um deiner grundlosen Barmherzigkeit und des unschuldigen, bitteren Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, du wollest mir armen sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein, mir alle meine Sünden vergeben und zu meiner Besserung deines Geistes Kraft verleihen. Amen.

oder

Vater im Himmel, was kann ich dir sagen, was du nicht schon weißt? Ich habe anderen das Leben schwer gemacht, und es waren doch oft nur Kleinigkeiten, um die es da ging: Ich wollte recht behalten, aber ich vergaß die Liebe, die du geboten hast. Ich bin unfair gewesen, ich bin böse geworden, wo ich hätte Geduld aufbringen müssen. Ich war so mit mir selbst beschäftigt, dass ich kein Ohr und kein Herz hatte für die, die Verständnis und Hilfe von mir erwarteten. Ich habe geschwiegen, wo ich hätte reden sollen, ich habe den Dingen ihren Lauf gelassen, weil meine Angst größer war als mein Vertrauen zu dir. Deinen Geboten habe ich wenig Gewicht gegeben und deine Güte missachtet. Ich habe dich vergessen, Gott, bei vielem, was ich tat und dachte. Ich lasse mich gefangen nehmen von meinen Wünschen und Ängsten und sehne mich doch danach, frei und geborgen zu sein bei dir. Herr, ich bin erschrocken, wie schwierig es ist, im Alltag aus dem Glauben an dich zu leben. Ich bekenne dir mein Unvermögen und meine Schuld: Herr, erbarme dich.

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Auf die Beichtfragen hin bekennen alle in der Gemeinschaft der Gemeinde ihre Sünden und bekommen Gottes Vergebung zugesprochen:

PfarrerIn: Vor dem heiligen Gott frage ich euch: Bekennst du, dass du gesündigt hast und bereust du deine Sünden, so antworte: Ja.

Beichtende: Ja.

PfarrerIn: Bittest du um die Vergebung deiner Sünden im Namen Jesu Christi, so antworte: Ja.

Beichtende: Ja.

PfarrerIn: Glaubst du auch, dass die Vergebung, die dir zugesprochen wird, Gottes Vergebung ist, so antworte: Ja.

Beichtende: Ja.

PfarrerIn: Wie ihr glaubt, so geschehe euch. In der Vollmacht, die der Herr seiner Kirche gegeben hat, spreche ich dich los: Dir sind deine Sünden vergeben. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Beichtende: Amen.

Im Anschluss an diesen Zuspruch kann eine persönliche Segnung der Beichtenden oder das Abendmahl erfolgen.

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Neben der allgemeinen Beichte im Gottesdienst gibt es in der lutherischen Kirche zwei weitere Formen der Beichte. Einschnitte wie Geburtstage oder Todesfälle im Kreis der Familie können Anlass dazu sein, ebenso die Feier eines Konfirmations - oder Hochzeitsjubiläums.

Die innere Beichte
Im eigenen Beten setzen sich Christen mit dem Anspruch Gottes auseinander und nehmen die eigene Schuld wahr. In der Stille, mit sich und Gott allein, nennen sie Gott ihre Verfehlungen. Sie machen sich bewusst, dass "vor den Engeln Gottes Freude sein wird über einen Sünder, der Buße tut" (Lukas 15,10). In der Erinnerung an Gottes Liebe können die Betenden zu der Gewissheit gelangen, dass Gott sie von ihrer Schuld lossagt.

Die Einzelbeichte
Manches lässt sich nicht im stillen Beten bereinigen. Manche Schuld belastet die Seele so, dass erst das Reden darüber weiterhilft. Die Einzelbeichte gibt dafür Raum. Sie ist ein Gesprächsangebot, über erkannte eigene Schuld zu sprechen und Gottes Vergebung im persönlichen Zuspruch zu erfahren. Ein solches Gespräch steht immer unter dem Siegel der Verschwiegenheit. Eine Schrift des lutherischen Thologen Klaus-Peter-Hertsch mit einer Einladung zur Beichte können Sie  hier downloaden.  

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