Die Aussegnung zu Hause, im Krankenhaus, am Ort des Sterbens
Wenn ein Mensch im Sterben liegt, kann sie oder er durch einen bewussten Abschied und einen Segen auf der letzten Wegstrecke gestärkt werden.
Bitten Sie den Pfarrer oder die Pfarrerin, Ihnen in dieser Situation beizustehen. Sie können sich durch ein Ritual helfen lassen, das schon vielen anderen vor Ihnen in dieser Situation geholfen hat. Die Aussegnung steht für Angehörige am Ende der Begleitung im Sterben und zugleich am Beginn der Trauer. Sie markiert damit ein schweres Stück des Weges, den Hinterbliebene gehen müssen.
Dazu kann – zu Hause oder im Abschiedszimmer des Krankenhauses oder Altersheims - ein Kreuz aufgestellt werden. Kerzen werden entzündet. Ein Pfarrer oder eine Pfarrerin, oder andere (Angehörige, Nachbarn, Freunde) beten gemeinsam, hören ein Wort aus der Bibel, haben Gelegenheit zur Stille oder für ein letztes Wort. Weinen, Klagen, Schweigen – für alles, was zum Abschied nehmen gehört, ist Zeit und Raum. Der Verstorbene wird noch einmal gesegnet. Segen wird aber auch den Hinterbliebenen zugesprochen; vor ihnen liegt meist eine schwere Zeit.
Besonders schwer fällt es den Angehörigen, den richtigen Zeitpunkt für den Sterbesegen oder die Aussegnung zu bestimmen. Wir möchten Sie ermutigen, bereits bei dem leisen Verdacht, ein geliebter Mensch könnte sterben, den Kontakt zu der bzw. dem Geistlichen vor Ort aufzunehmen und um den Segen und die seelsorgerliche Begleitung zu bitten. Ist der Tod bereits eingetreten, egal ob im Krankenhaus, zu Hause oder an einem anderen Ort, empfehlen wir die Aussegnung in jedem Fall.
Sterbesegen
Es segne dich Gott, der Vater, der dich nach seinem Ebenbild geschaffen hat.
Es segne dich Gott, der Sohn, der dich durch sein Leiden und Sterben erlöst hat.
Es segne dich Gott, der Heilige Geist, der dich zum Leben gerufen und geheiligt hat.
Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist geleite dich durch das Dunkel des Todes. Er sei dir gnädig im Gericht und gebe dir Frieden und ewiges Leben. Amen.
Persönliches Gespräch zum Abschied
Der Pfarrer oder die Pfarrerin kann Sie ermuntern, dem/der Sterbenden noch einmal die wichtigsten Dinge mit auf den Weg zu geben: wo Sie dankbar sind, und wo Ihr Herz voll ist von schönen Erinnerungen. Wo Sie geliebt und gelernt haben. Was Sie vielleicht zum ersten Mal erleben durften, und was Sie mitnehmen werden, auch wenn sich die Wege jetzt trennen sollten. Und was offen geblieben ist, auch dafür ist jetzt Raum. Im Schutz göttlicher Nähe und einer in Abschieden erfahrenen Pfarrerin, eines erfahrenen Pfarrers, können Sie auch verborgene Winkel ihres Herzen öffnen, gegenseitig Vergebung erbitten und zusprechen. Dies ist auch dann sinnvoll, wenn Sterbende nicht bei Bewusstsein sind oder der Tod bereits festgestellt worden ist.
Aussegnung nach Eintreten des Todes
Ablauf
FriedensgrußVotum
Gebet
[Valetsegen]
Lesung [mit Zuspruch]
[Abschied]
Vaterunser
Segen
Friedengruß
Der Friede Gottes sei mit uns allen. Amen.
Biblisches Votum
Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: Wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei. Römer 14, 8.9
Zur Testauswahl siehe Bibelstellen
Gebet
Herr, unser Gott, dein sind wir im Leben und im Sterben.
Du hast durch Jesus Christus dem Tod die Macht genommen.
Wir bitten dich: Sei in dieser schweren Stunde bei uns mit deinem Trost und deiner Gnade. Amen.
Es kann ein persönliches, frei formuliertes Gebet gesprochen werden, z.B.:
Guter Gott, nun liegt der Mensch leblos vor uns, den wir so lieb haben. Wir hoffen zu dir, dass du ihn bergen wirst. Denn Christus ist von den Toten auferstanden. Wir danken dir für alles Gute, das wir mit ihm/ihr erfahren haben. Wir bitten dich: Hilf uns in unserer Not, dass wir wissen: du meinst es gut mit dem, den du gerufen hast für immer. Denn du bist barmherzig. Du meinst es gut mit uns, auch im Schmerz des Abschieds, denn du willst das Leben. Amen
[Weitere Gebete siehe Evangelisches Gesangbuch für Bayern und Thüringen Nr. 840, S. 1437 ]
Zum Verstorbenen gewandt:
Der allmächtige Gott erbarme sich deiner.
Er sei dir gnädig und nehme dich auf in sein ewiges Reich. Amen.
Oder
Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Amen.
Oder
Es segne dich Gott, der Vater, der dich nach seinem Ebenbild geschaffen hat.
Es segne dich Gott, der Sohn, der dich durch sein Leiden und Sterben erlöst hat.
Es segne dich Gott, der Heilige Geist, der dich geheiligt hat.
Der dreieinige Gott sei dir gnädig und schenke dir das ewige Leben.
Amen
oder einen anderen Segenswunsch.
Lesung
Zur Textauswahl siehe Bibelstellen
Persönliches Wort, Gespräch oder Stille
Der Pfarrer oder die Pfarrerin kann Sie ermuntern, mit dem/der Verstorbenen noch einmal ein persönliches Gespräch zu führen, wie oben in der Situation mit einer bzw. einem Sterbenden beschrieben.
Lied
Wo es die Verhältnisse erlauben, kann ein Lied gesungen werden.
Zur Liedauswahl siehe Lieder
Segen
Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.



