Christusträger Bruderschaft

Christusträger BruderschaftIn den 1960-er Jahren entstand die ordensähnliche evangelische Christusträger Bruderschaft. Anfangs lebten Frauen und Männer in christlichen Kommunen. Dort begegneten sie im Evangelium dem lebendigen Gott in der Gestalt von Jesus Christus. Hauptanliegen dieser Gruppe der ersten Stunde war es, Gott und den Menschen zu dienen. Daher stand neben Nachbarschaftsbesuchen auch die Pflege von Kranken auf der Tagesordnung. Schon bald brachen Frauen auf nach Pakistan, um dort Kranken zu helfen. Wenig später wurde aus dem Leben in der Kommune eine Kommunität. Die Schwestern formierten sich zur Christusträger Schwesternschaft, deren Arbeitsschwerpunkt in der Dritten Welt liegt.

Benannt hat sich die Bruderschaft nach dem heiligen Christophorus, um dessen Leben sich viele Legenden ranken. Sein Name leitet sich von den griechischen Worten Christos und pherein ab und bedeutet „Christusträger“. Er war ein Riese, der auf der Suche nach dem mächtigsten aller Könige war, um diesem zu dienen. Da seine Suche erfolglos blieb, zog er sich auf den Rat eines Einsiedlers an einen Fluss zurück, um dort Menschen ans andere Ufer zu tragen. Der Legende nach erschien eines Tages Jesus als Kind und ließ sich von ihm über den Fluss tragen. Daher rührt sein Name Christophorus.

Die Bruderschaft hat diesen Namen als Bezugspunkt bewusst gewählt, weil sie sich und ihre Aufgaben in Christophorus wieder finden kann. Sie erwartet in ihrem alltäglichen Tun die Begegnung mit Gott. Ziel des Dienstes am Menschen, der Dienst vor Gott ist, ist es, Gott lieben zu lernen. Dabei wird auch die Erfahrung des Getragenseins durch Gott gemacht. „Christus tragen – von Christus getragen“, lautet die Losung der Bruderschaft.

Die Brüder haben sich bewusst für ein Leben gemäß den evangelischen Räten entschieden. Nur so ist es für sie möglich, Gott im Nächsten zu dienen, ohne Verpflichtungen anderen gegenüber eventuell zu vernachlässigen. Der Tagesablauf wird geprägt durch feste Gebetszeiten und die Arbeit; „ora et labora“, wie es in der Regel (Regula Benedicti, RB) des Begründers des westlichen Mönchtums, Benedikt von Nursia, heißt. Derzeit leben 28 Brüder im Sitz der Bruderschaft, dem Kloster Triefenstein, einem ehemaligen Augustiner-Chorherren Kloster in der Nähe von Würzburg. In der Schweiz am Thunersee besitzt die Bruderschaft das Gut Ralligen, das seit 1976 als Gästehaus dient. In Meissen besteht eine Stadtkommunität, In Kabul und Vanga arbeiten die Christusträger in Krankenhäusern, um den Armen und Notleidenden zu helfen. 

Die Bruderschaft bietet Interessierten die Möglichkeit des Mitlebens auf Zeit: Als Gast, als Mitarbeiter, als Bruder auf Zeit oder als Zivildienstleistender ist man willkommen, das Leben in der Gemeinschaft kennen zu lernen. Es ist möglich, mit einer Gruppe nach Triefenstein oder Ralligen zu kommen. Jeweils ein oder zwei Brüder betreuen und begleiten eine Freizeitgruppe. Es gibt kein festes Kursprogramm, Gäste haben aber die Gelegenheit, an der morgendlichen Bibelarbeit teilzunehmen und abends ein Programm für alle Gäste zu besuchen. Das Nachmittagsprogramm mit Wanderungen, Spielen usw. organisieren die Gäste selbst. Auch Einzelgäste sind willkommen; diese können sich nach Belieben einer Gruppe anschließen.

Zum Angebot gehören auch „Stille Tage“, Einkehrtage für Einzelpersonen und Gruppen. Dort bekommt man die Chance, im geschützten Rahmen des Klosterlebens auf die Stille zu hören und Gott zu begegnen. Übers ganze Jahr verteilt finden in den Häusern der Bruderschaft auch einzelne "Hausangebote" statt. Dies sind thematische Einkehrzeiten von unterschiedlicher Dauer, die von Brüdern und Freunden der Gemeinschaft gestaltet werden.

Alles Wissenswerte rund um die Christusträger Bruderschaft finden Sie unter www.christustraeger-bruderschaft.org.