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Fest der Mission
Fest der Mission
- Das Wort zu Christi Himmelfahrt 2011 -
Von Christian Schmidt
Zwischen Ostern und Pfingsten liegt das Fest der Himmelfahrt Christi. Diese Einbettung ist dem Fest nicht gut bekommen. Ostern, neues Leben - Ja! Pfingsten, Geburtstag der Kirche - Ja! Aber Himmelfahrt? Muss das sein? Offenbar nicht lebensnotwendig, auch nicht für die Evangelisten, die diesen Tag etwas stiefmütterlich behandeln. Selbst der Verfasser der Apostelgeschichte, dem das 40-tägige Beisammensein Christi nach seiner Auferweckung mit den Jüngern sehr wichtig ist, erwähnt die Auffahrt nur in einem Nebensatz. Wichtiger ist ihm, dass die Jünger auf den Geist von oben warten, als dass sie dem scheidenden Herrn nach oben hinter herblicken.
Wen der Tag der Himmelfahrt Jesu ratlos macht, der sollte einmal die Abschiedsreden Jesu im Johannesevangelium lesen. Denn konzentrierter und eindrücklicher erfahren wir nirgends in den Evangelien, wovon und wozu Christen leben. Dieses Leben währt, wie mehrfach deutlich betont wird, nur eine kurze Zeit. Aber diese Zeit ist prall gefüllt mit Aufgaben, Geschenken und Erwartungen. Nüchtern wird darauf hingewiesen, dass Illusionen von einem Himmelreich auf Erden keinen Platz haben, sondern es durchaus auch Verfolgung geben kann. Vor allem ist jedoch von Trost und Abschied die Rede. Noch haben die Jünger zwar ihren Herrn. Doch sagt er ihnen: Ich bin nicht mehr in dieser Welt. Dem folgt unmittelbar der zweite Halbsatz: Sie aber sind in der Welt.
Das waren nicht nur die Jünger unmittelbar nach der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu - das sind wir alle bis zur Stunde. Das merken wir sehr deutlich, nicht zuletzt dann, wenn völlig Unerwartetes über unsere Erde oder unser Leben hereinbricht. Und weil die Zeit auf dieser Erde schon so lange dauert, vergessen wir leicht, was Jesus kurz darauf gesagt hat: ,Vater, ich will, dass wo ich bin, auch die bei mir sind, die du mir gegeben hast.'
Vier Phasen folgen aufeinander: Der Sohn lebt in der Ewigkeit beim Vater. Er wird geboren in die Menschenwelt hinein. Er kehrt zum Vater an Himmelfahrt wieder heim. Und er kommt zum großen Endgericht wieder. Wir leben in der dritten Phase. Sie ist eine kurze Zeit - gemessen an der Ewigkeit. Mit der Himmelfahrt beginnt die Herausforderung der Christen, diese Zeit auszufüllen. Seit langem schon ist Himmelfahrt darum das eigentliche Fest der Mission, die weitersagt und bezeugt, dass ein Leben in der Nachfolge dieses wiederkommenden Herrn reich und gesegnet wird.
Damals wie heute lautet die Botschaft am Himmelfahrtstag: Hingehen. Das Gehörte, Erfahrene und Geglaubte von diesem Jesus weitersagen und zuversichtlich auf den Tröster warten. Denn die Sache Jesu geht weiter bis zu seiner Wiederkunft am Ende der Tage. Und darum geht es auch mit uns weiter, oft genug gegen allen Augenschein. Mögen die Augen trügen, der Glaube kann es nicht. Zu solchem zuversichtlichen Glauben ruft Himmelfahrt.
Oberkirchenrat Christian Schmidt ist Regionalbischof des Kirchenkreises Ansbach-Würzburg
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