Allein und gemeinsam leben
Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden. (Römer 12,15)
Allein leben
Miteinander leben
Für Freundschaft und Liebe
Gebete von Eheleuten
Nach einer Trennung
Gemeinschaft in der christlichen Gemeinde
Fremde in unserer Mitte
Gerne allein sein
Mein Gott, ich lebe gerne allein. Ich danke dir für die Freiheit, die ich genieße. Ich danke dir auch für die vielen Menschen, denen ich begegne. Ich brauche sie. Du, mein Gott, kennst auch die Zeiten, in denen mir das Alleinsein zur Last wird. Ich weiß, du bist bei mir. Amen.
Nicht nur um mich selbst kreisen
Mein Gott, oft habe ich keinen Menschen, dem ich mich an vertrauen kann. Es sind so viele um mich her, und doch bin ich allein. Lass mich nicht an dem vorbeigehen, der auf mich wartet. Lass mich andere wichtig nehmen, damit ich nicht nur um mich selbst kreise. Amen.
Nicht mehr allein bleiben
Ich kann es schwer verstehen, wenn andere sich in der Ehe einsam fühlen. Mein Gott, ich suche noch den Menschen, der zu mir passt. Wenn meine Freunde über ihre Ehe klagen und die Kinder als Last empfinden, denke ich: Herr, ich möchte nicht mehr allein sein. Amen.
Verständnis für die, die anders leben
Herr, mein Gott, ich danke dir, dass du für mich da bist. Ich danke dir für alle Freude, die du mir schenkst; für die Sinne, Herz und Verstand, mit denen ich deine gute Schöpfung wahrnehmen kann. Oft fällt es mir schwer, dabei allein zu sein. Lass mich dann nicht neidisch auf das sehen, was andere haben, aber auch die Lebensweise anderer Menschen nicht verurteilen. Gib, dass Vertrauen wächst zwischen Verheirateten und Alleinlebenden. Hilf, dass ich Menschen finde, mit denen ich gemeinsam Leben schützen und fördern kann. Sei du mit mir auf allen meinen Wegen. Amen.
Für alle, mit denen wir zusammenleben
Wir bitten dich für alle Menschen, die mit uns leben unter demselben Himmel, für die Mitbewohner unserer Stadt, unseres Hauses, für unsere Nachbarn und Bekannten, für unsere guten Freunde. Und wir versuchen auch zu bitten, Gott, für alle, denen wir aus dem Weg gehen, die uns fremd sind, die wir nicht lieben können. Amen.
Zuwendung zum Nächsten
Herr, schenke uns gesundes, behütetes Leben; gib gute Zeit und Tage mit klaren Zielen. Wir bitten dich darum für uns und alle, die du uns zu unseren Nächsten gemacht hast. Wir bitten dich um Augen, die hellsichtig sind für Zeichen von
Hilfsbedürftigkeit. Wir bitten dich umhellhörige Ohren, die uns auch die halblauten Bitten anderer vernehmen lassen. Wir bitten dich um Fingerspitzengefühl im Umgang mit schwierigen Menschen; um ein gutes Gedächtnis für die Sorgen, die jemand uns anvertraut hat, und für die Dinge, die wir zu tun versprochen haben. Wir bitten dich um ein Lächeln, das aus dem Herzen kommt, damit andere sich an uns freuen können. Du bist uns zu getan wie ein Freund; lass uns zu Freunden unserer Mitmenschen werden. Lass uns in allem so gesinnt sein, wie Jesus Christus gesinnt war. Amen.
Für Menschen, mit denen wir Schwierigkeiten haben
Herr, da ist der andere, mit dem ich mich nicht verstehe. Er gehört dir, du hast ihn geschaffen, du hast, wenn nicht so gewollt, ihn so gelassen, wie er eben ist. Wenn du ihn trägst, mein Gott, will ich ihn auch tragen und ertragen, wie du mich trägst und erträgst. Amen
Sich selbst bejahen und offen werden für andere
Wir brauchen Glauben, o Gott, wir brauchen Freiheit und Vertrauen, damit wir den Weg zu den anderen finden und uns nicht voreinander verstecken; damit wir uns in die Augen blicken können und nicht übereinander hinwegsehen. Gott, gib uns den Mut, die Zweifel unseres Lebens nicht zu verbergen, nicht zuleugnen und auch nicht wegzureden, sondern uns selber anzunehmen, wie wir sind. Dann können wir auch für die Zweifel, die Fragen und Ängste anderer offen sein. Dann sind wir fähig, ihnen Mut zu machen zu sich selbst - vielleicht sogar zum Glauben. Lass uns das gelingen, Gott, durch deinen guten Geist. Amen.
Dank für die Freunde
Gütiger Gott, ich danke dir, dass ich Freunde habe. Wir können miteinander sprechen und unsere Probleme gemeinsam lösen. Amen.
Herr, ich danke dir, dass wir zu zweit unser Leben führen dürfen. Du gabst mir einen Menschen, der mich liebt, wie ich bin, der mit mir leidet, der mich tröstet und aufrichtet, der sich mit mir freut, der auf mich wartet und der für mich da ist. Herr, ich danke dir für das Gespräch miteinander, für das immer neue Gespräch. Ich danke dir für die immer neue Liebe, für das ständige Tragen, für das gemeinsame Gebet. Herr, ich danke dir, dass du uns ein gemeinsames Ziel gegeben hast: dich selbst. Amen.
Der Wunsch nach Freunden
Gott, es kostet mich Mühe, ehe ich mit anderen spreche und ihnen vertraue. Ich mache mir zu viele Gedanken und Sorgen um mich. Ich wünsche mir Freunde, die mich verstehen und mit denen ich sprechen kann. Amen.
Sehnsucht, geliebt zu werden
Mein Gott, ich wünsche mir so sehr einen Menschen, der mich versteht und dem ich alles sagen kann. Ich wünsche mir einen Menschen, der mich liebt. Lass mich einen finden, der nicht mit der Liebe spielt. Lass mich einen finden, der mein Herz sucht, Lass mich einen finden, der mein Leben für lange Zeit reicher macht, der mich nicht eines Tagesarm und zerstört zurücklässt. Hilf mir, auch seinem Leben mehr Freude und Glanz zu geben. Hilf mir, Liebe zu finden, in der Kraft und Zuverlässigkeit ist wie in der Liebe, mit der du uns liebst. Amen.
Das eigene und das fremde Glück
Gott, es ist schön, verheiratet zu sein. Wir sind glücklich. - Doch es macht uns Kummer, dass so viele dieses Glück suchen und nicht finden, dass Ehen zerbrechen und Kinder leiden müssen. Lass uns nicht Egoisten des Glücks sein, sondern anderen zum Glücklichsein helfen. Amen.
Wenn die Ehe zur Last wird
Gott, ich höre immer wieder, zu zweit lebt es sich besser. Ich spüre aber, dass es oft schwer ist, miteinander auszukommen. Wird mir die Ehe zur Last? Manchmal beneide ich die Ungebundenen. Hilf uns in den alltäglichen Problemen und schenk uns Gemeinsamkeit über das Alltägliche hinaus. Amen.
Vater im Himmel, du hast uns füreinander bestimmt und uns verbunden für ein ganzes Leben. Hilf uns überwinden, was uns trennen will, lass uns erkennen, was uns das Zusammenleben schwer macht und wo wir aneinander schuldig werden. Mach uns bereit, miteinander zureden. Schenke uns Aufrichtigkeit und Vertrauen. Gib uns die Kraft, dass wir einander vergeben, wie du vergibst. Mach uns geduldig, lass unsere Liebe nicht erlöschen. Lass sie reifen und mach sie beständig. Hilf, dass wir wieder zueinander finden und einander treu bleiben. Amen.
Gebet um Erneuerung in der Ehe
Lieber Gott Vater, ich bin meinem Mann fremd geworden. Der Eifer der ersten Liebe ist verloren gegangen in der Alltags-Mühle. Du, der Du alles verwandeln kannst, mach uns zu neuen Menschen. Lehre uns Verzeihung, Zärtlichkeit und Rücksicht. Gib uns unsere junge Freude aneinander wieder. Amen.
Mein Gott, Menschen haben mich im Stich gelassen, wo ich sie brauchte. Hilf mir, dass ich mein Vertrauen wieder finde und nicht vereinsame. Amen.
Er ist weg, endgültig. Nach elf Jahren lebenslänglicher Ehe, nach Orgelmusik am Traualtar, nach Küssen und Kindern, nach Streit und Versöhnung, zehnmal, hundertmal. Endgültig weg. Ich weine nachts, bis ich einschlafe, morgens will ich nicht aufstehen. Wozu denn. Dies Gefühl: Alles ist aus, ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr. Ich schreie, und keiner hört es. Im Wachwerden die Idee: Ich hab es nur geträumt, und dann: Ach Gott, es ist wahr, wie übersteh ich den Tag? Ich quäle mich durch elf Jahre. Hatte ich nicht vertraut, gearbeitet, gehofft, geliebt? Hast du, Gott, vergessen, auf uns Acht zu geben, hast du etwa gedacht: Bei denen klappt's schon? Eben nicht. Du solltest weiser sein. Im Herbst die ersten Zweifel: Misstrauen, Ausreden, Lügen, endlose Diskussionen, wir reden verschiedene Sprachen, wir leben in verschiedenen Welten. Die andere, jünger als ich, schwarzhaarig, taufrisch...? Was habe ich falsch gemacht, was? Was! Wo warst du, Gott, um Frieden zu stiften? Ich verstehe dich nicht. Eine Ehe kaputt, zwei Kinder mit Augen voller Fragen - weißt du weiter? Fass mich an, wenn du mich lieb hast, wenn wenigstens du mich lieb hast, hilf mir durch diesen Tag, an dir taste ich mich entlang.
Gemeinschaft in der christlichen Gemeinde
"Kein Mensch ist von Natur aus ein überzeugter Christ. Die meisten Menschen leben mehr oder weniger ›ordentlich‹, aber ohne tieferen Kontakt zu Gott. Wer nicht irgendwann Gott in seinem Leben wirklich erfahren hat, für den bleibt der Glaube ein System von Lehrsätzen und Forderungen. Erfahrung aber ist mehr als verstandesmäßige Einsicht und Wissen.
Glaube ist wie die Beziehung zu einem geliebten Menschen. Irgendwann beginnt er - bei jedem Menschen geht das anders. Aber bei allen bewirkt es eine Veränderung ihres Lebens. Irgendwann wagt man den Schritt und geht davon aus, dass Gottes Liebe zu den Menschen eine Wirklichkeit ist. Für viele Menschen ist das zu-nächst ein Schritt ins Dunkle, der durch nichts anderes gerechtfertigt ist als durch die Erfahrung anderer Menschen. Aber nur wenn Sie diesen Schritt einmal gehen, können Sie erfahren, ob der Glaube trägt oder nicht. Wer einmal mit dem Glauben beginnt, macht die Erfahrung, dass er alleine nicht weiterkommt. Das liegt in der Natur der Sache. Es zeigt sich häufig, dass wir zu müde oder auch zu träge sind, um uns mit der Frage des Glaubens zu beschäftigen. In einer Gemeinschaft, im Gespräch mit anderen, fällt uns das leichter. Suchen Sie deshalb den Anschluss an eine Gemeinde. Sie werden dort Menschen finden, die den gleichen Weg gehen wollen wie Sie. Sicher finden Sie auch jemanden, dem Sie besonders vertrauen und mit dem Sie über Ihre Fragen sprechen können."
Für das kirchliche Leben am Ort
Herr Jesus Christus, ich bete für die, welche mit mir an dich glauben hier an diesem Ort: Dass ein jeder dir diene, wo er auch steht - zu Hause, in der Arbeit oder in seinem Verein; auch wo es ganz verborgen geschieht; dass wir uns zusammenfinden als deine Gemeinde und beachten, dass du da bist in deinem Wort und unter den Zeichen von Brot und Wein; dass wir in deinem Namen einander vertrauen und helfen; dass die Kirche in unserem Ort für dich und das Wohl aller Mitmenschen da sei und arbeite. Amen.
In Frieden mit allen leben
Viele Menschen leben um uns herum. Gott, hilf uns, dass wir uns nicht vor ihnen verschließen, sondern ihnen Vertrauen entgegenbringen. Wir möchten in Frieden miteinander leben; dein Frieden soll unter uns wohnen. Darum bitten wir dich. Amen.
Mit Fremden zusammenleben
Herr, du Schöpfer und Vater aller Menschen, in unserer Umgebung leben Menschen, die uns fremd sind. Viele sind von weither gekommen, von anderen Erdteilen. Sie haben einen anderen Glauben als wir und andere Lebensgewohnheiten. Sie arbeiten bei uns und teilen unsere Erfolge und Misserfolge. Manchmal machen wir es einander schwer. Du aber willst, dass wir sie annehmen. Gib uns dazu die Bereitschaft und das Verständnis für ihr Anderssein. Sie sollen durch uns erfahren, dass es auch in der Fremde für sie ein Stück Heimat gibt. Segne sie und uns. Amen.
Jesus Christus - Bruder aller Menschen
O Herr Jesus Christus, der du von einer hebräischen Mutter geboren wurdest, aber voll Freude warst über den Glauben einer syrischen Frau und eines römischen Soldaten, der du die Griechen, die dich suchten, freundlich aufnahmst und es zuließest, dass ein Afrikaner dein Kreuz trug: Hilf uns, mit Menschen aller Rassen gemeinsam deinem Reich entgegenzugehen. Amen. Gebet aus Südafrika



