Brauch in Rothenburg: ein Bäumchen für die Liebe
Schon zum dritten Mal schenkt die Stadt allen Paaren, die im vergangenen Jahr in Rothenburg geheiratet haben, einen Obstbaum. Auf der Wiese am Amerikaner-Wäldchen nahe der Altstadt pflanzen 73 junge Ehepaare ihre Bäumchen ein.
Im Winter 2008 verbrachten Julia Berlit-Jackstien und Moritz Wilken Jackstien einen Urlaub in Rothenburg und haben sich "in diese Stadt, ihre Gastlichkeit und ihre historische Atmosphäre regelrecht verliebt". Am 16. April 2010 gab sich das Paar das Ja-Wort, erst standesamtlich, und danach traute sie der evangelische Pfarrer Oliver Gußmann in der Franziskanerkirche.
"Jeder, der ein Bäumchen pflanzt, möchte sich verwurzeln"
Die Entscheidung in Rothenburg zu heiraten, hat die 29-jährige Julia Berlit-Jackstien nicht bereut: "Wir haben in einer der schönsten und romantischsten Städte Deutschland geheiratet, weit weg vom möglichen Alltagsstress zu Hause." So oft wie möglich, "am liebsten an jedem Hochzeitstag", will das Paar seinen Kirschbaum besuchen.
Pfarrer Oliver Gußmann findet die Aktion eine großartige Sache: "Jemand der ein Obstbäumchen pflanzt, möchte sich verwurzeln. Die Paare denken an die Zukunft. Sie dürfen den Ertrag ihres Bäumchens ernten." Die Ehepaare hatten die Qual der Wahl zwischen einem Apfel-, Kirsch- oder Zwetschgenbäumchen. War im vergangenen Jahr noch die Kirsche der beliebteste Baum, so hat es in diesem Jahr der Apfelbaum auf den ersten Platz geschafft. Damit die frisch eingepflanzten Bäume auch während der Abwesenheit der Ehepaare weiter wachsen, kümmert sich die Stadtgärtnerei um deren Pflege.
Quelle: epd


