Warum Religionsunterricht?
Für den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen gibt es sowohl theologische als auch pädagogische Begründungen. Die kulturgeschichtliche Argumentation geht davon aus, dass die biblischen Überlieferungen und ihre Wirkungsgeschichte eine fundamentale Bedeutung für den abendländischen Kulturraum haben. Die Schule und speziell der Religionsunterricht gelten als Ort dieser Überlieferung. Dieses Grundwissen über die Bibel trägt wesentlich dazu bei, unsere Welt, wie sie jetzt ist, zu verstehen.
Gesellschaftliche Begründungen sehen den Religionsunterricht als das Fach, in dem Schüler Orientierung und Hilfe in der gegenwärtigen Welt vermittelt bekommen. Die christlichen Inhalte, die ihnen im alltäglichen Leben begegnen wie z.B. die kirchlichen Feiertage oder christliche Symbolik in Kunst und Literatur werden hier erklärt.
Der bildungsorientierte Ansatz besagt, dass alle Schüler einen verpflichtenden Anspruch darauf haben, durch den schulischen Religionsunterricht zu einer kritischen Beschäftigung mit dem Christentum angeleitet zu werden. Nur ein kompetenter Umgang mit der Bibel könne dazu führen, dass die Schülerinnen und Schüler in Sachen Glaube und Religion kritik- und urteilsfähig werden.
Die anthropologische Argumentation ergibt sich aus dem pädagogischen Auftrag der Schule, wonach den Schülern für ihre Selbstfindung auch Fragen nach sich selbst, nach dem Sinn ihres Daseins, nach Grenzsituaionen in ihrem Leben gestellt werden müssen. Im Religionsunterricht beschäftigen sie sich mit bewährten Sinnantworten, biblischen Erfahrungen, Religionen und Weltanschauungen, um letztlich Antworten für ihr eigenes Leben zu finden.
>> Zurück zu Religionsunterricht an bayerischen Schulen



