Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Winnipeg - Zur Heilung der Welt
Ein weites Thema. Ein zu großes Vorhaben?
Das ist sicher richtig. Wir machen die Welt nicht heil. Dennoch ist es der Auftrag von Christinnen und Christen, ihre Kräfte, ihre Phantasie und ihren Mut dafür einzusetzen, dass diese Welt eine bessere werde.
Die heilende Kraft des verkündeten Wortes, die Rechtfertigung des Sünders durch das Evangelium, ist das Markenzeichen des Luthertums. Das gilt natürlich auch für die Feier der Sakramente und der Sündenvergebungen. Die wesentlichen Lebensvollzüge unserer Kirche von den Gottesdiensten bis hin zu sozialdiakonischen Aufgaben sind auf Heilung ausgerichtet.
Insbesondere für den Lutherischen Weltbund, der sich ‚Zur Heilung der Welt' als Thema für seine Vollversammlung in Winnipeg gewählt hat, hat Heilung eine wichtige Bedeutung. Schon ganz am Anfang seiner Geschichte, kurz nach dem zweiten Weltkrieg, war dies ein wichtiges Anliegen des Lutherischen Weltbundes, das auch die deutschen Kirchen existenziell betraf. Galt es doch die ehemals verfeindeten Brüder und Schwestern in Jesu Namen wieder miteinander zu versöhnen. Unter dem Eindruck der ersten Konferenzen erhielt der Lutherische Weltbund sein starkes entwicklungspolitisches Profil. Die Abteilung Weltdienst arbeitet seitdem an der Linderung aktueller Not.
Die kommende Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Winnipeg mit dem Kreuz, das sich über die zerbrochene Erde neigt, soll ein bewegendes Zeichen werden, das uns das Potential des christlichen Glaubens in Erinnerung ruft.
Das Referat für Ökumene, Partnerschaften, Mission, Entwicklungsdienst will das Jahr 2003 deswegen nutzen, dieses Thema theologisch ‚aufzubrechen' und versuchen es in seinen verschiedenen Dimensionen zugänglich zu machen. Das ist uns wichtig für eine gelingende Vollversammlung in Winnipeg, aber auch für unsere lokale Kirche in Bayern. Es ist nicht nur Thema für die Welt, sondern eine Aufgabe, die hier vor unserer Türe beginnt und handgreiflich ist. So haben wir zwei Schwerpunkte ausgewählt, die mit ‚Heilung' auf den ersten Blick nur wenig, auf den zweiten umso mehr zu tun haben. Der erste große Schwerpunkt wird die Frage der Ökonomischen Globalisierung, ihrer Auswirkungen und gelingenden Gestaltung sein. Der zweite Schwerpunkt soll der Versuch sein, die Methode der Mediation (d.h. konstruktive und faire Streitschlichtung) in unserer Kirche einzuführen und als gutes Handwerkzeug zu empfehlen, damit Kirche auch in Konflikten ihres Auftrages gerecht bleibt.


