TORA-LESEKREIS für Bibelamateure
Ein Beitrag zum christlich-jüdischen Gespräch in Freising
Idee

Sich zu treffen und gemeinsam die Bibel zu lesen beruht auf einer Tradition, die gerade in der heutigen Zeit, dem Boom schnellebiger Ratgeberliteratur eine Herausforderung und Chance darstellt: ein Hören und Sich auseinandersetzen, ein Dialog mit Gott und mit Menschen und ihren Erfahrungen. Christentum und Judentum teilen eine große gemeinsame Grundlage. Das ist vor allem die Tora, die heilige Schrift von Jüdinnen und Juden, zugleich die ersten fünf Bücher Mose des Alten Testaments, des ersten Teils der christlichen Bibel. Was geschieht wenn Christinnen und Christen, Jüdinnen und Juden, konfessionslose Personen gemeinsam diese biblischen Bücher lesen – in verschiedenen deutschen Übersetzungen und im Rückgriff auf den hebräischen Urtext?
Ziel ist es, die Bibel als gemeinsamen, inspirierten und inspirierenden Text zu verstehen und auf dieser gemeinsamen textlichen Grundlage Verschiedenheit als bereichernde Vielfalt wahrnehmen zu können.
Durchführung

Einmal im Monat treffen sich ca 10-14 Teilnehmer/innen im Evangelischen Gemeindehaus der Christi-Himmelfahrt-Kirche und lesen aus der Tora. Dazu werden verschiedene Übersetzungen mitgebracht und herangezogen und mit dem hebräischen Urtext, den eine der Leiterinnen gut beherrscht, und der jüdischen Auslegetradition ins Gespräch gebracht. Es geht nicht darum, möglichst schnell zu lesen, sondern auch vermeintliche Widersprüche wahrzunehmen und mit ihnen umzugehen.
Parallelen werden gezogen zu konkreten Situationen in der heutigen Lebenswelt, die Aktualität der Tora entdeckt (z. B. "sich bewähren und schuldig werden im Leben", Familienkonflikte, Überlebensstrategien, Lebensziel-Vorstellungen).
Die Zusammenkünfte finden jeweils am Samstagnachmittag zwischen 15.30-18.30 statt Sie werden, damit es nicht allzu trocken und kopflastig verläuft, mit einem gemeinsamen Imbiss verbunden ("mitlesen und mitschmausen").
Erfahrungen
Von den Teilnehmer/innen wurde es als Bereicherung empfunden, die Bibel in ihrer Vielfalt und Tiefe erfahren zu können. Das langsame Voranschreiten im Text ist als Luxus und Einüben von Gelassenheit und Langsamkeit empfunden worden. Das interreligiöse Gespräch dient ebenso dazu, das verbreitete Vorurteil aufzubrechen, dass das Judentum "alt/überlebt" und das Christentum "neu/ weiterführend" sei.
Die beiden Initatiorinnen, die Juristin Margarete Schwarz und die katholische Theologin Eva Wawrzyniak, bieten dies ökumenisch und ehrenamtlich an.
Kontakt
J. Margarete Schwarz
Lintnerstrasse 8
85354 Freising
Tel: 08161/12436
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