Das Thema der EÖV3
„Das Licht Christi scheint auf alle. Hoffnung für Erneuerung und Einheit in Europa“ – dieses Motto wurde vom Gemeinsamen CCEE/KEK-Ausschuss als Thema für die Versammlung gewählt. Das Thema verweist auf Christus als Mitte und Ausrichtung und das Symbol des Lichtes, das in der östlichen wie in der westlichen christlichen Tradition von besonderer Bedeutung ist. Biblisch verankert ist dies im Johannesevangelium, Kapitel 8, Vers 2: „Da redete Jesus abermals zu Ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Das Unterthema war darauf ausgerichtet, die Rolle, die das Christentum im heutigen Europa spielen kann, hervorzuheben. Glaubensinhalt und Glaubenspraxis sollen zusammengeführt und verknüpft werden.
Diese Versammlung selbst sollte ein weiterer Schritt auf dem Weg der Versöhnung sein, um
• die unter Christinnen und Christen in Europa in der Nachfolge Jesu Christi den Glauben und die bereits bestehende Gemeinschaft gemeinsam zu feiern und zu bezeugen;
• die Kenntnis und Wertschätzung unserer verschiedenen religiösen Traditionen zu vertiefen und
• das europäische ökumenische Netzwerk zu stärken und auszuweiten.
Inhaltlich knüpfte die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung an die Themen der von CCEE und KEK verabschiedeten Charta Oecumenica an, wobei die Entwicklungen der „europäischen Kultur“ besondere Aufmerksamkeit erfahren sollen. Die Versammlung befasste sich mit den großen Herausforderungen der europäischen Kultur, die heute geprägt sind von Säkularisierung und Verlangen nach Spiritualität, von religiösem Pluralismus, von dem Prozess der europäischen Vereinigung und den Verantwortlichkeiten unseres Kontinents im Gesamtkontext der Welt. Die Delegierten suchten nach Antworten, die das europäische Christentum auf diese Herausforderungen geben kann, und erörterten den Beitrag des Glaubens und der Gläubigen für eine Erneuerung der Grundausrichtungen der „europäischen Kultur“.
Insgesamt neun Themenbereiche (Einheit, Spiritualität, Zeugnis, Europa, Religionen, Migration, Schöpfung, Gerechtigkeit und Frieden) standen auf der regulären Tagesordnung der EÖV3, zusätzlich wurde spontan ein "Alternatives Forum" ins Leben gerufen. Neben Vorträgen und Plenardebatten befassten sich die Delegierten jeden Tag in kleineren Diskussionseinheiten mit den einzelnen Themen. Am Donnerstag, dem 6. September, wurden unter anderem José Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission, und der rumänische Ministerpräsident Calin Popescu Tariceanu als Gäste begrüßt. Der Bischof von London, Richard Chartres, und der Erzbischof von Tirana und ganz Albanien, Anastasios, sprachen zum Thema Europa, Religionen und Migration. Die Plenarsitzung am Freitag, dem 7. September, wurde unter anderem von der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann, die Mitglied im Rat der EKD ist, geleitet. Am Samstag, 8. September, wurde eine Abschlusserklärung verabschiedet.



