Kirchen im Gespräch: Römisch-katholische Kirche
Das Verhältnis zur Römisch-Katholischen Kirche
Von den über 12 Millionen Menschen, die in Bayern leben, sind ca. 7 Millionen Römisch-Katholische und ca. 2, 75 Mio. Evangelisch-Lutherische Christinnen und Christen. Die Beziehungen der Kirchen sind heute vielfältig und gut. Das liegt nicht nur an der gemeinsamen geschichtlichen Wurzel. Erst die Auseinandersetzungen der Reformationszeit ließen aus der einen katholischen Kirche die römisch-katholische und die evangelisch-lutherische werden. Diese Trennung führte zu einer Eiszeit, die mehrere Jahrhunderte dauerte und kaum Beziehung zu einander ermöglichte.
Papstbesuch in Deutschland 1996: Der leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (velkd), Landesbischof Horst Hirschler aus Hannover hört die Predigt des Papstes im Paderborner Dom.
Erst die tiefgreifende Erneuerung der Kirchen in der Nachkriegszeit machte eine Änderung möglich.
Die lutherischen Kirchen wurden Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen und suchten die gegenseitige Verständigung. In der römisch-katholischen Kirche sorgte das Zweite Vatikanische Konzil Anfang der 60er Jahre für eine Öffnung über die Grenzen der eigenen Kirche hinweg. Seitdem intensivierte sich die Begegnung. Es sind erhebliche Fortschritte sowohl in den theologischen Gesprächen als auch in der praktischen Zusammenarbeit zwischen den beiden Kirchen gelungen.
Viele Ergebnisse von Dialogen und theologischer Annäherung sind in gemeinsamen Texten festgeschrieben. Geradezu spektakulär war die Unterzeichnung der "Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre" im Oktober 1999 in Augsburg. Damit ist ein wesentlicher Streitpunkt der Reformation zwischen beiden Kirchen beigelegt. Die meisten Menschen in Bayern erleben sich heute zuerst als Christinnen und Christen, und erst in zweiter Linie als Mitglieder einer bestimmten Kirche. Das Gemeinsame überwiegt und die Unterschiede werden oftmals nicht als trennend, sondern als Ausdruck eines eigenen Profils verstanden, das man im Geist "versöhnter Verschiedenheit" gut akzeptieren kann. Trotzdem sind noch einige Stolpersteine aus dem Weg zu räumen.
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