Begegnung mit dem Islam: Religion der Friedenssuche

Der Glaube und die Hingabe an Gott stehen im Mittelpunkt des Islam. "Muslim" ist, wer sich dem Willen Gottes hingibt. Häufig wird aber auch "Friede" als eine weitere Grundbedeutung der Religion genannt und darauf verwiesen, dass die gleichen Konsonanten "SLM" auch im hebräischen "Schalom" vorkommen. Dahinter steht die Überzeugung: Wer sich an Gott und Gottes Willen hingibt, so wie er Wort für Wort im Koran als der "Rechtleitung" für die Menschen durch den Propheten Mohammed offenbart ist, der lebt im Frieden mit Gott und damit auch mit den Menschen und mit seiner Umwelt.

Religiöse Praxis

Unter all den religiösen Verpflichtungen eines Muslim zählen die sogenannten "fünf Säulen" oder "Grundpfeiler" zu dessen Hauptgeboten:
Ein Muslim bekennt sich zum einzig wahren Gott: "Ich bezeuge, dass es außer Allah keinen Gott gibt, und ich bezeuge, dass Mohammed sein Diener und Gesandter ist."

Gebet in der Moschee. Foto : epdDie zweite Säule ist das tägliche fünfmalige Pflichtgebet: Wenn möglich, ist es zu verrichten morgens, mittags, nachmittags, abends und nachts. Um für kultische Handlungen rein zu sein, unterzieht man sich vor den Gebeten genau vorgeschriebenen Waschungen. Ritueller Ort für die Gebetsverrichtungen ist im Normalfall ein Gebetsteppich, aber auch ein Kleidungsstück oder eine Zeitung können dazu dienen.

Im heiligen Monat Ramadan wird den Muslimen viel abverlangt, denn Fasten in dieser Zeit bedeutet: Enthaltung von Essen, Trinken, Tabakgenuss, sexuellen Handlungen und böser Zunge - all das ist unbedingt einzuhalten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.
 
Besonders beim "lftar", dem gemeinschaftlichen Abendessen noch Sonnenuntergang, kommt man sich untereinander näher: Es werden Bekannte eingeladen und Verfeindete sind jetzt eher bereit, sich wieder zu versöhnen.
"Fürchtet Gott, seid gehorsam und gebt etwas Gutes als Spende, zu eurem eigenen Vorteil! ..." Mit diesen Worten ruft der Koran den Muslim zur Spende auf. Unterschieden wird dabei zwischen einer verpflichtenden Armensteuer bzw. der Sozialabgabe (sakat) und einer freiwilligen Abgabe (sadoka).

Das "Haus des Herrn", die Kaaba in Mekka,Foto : ohIm letzten Monat des islamischen Mondjahres findet die jährliche Wallfahrt nach Mekka statt. Alle Muslime sollten einmal in ihrem Leben daran teilnehmen, falls sie es sich leisten können. Mekka, hier wurde Mohammed geboren, beherbergt das "Haus des Herrn", die Kaaba.