Partnerschaft mit Papua-Neuguinea
Die „Evangelical Lutheran Church of Papua New Guinea“ (ELC-PNG) ist eine der Partnerkirchen der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern.
Die Geschichte der Partnerschaft reicht zurück bis ins 19. Jahrhundert: Nachdem der nordöstliche Teil der Insel Neuguinea 1885 deutsche Kolonie geworden war, kam ein Jahr später der deutsche Missionar Johann Flierl und gründete eine Missionsstation. Der christliche Glaube breitete sich unter der Bevölkerung rasch aus: Als Flierl 1930 aus Papua-Neuguinea zurückkehrte, gab es 18 Missionsstationen und 25.000 getaufte Christen. Die weitere Expansion des Christentums führte 1956 zur Gründung der „Evangelical Church of New Guinea“. 1976 entstand aus ihr die ELC-PNG, die Mitglied des Lutherischen Weltbundes ist.
1998 wurde eine Partnerschaftsstruktur mit dem „Partners Forum“ als zentralem Kooperationsgremium gegründet, dem die sechs „Lutheran Overseas Partner Churches (LOPC)“ zugeordnet sind.
Heute gehört die Mehrheit der Bevölkerung christlichen Konfessionen an. Die Angaben darüber schwanken zwischen 66% und über 90%. In etwa 6.000 Gemeinden leben rund 1 Million Mitglieder der ELC-PNG verteilt auf 7 Kirchenkreise.
Neben der christlichen Religion gibt es Cargo-Culte, traditionelle Relgionenen (Animismus) und die Religionen muslimischer, hinduistischer und buddhistischer Einwanderer.
Ein Fortbildungsreferat, eine Erziehungsabteilung, Gesundheitsdienste und eine Finanzabteilung gehören zu den Aufgabenbereichen der Kirche. Außerdem ist sie zuständig für die Entwicklungshilfe und für die theologische Ausbildung in drei Pastorenseminaren und einem College.
Internationale Beziehungen der ELC-PNG bestehen unter anderem mit der „Lutheran Church of Australia“ und dem Nordelbischen Missionszentrum.
Seit Beginn der Missionsarbeit 1886 wurden 369 Missionare/innen aus Neuendettelsau nach PNG ausgesandt. Das Centrum Mission EineWelt wirkt als stärkste der Partnerkirchen in allen Abteilungen der Kirche mit. Die ökumenischen Mitarbeitenden des Centrums Mission EineWelt dienen der Kompetenzförderung in Zeugnis und Dienst. Die Unterstützung von Projekten der ELC-PNG durch die Partner des LOPC dient der Durchführung spezifischer Programme, die die Kirche nicht selbst leisten kann. Basis und Ziel der Gemeinschaft ist die Stärkung geistlichen Lebens und einer Entwicklung personeller und materieller Kapazitäten auf allen erforderlichen Ebenen zur Problembewältigung und Zukunftsfähigkeit.
Das Centrum Mission EineWelt, dessen Dachverband die evangelisch-lutherische Kirche in Bayern ist, unterstützt die ELC-PNG aus folgenden Gründen:
- Zur gegenseitigen Übernahme von Verantwortung für- und miteinander in Gemeindeaufbau, Ausbildung, sozial-diakonischen Aufgaben und Mission;
- Da eine geschichtlich langfristige Verpflichtungsgemeinschaft qualifizierend prägt;
- Um die ELC-PNG in ihrer theologisch-geistlichen Ausrichtung, ihrer inneren Konsolidierung und ihrem Mandat als größte lutherische Kirche im pazifischen Raum zu fördern;
- Um einzutreten für eine evangelisch begründete Versöhnung inmitten aller Verschiedenheit, die derzeit bedroht ist;
- Zur Ermutigung zu einer qualifizierten Öffentlichkeitsarbeit; Da die Förderung entwicklungsrelevanter Kompetenz zur Bewältigung sozialer, religiöser und geistlicher Konflikte verbunden mit der Stärkung einer lutherischen Identität ist;
- Um Solidarität mit Menschen einer marginalisierten Region zu zeigen;
- Um für die Prinzipien des konziliaren Prozesses einzutreten;
- Um Grunderfahrungen aus der Weltanschauung und Lebensbewältigung unter den Bedingungen einer Primärkultur in unserer Landeskirche fruchtbar zu machen;
- Da Teilen und gegenseitiges Lernen auf verschiedenen Ebenen als Modus gegenwärtiger Zusammenarbeit zu sehen ist;
- Um die missionarische Kompetenz gegenseitig zu fördern.
Mehr über die Zusammenarbeit der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Papua-Neuguinea finden Sie auf den Seiten von Centrum Mission EineWelt.


