Begegnung mit dem Islam: Feste und Feiertage

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Das "Große Fest" oder "Opferfest"

Zwei Monate und 10 Tage nach dem Ramadanende findet das höchste Fest des Islam statt, das Opferfest (türk.: kurban bayrami). Zu jenem Zeitpunkt hat die große Pilgerfahrt nach Mekka, die in der Regel zwei bis vier Wochen dauert, ihren Höhepunkt erreicht. Pilger und Pilgerinnen, aber auch die Daheimgebliebenen feiern nun zwei bis drei Tage lang das Opferfest. Das geschieht in Erinnerung an den Stammvater Abraham, der - nach islamischer Überlieferung - Gott zu Ehren sein Liebstes, nämlich seinen Sohn Ismail, opfern wollte. Als Anerkennung für die Opferbereitschaft von Vater und Sohn wies ihn Gott an, statt des Sohnes ein Schaf zu schlachten. Dieses Geschehen soll sich in Mekka unweit der Kaaba ereignet haben; daher gehört zu den Riten der Pilgerfahrt auch das Schlachten eines Opfertieres.

Am ersten Feiertag gehen die muslimischen Familien 45 Minuten nach Sonnenaufgang zum Gemeinschaftsgebet in die Moschee. Anschließend gibt es meist eine Zeremonie, die der weihnachtlichen Bescherung ähnelt. Die Kinder küssen Eltern und Verwandten die Hände und empfangen ihre Geschenke. Bis in den späten Abend hinein besuchen sich die Familien gegenseitig. Im Anschluss findet das Opferritual statt, das rituelle Schächten des Schafes als Kulthandlung mit den entsprechenden Formeln. Ein Drittel des Fleisches wird in der Familie verzehrt, die anderen Drittel werden an Bedürftige oder Angehörige verteilt, was den sozialen Charakter des Festes unterstreicht.