Ökumenischer Bibelmarathon in Puchheim im Jahr der Bibel
vom 12. bis 16. März 2003
Idee
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Die grundlegende Absicht war es, „im Jahr der Bibel dieses erstaunliche Buch in den Blick einer breiten Öffentlichkeit zu bringen“ - so hieß es in der Projektinformation zum Bibeljahr 2003. Daraus entwickelte sich die Idee, die gesamte Bibel von einer möglichst großen Anzahl verschiedener Personen und aus unterschiedlichen Konfessionen lesen zu lassen.
Für die Durchführung des Bibelmarathons wurde eine 11-köpfige Arbeitsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern aus den vier beteiligten Gemeinden (drei Konfessionen: röm.-kath., evang.-luth., evang.-freikirchl./Baptisten) gebildet. Der Bibelmarathon stand nicht isoliert, sondern war eine von über 25 Veranstaltungen im Jahr der Bibel.
Ursprünglich gab es daneben noch die Idee, mit dieser Lesung die Bibel ins Guinessbuch der Rekorde zu bringen. Aus organisatorischen Gründen fallengelassen, hat dies der Sache nicht geschadet, vielmehr auch manche Skeptiker zum Mitmachen veranlasst.
Durchführung
Bereits ein halbes Jahr vor dem Marathon, für den der Beginn der Fastenzeit (aufgrund der Faschingsferien war das Datum dann eine Woche nach Aschermittwoch) passend schien, wurde die Öffentlichkeit mit Faltblättern, durch Presse und Gemeindebriefe aufmerksam gemacht und zum Mitmachen eingeladen. Als Bibelübersetzung entschied sich die Vorbereitungsgruppe für die „Gute Nachricht – Bibel“, deren so genannte ‚Spätschriften’ wurden in speziellen Abendvorträgen („Starke Frauen in der Bibel“ und „Engel im AT“) einbezogen.“ Um das ‚Dauer-Lesen’ herum wurde ein umfangreiches Begleitprogramm erarbeitet:
Neben den täglichen Vorträgen und Gesprächsangeboten der Seelsorgerinnen und Seelsorger der Gemeinden gab es auch zwei Podiumgespräche über die Bibelerfahrungen mit Prominenten: „Bibel-Glaube-Leben“ (Fr.) und „Meine Bibel“ – Lesung und Gespräch mit Pfarrer Jürgen Fliege (Sa).
Verschiedene Wanderaustellungen vertieften die Begegnung mit der Bibel: eine Ausstellung besonderer Bibeln aus Privatbesitz, eine Foto-Poster-Serie mit Texten aus der Bibel, eine Posterausstellung „Fundstücke“ mit elf besonderen Texten aus der Bibel, zwanzig neue Karikaturen zur Bibel von Werner Tiki Küstenmacher und eine Bücherausstellung rund um die Bibel mit Buchverkauf.
Ein Bibelcafe bot an jedem Leseort rund um die Uhr Möglichkeiten für Stärkung und Gespräch.
Ein Raum der Stille gab die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, in Ruhe zu lesen und über das Gehörte nachzudenken
Eine Kurzeinführung in die biblischen Schriften (36 Seiten) wurde erarbeitet und herausgegeben, mit Grussworten u.a. von der evangelischen Regionalbischöfin und dem katholischen Regionalbischof.
Die Leseorte wurden im 24-Stunden-Takt geändert, um die vier beteiligten Kirchengemeinden und die Schulen auch räumlich mit einzubeziehen.
Am Sonntagmorgen endete die Lesung um 5.45 Uhr. Das Projekt wurde mit einem ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Auferstehungsgemeinde beschlossen.
An jedem Leseort - liebevoll hergerichtet mit Blumen und Kerzen - begannen die Lesestunden mit einem Musikstück des evangelischen Posaunenchores und kurzem Gebet, Lied und Lesung. Zur Erinnerung und als Dank für die Teilname erhielten alle Lesenden am Ende eine auf ihren Namen ausgestellte Teilnehmer-Urkunde.
Zur Öffentlichkeitswahrnehmung war zum Einen vor dem jeweiligen Gemeindezentrum eine 2,5 m. hohe Figur des Riesen Goliath aufgestellt. Zum Anderen hatte eine intensive Öffentlichkeitsarbeit vor und während der Aktion der Aktion weit über Puchheim hinaus Aufmerksamkeit verschafft.
Erfahrungen
Der Ökumenische Bibel-Marathon war ein geistliches Ereignis mit großer Öffentlichkeitswirkung. In knapp 94 Stunden hatten Menschen zwischen acht und über achtzig Jahren die Bibel gelesen und damit ein beeindruckendes Zeugnis von über 450 Christinnen und Christen gezeigt. Über die kirchlichen Gruppen hinaus haben sich auch breite Schichten der Bevölkerung wie die Freiwillige Feuerwehr, die Pfadfinder, der Volkstanzkreis, die Byzantinische Chorgemeinschaft u.a. beteiligt.
In den Reaktionen vieler Teilnehmender/ Zuhörender wurden die Tage des Bibellesens als geistliche Bereicherung für sich selbst und für die Gemeinden bezeichnet. Viele erlebten zum ersten Mal, was es bedeutet das Wort der Schrift wirklich und ohne Unterbrechung zu hören und stundenlang zu lauschen.
Die positiven Erfahrungen zeigen, das es sich lohnt, dieses Projekt auch außerhalb des Bibeljahres durchzuführen. Allerdings setzt es die Bereitschaft zu einer intensiven Vorarbeit und guten Kooperation voraus; sowie eine Person, die als Programmkoordinator/in die zeitaufwändige Gesamtleitung übernimmt.
Als Anregung für einen etwas kleineren Bibelmarathon wäre hier die Lesung des Neuen Testamentes (ca 23 Std.) zu empfehlen, da sich die Evangelien, Apostelgeschichte usw. besonders gut zum Vorlesen und Zuhören eignen – z.B. als Auftakt (von 8.00-8.00 Uhr) zu einem besonderen Ereignis, Jubiläum oder Fest am Ort
Kontakt
Leiter der Sonderarbeitsgruppe „Ökumenischer Bibelmarathon Puchheim“ Edgar Fahmüller
Edelweißstraße 81, 82178 Puchheim
089/803106
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