Netzwerkbildung und Qualifizierung
Gerade hochaltrige Menschen, also Menschen ab dem 85. Lebensjahr, brauchen eine aufsuchende Kirche vor Ort, die den Menschen da nahe ist, wo diese ihren Lebensabend in einem immer kleiner werdenden Lebensraum verbringen. Der weitaus größte Teil der hochaltrigen Menschen lebt noch in eigenen vier Wänden und im Familienkreis. Vertraute nachbarschaftliche und auch kirchengemeindliche Einbindungen spielen dabei eine große Rolle.
Doch gerade bei einer dementiellen Erkrankung kommt oft auch der Zeitpunkt, wo die Versorgung und Betreuung trotz einer Unterstützung durch ambulante Pflegedienste im häuslichen Umfeld kaum mehr zu bewältigen sind und Familienangehörige an ihre psychischen und physischen Grenzen stoßen. In einem fortgeschrittenen Stadium der Demenz ist eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung sicherzustellen, die häufig nur im Zusammenwirken unterschiedlicher Helfer/innen und Institutionen zu leisten ist. Dazu braucht es Menschen, die sich Hand in Hand dieser Aufgabe mit Herz und Profession annehmen und sich im „Tragen“ dieser Betreuungssituation wechselseitig unterstützen. Ein gutes Heim kann diese Aufgabe bewältigen.
Sowohl Familien mit dementen Angehörigen, als auch Bewohnerinnen und Bewohner von Altenpflegeheimen haben Bedarf an und Anspruch auf seelsorgerliche Begleitung ihrer Kirchengemeinden. Diese Aufgabe stellt Besuchsdienste und Nachbarschaftshilfen zunehmend vor eine große Herausforderung. Andererseits ergeben sich neue Möglichkeiten für ein sinnvolles Engagement, zu dem viele Gemeindeglieder auch bereit sind. Allerdings brauchen diese Ehrenamtlichen unbedingt eine fachliche Grundausbildung und eine weiterführende Begleitung für den Umgang mit demenziell erkrankten Menschen. Mit der erworbenen Kompetenz können sie dann pflegende Angehörige wesentlich entlasten, indem sie beispielsweise stundenweise eine verlässliche Betreuung der dementen Menschen übernehmen.
Ansprechpartner für die fachliche Grundausbildung und Qualifizierung können sein:
>> Die Diakonie-Station vor Ort finden Sie zum Beispiel über das Pfarrbüro der Kirchengemeinde
>> Beratungsstellen der Diakonie in Bayern und der Alzheimer Gesellschaften



