Kirche in der Schule
„Um der Kirche willen muss man christliche Schulen haben und erhalten; denn Gott erhält die Kirche durch Schulen, Schulen erhalten die Kirche.“ Dieses Zitat aus Martin Luthers Tischreden zeigt, dass Schule und Bildung seit der Reformation untrennbar mit der protestantischen Identität verknüpft sind. Dies formuliert auch das Bildungskonzept für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern aus dem Jahr 2004: „Bildung als ganzheitliche Persönlichkeitsbildung ist wesentlicher Bestandteil des evangelischen Profils, Bildung ist für die Kirche eines der großen Zukunftsthemen.“
Die Reformation hat im Bereich von Erziehung und Bildung wichtige Impulse gegeben und die Basis gelegt, den Protestantismus als „Bildungsbewegung“ zu markieren. Auf dieser Grundlage sind in der evangelischen Kirche zahlreiche Einrichtungen, Initiativen und Aktivitäten entstanden, die sich dem Programm von „Bildung als Lebensbegleitung“ verschrieben haben.
In unserem Themenspezial „ Kirche in der Schule“ möchten wir zu Beginn des Schuljahres 2006/ 07 das vielfältige Engagement der evangelischen Kirche im Bereich Bildung und Schule vorstellen. Daneben gehen wir auch auf die Jugendarbeit außerhalb der Schule ein, die mit ihren Gruppen, Projekten und Jugendfreizeiten ebenfalls auf die Persönlichkeits- und Lebensbildung junger Menschen einwirken will.
Für Kinder und Jugendliche spielt vor allem der Religionsunterricht an öffentlichen Schulen eine wichtige Rolle. Dabei liegt es auch im Interesse des Staates, der gemeinsam mit den Kirchen den Religionsunterricht verantwortet, dass grundlegende Werte der Freiheit und Verantwortung hier vermittelt werden.
Eine besondere Herausforderung stellen auch schulbezogene Projekte der evangelischen Jugendarbeit sowohl für die Schule als auch für die Kirche dar. Die schulbezogene Jugendsozialarbeit richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die sozial benachteilgt sind oder individuelle Beeinträchtigungen mitbringen. Die Unterstützung dieser jungen Menschen betrachtet die Evangelische Jugend- und Sozial-Arbeit (EJSA) ebenso wie die Rummelsberger Dienste für junge Menschen als ganzheitliche Förderung an Leib, Seele und Geist und bietet entsprechende Angebote zur sozialen, schulischen und beruflichen Integration.
Das Angebot der Schulseelsorge reicht von Gottesdiensten und Andachten über Beratungsgespräche bis hin zu Schülercafés und Besinnungstagen. Ein Schwerpunkt der Schulseelsorge ist es, Menschen in Not und Krisensituationen beizustehen.
Die ersten evangelischen Schulen und Internate sind unmittelbar im Zuge der Reformation entstanden. Sie „waren von jeher Ausdruck des Willens seitens der evangelischen Kirche, eigene Vorstellungen schulischen Lernens zu entwickeln und dort, wo Staat und Gesellschaften noch zögerten, Antworten auf (neue) drängende Bildungsbdürfnisse zu geben“ – so heißt es im Bildungskonzept der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Wie das evangelische Profil in einigen evangelischen Schulen Bayerns umgesetzt wird, möchten wir Ihnen im Rahmen unseres Spezials ebenfalls vorstellen.


