Warum feiern evangelische und römisch-katholische Christen nicht gemeinsam Abendmahl?
Was manchmal in Gemeinden doch gefeiert wird, ist zwischen den beiden Kirchen noch nicht beschlossene Sache. Bisher kann die römisch-katholische Kirche weder unsere Einladung zum gemeinsamen Abendmahl annehmen noch selbst eine Einladung an evangelische Christinnen und Christen aussprechen.
Die Gründe dafür liegen weniger in dem unterschiedlichen Verständnis dessen, was das Abendmahl oder die Eucharistie ist, sondern ganz einfach darin, dass noch nicht alle Unterschiede zwischen den Kirchen überwunden sind. Während die römisch-katholische Kirche darauf besteht, vor der Feier des Abendmahls eine völlige Übereinkunft in allen noch offen Fragen zu erzielen, ist die evangelisch-lutherische Kirche der Ansicht, dass die Abendmahlsgemeinschaft umfassender ist als die Grenzen, die unsere Kirchen setzen, weil nicht die Kirchen, sondern Christus einlädt.
Von der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland und der Evangelischen Kirche in Deutschland ist die Einladung zum Abendmahl bereits 1975 offiziell ausgesprochen worden. Ob die Eucharistische Gastbereitschaft und eine Gemeinsame Abendmahls- / Eucharistiefeier bis zum Kirchentag 2003 erreicht werden, ist noch offen.
Mit der Altkatholischen Kirche wurde 1985 eine "Vereinbarung über eine gegenseitige Teilnahme an der Feier der Eucharistie" verabschiedet. Obwohl die Frage vom Wesen der Kirche und nach dem historischen Bischofsamt ausgeklammert und somit keine Kirchengemeinschaft hergestellt wurde, konnten wesentliche Glaubensaussagen gemeinsam formuliert werden. Dies sind nun die Grundlage für eine gegenseitige Einladung zum Abendmahl.


