Kirchen im Gespräch: Römisch-katholische Kirche

Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre

Ein Jahr nach der Ratifizierung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre (GE)
Wie geht es weiter? Vielleicht muss man die aktuelle Phase mit dem Atemholen nach einem kraftvollen Schlusssprint vergleichen. Allzu schnelle und große nächste Schritt zeichnen sich im Moment nicht ab. Das bedeutet, die Erwartung einer gegenseitigen Gastbereitschaft beim Abendmahl oder der Feier der Eucharistie nicht in den Himmel zu schrauben, auch wenn theologisch die Unterschiede überwindbar sind. Trotzdem: Man darf gespannt sein, wohin die Reise geht.

Eine Station auf dieser Reise ist die jüngste Übereinkunft des Lutherischen Weltbundes mit dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen. Im Mai diesen Jahres wurden das Institut für Ökumenische Forschung (Strassburg) und das römisch-katholische Johann-Adam-Möhler-Institut (Paderborn) gebeten, sich gemeinsam mit den Themen zu beschäftigen, die in der GE als noch strittig benannt worden sind. Erstmals arbeiten damit das lutherische und das römisch-katholische Spitzeninstitut zusammen. Dabei ist interessant, dass sich sieben Arbeitsgruppen in den lokalen Kontexten der jeweiligen Kontinente mit den Fragestellungen beschäftigen werden. Mit Sicherheit muss das Thema Sünde in Europa unter anderen Vorzeichen wie in Asien angegangen werden.

Eine weitere Station wird mit Sicherheit die Auseinandersetzung über das gemeinsame Verständnis darüber sein, was Kirche ist. Unter dieses Thema fällt die Frage des Amtes, der Schlüssel für die römisch- katholische Theologie zu allen weiteren Fortschritten.

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