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"nach oben offen": Ökumenisches Kunstprojekt der Nürnberger Innenstadtkirchen
Idee
Auf dem Weg zum ökumenischen Kirchentag 2010 entstand im Gespräch des Künstlerseelsorgers des Erzbistums Bamberg, Hans-Peter Weigel, mit dem Kunstbeauftragten des Kirchenkreises Nürnberg, Daniel Szemerédy, die Idee, alle acht Nürnberger Innenstadtkirchen durch ein ökumenisches Kunstprojekt zusammenzubinden. Das Kirchentagsmotto "Damit ihr Hoffnung habt" wurde in das Motto des Kunstprojektes "nach oben offen" gewendet. Die ohnehin zumeist hohen Kirchenräume sollten durch Kunsteinträge überraschend auf ihr Hoffnungspotential hin fortgeschrieben werden. Es sollten ästhetische Erfahrungen möglich werden auf das, was noch aussteht, was auch ganz anders sein könnte - ästhetische Erfahrungen, die im Kirchenraum spirituelle Assoziationen provozieren. Ökumenische Weite verbindet sich mit gestalterischen Wagnissen.
Durchführung
Nach einer 70%igen Finanzierungszusage des Landeskirchenamts im Rahmen der Vorbereitung auf den ÖKT und Eigenmittelzusagen aus den beiden Kunstetats sowie Beteiligungen der Kirchengemeinden und Pfarreien mit jeweils 500 Euro begann im Sommer 2009 die konkrete Vorbereitungsphase. Zu jedem Kirchenraum wurden gegen ein geringes Honorar zwei KünstlerInnen - meist aus der Region Nürnberg - angefragt, ein raumbezogenes Konzept zum Thema "nach oben offen" zu entwickeln. Ein Kuratorium aus Hans-Peter-Weigel, Wolfgang Weber (Künstler und Mesner an St. Sebald) und Daniel Szemerédy wählten die Konzepte aus und gaben Sie an die Entscheidungsgremien der beteiligten Kirchengemeinden und Pfarreien weiter. Jede ausgeführte Arbeit wurde mit 500 Euro Honorar und bis zu 1800 Euro Materialdeckung finanziert. Eine Pressekonferenz in Kooperation mit den Öffentlichkeitsreferenten des Evang.-luth. Dekanatsbezirks und der röm.-kath. Stadtkirche im Vorfeld eröffnete die gelungene publizistische Wahrnehmung.
Der Ausstellungszeitraum 19. März bis 11. Mai 2010 wurde mit einer zentralen Vernissage in St. Elisabeth und der Klangperformance "Gottesrauschen" von Christian Jendreiko eröffnet. Jeweils dienstagabends fanden an den verschiedenen Ausstellungsorten Künstlergespräche statt, die das jeweiligeWerk ins Gespräch brachten und ökumenische Begegnungen ermöglichten.
Erfahrungen
Leider ist es uns nicht gelungen tatsächlich alle acht Innenstadtkirchen zu gewinnen. Den Kommunikationsaufwand mit allen Entscheidungsgremien haben wir unterschätzt. So hatten wir drei potentielle Begegnungsorte wieder verloren (St. Klara, St. Sebald und St. Jakob). Neben die fünf Kirchen (St. Martha (ref.), St. Lorenz (luth.), Zu unserer lieben Frau (kath.), St. Egidien (luth.) und St. Elisabeth (kath.) trat noch der öffentliche Platz zwischen St. Jakob und St. Elisabeth als sechste, öffentlichkeitswirksame Ausstellungsfläche hinzu. Durch Terminüberschneidungen konnte nicht an allen Orten der komplette Ausstellungszeitraum bespielt werden, aber durch die Gesamtkonzeption mit wöchentlichen Künstlergesprächen und einer Gesamtwerbung blieb der Zusammenhang doch gewahrt. An einem Ort (St. Martha) konnten sogar zwei künstlerische Konzepte verwirklicht werden, weil sie räumlich nicht konkurrierten und die KünstlerInnen sich auf die Teilung des Honorars und des Materialausgleiches verständigen konnten.
Ohne die 70%-Finanzierung durch das Landeskirchenamt wären die Gesamtkosten in Höhe von rund 16.900 Euro nicht zu tragen gewesen. Ohne Materialausgleich und Honorar wäre ein solches Projekt unter KünstlerInnen auch nicht zu vermitteln gewesen.
Durch weitere Sponsorenwerbung konnte in geringer Auflage ein Katalog finanziert werden, der gegen 5 Euro inklusive Versandkosten bei Daniel Szemerédy (siehe unten) bestellt werden kann.
Im Rückblick ist dieses Kunstprojekt gelungen,
0 weil es finanziert werden konnte,
0 weil das Kuratorium vertrauensvoll zusammenarbeitete und funktionierte,
0 weil die Kirchengemeinden und Pfarreien sich mehrheitlich auf gestalterische Wagnisse einließen,
0 weil die Angebote der Künstlergespräche die Arbeiten ins Gespräch brachten und auch Kritik zuließen,
0 weil der ökumenische Geist in Nürnberg bereits entwickelt ist und zugleich gestärkt werden konnte.
Kontakt
Daniel Szemerédy
Kunstbeauftragter des Kirchenkreises Nürnberg,
Tel.: 0911 – 8 14 93 80
Email: szemeredy@evangelisch-in-langwasser.de
Hans-Peter Weigel
Künstlerseelsorger im Erzbistum Bamberg
Tel.: 0911 – 2 44 49-511,
Email: hans-peter.weigel@stadtkirche-nuernberg.de


