{Abo bestellen}
Gemeinsamer Gemeindebrief der Kirchengemeinden im Berchtesgadener Tal
Idee:
Im Berchtesgadener Tal gibt es fünf Kommunen, die mal nebeneinander, mal
gegeneinander, zu selten miteinander arbeiten.
Ähnliches gilt für die katholischen Pfarrgemeinden und die evang.-luth. Kirchengemeinde.
Persönliche Kontakte ergaben sich durch ein Treffen des evangelischem Redaktionsteams
des Gemeindebriefs mit einem der katholischen. Dabei entstand die Idee zu einer gemeinsamen Ausgabe eines Gemeindebriefs zu Ostern 2010. Aber wir gingen noch weiter, denn die spannende Frage war: Warum sollten nur zwei Gemeinden zusammenarbeiten, warum nicht alle im Tal? Die verwegene Idee war geboren: Im Vorfeld des ÖKT sollte ein gemeinsamer ökumenischer Gemeindebrief für das ganze Tal herauskommen.
Durchführung:
Es gelang, trotz teilweise massiver Widerstände, alle sieben Gemeinden des Talkessels (Pfarrei St.Andreas Berchtesgaden, Pfarrverband Marktschellenberg-Au, Pfarrei Maria Sieben Schmerzen Unterstein, Evang.-Luth. Kirchengemeinde Berchtesgaden, Pfarrei St.Sebastian Ramsau und Pfarrverband Bischofswiesen–Strub-Winkl) in ein Boot zu bringen. Sonderwünsche und Überlängen wurden berücksichtigt, Pfarrgemeinderäte persönlich besucht und für das Projekt gewonnen. Es gelang - mit Gottes Hilfe - Menschen unterschiedlichster Prägung zusammenzubringen.
Bewusst wurden unterschiedliche Standpunkte integriert, kritische und positive Erfahrungen sprechen verschiedene Gruppen an.
Die Redaktionsmitglieder waren nach vielen positiven Rückmeldungen und der vertrauensvollen Zusammenarbeit sehr motiviert. Sie merkten: Dieses gemeinsame Zeichen unseres Glaubens war überfällig, die Leute warteten regelrecht darauf. Ein bekannter Mundartdichter stellte ein Gedicht zur Verfügung, eine international bekannte Extrembergsteigerin berichtete aus ihrem persönlichen
Umfeld, - alles nur um der einen gemeinsamen Sache willen. Sieben Redaktionssitzungen waren notwendig, ungezählte Layoutstunden nicht gerechnet. Fügung war, dass die beiden Layouter, Andreas Pfnür und Wolfgang Sauer, mit QuarkExpress die gleiche Software verwendeten. So gelang hier auf Anhieb eine perfekte ökumenische Zusammenarbeit.
Mit einer Auflage von 13100 Exemplaren wurde schließlich jeder Haushalt im Tal rechtzeitig versorgt.
So sah der Gemeindebriefumschlag aus:
Titelseite
Der Blick von der Kneifelspitze auf das Tal. Der Watzmann bildet den markanten Identifikationspunkt.
Das frische Grün der Latschen erinnert an Frühling und assoziiert Ostern.
Der Spruch von Ganghofer spricht bewusst Gott, Liebe und Heimat an. (Für Evangelische durchaus ein Thema).
"Einer für Alle" - ist mehrschichtig in seiner Bedeutung: einerseits ein Pfarrbrief, andererseits ein Gott. Und natürlich ist bei der Zuarbeit auch der Spruch der Musketiere gültig:
Alle für Einen.
Auf Kirchenbilder oder ein Kreuz wurde bewusst verzichtet, weil wir auch
Kirchenferne ansprechen wollen.
Rückseite
Die Rosette mit Jesus als Mittelpunkt übersetzt das Teilhaben der Kirchengemeinden an der Kirche Gottes in eine leicht fühlbare Bildsprache.
Die Zahl Sieben wurde bewusst gewählt, die ringförmige, runde Anordnung der Gemeinden verdeutlicht das Vollkommene, wenn alle Gemeinden zusammen für Gott eintreten.
Erfahrung:
Ob die Einweihung einer neuen Brücke durch zwei Pfarrer, ökumenische Trauungen oder Taufen - seit Ostern 2010 ist manches einfacher und selbstverständlicher.
Unzählige Kontakte wurden geknüpft, man wird sich auch in Zukunft gegenseitig einladen und unterstützen. Und wenn sogar unsere Lokalzeitung als Bildunterschrift wählte "Die Extra-Ausgabe setzt neue Maßstäbe in der Ökumene", dann sind wir einen großen Schritt weiter. Und wir sind willens und in der Lage, den nächsten zu gehen.
Kontakt:
Wolfgang Sauer
Mooswinkl 3
83483 Bischofswiesen
08652 977778
Email: sauer-bgd@t-online.de


