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Gerolzhofen: Ökumenisches Glaubensfest
Idee:
Im Vorfeld des 2. ÖKT in München sollten Christinnen und Christen beider Konfessionen in Gerolzhofen einander in Hoffnung begegnen. Dazu wurde nach einer besonderen Möglichkeit zur Begegnung gesucht. Die Veranstaltung sollte auf den größeren Kirchentag in München verweisen und zeigen, dass er weit über dessen räumliche und zeitliche Einschränkung hinaus weiterwirkt.
Durchführung:
Vom 7. Bis 9. Mai feierten wir mit den Katholischen und der Evang.-Lutherischen Gemeinde ein Ökumenisches Glaubensfest. In Anlehnung an den Münchner Kirchentag nannten wir den kleinen Kirchentag „Auf dem Weg zur Hoffnung“.
Er wurde am Freitag mit einem Hip-Hop-Workshop in der Stadthalle eingeläutet.
Die offizielle Eröffnung fand dann unter Beteiligung der Bürgermeisterin sowie einer Vertreterin des Pfarrgemeinderates und eines Vertreters des Kirchenvorstandes am Samstag statt. Anschließend gab es ein Mitmachkonzert für die Kinder, die zuvor im Kindergarten schon fleißig Lieder und Bewegungen eingeübt hatten.
Am Abend fand eine Modenschau und Tanzperformance zum Thema Hoffnung statt. Dazu wurden Kostüme aus Papier, Plastik, Stoff und vielen weiteren Materialien kreiert. Mit dieser Modenschau auf dem Catwalk von Gerolzhofen und der Stadtpfarrkirche als Kulisse sollte das Motto des ÖKT’s „Damit ihr Hoffnung habt“ von Jugendlichen selbst umgesetzt werden. Dass Hoffnung, auch durch Kleinkunst auf die Bühne und unter das Volk gebracht werden kann machte ein Varietékünstler deutlich, der in die Modenschau integriert wurde.
Den Höhepunkt fand das ökumenische Glaubensfest beim „gemeinsamen“ Gottesdienst in der katholischen Kirche am Sonntag. Die evangelische Seite hatte dafür ihren Gottesdienst ausfallen lassen und in die katholische Kirche „verlegt“. Eigens für diesen Gottesdienst wurde ein Anspiel zum Thema „Der Streit ums Brot“ verfasst und von Theaterkindern aus Hamburg aufgeführt. Zusammen mit Gerolzhöfer Kindern wurde dann auch noch ein Glaubensrap gesprochen, der trotz allem „Streit um das eine Brot“ die Hoffnung der Christinnen und Christen ausdrücken sollte.
Für viele Gläubige ergreifend war dann die gemeinsame Symbolhandlung vom evangelischen Pfarrer Jean-Pierre Barraud und seinem katholischen Kollegen Stefan Mai an der geöffneten Kommunionbank: Auf ein violettes Tuch wurde ein von den Evangelischen mitgebrachter Kelch gestellt. Die Monstranz setzte Pfarrer Mai auf ein gelbes Tuch auf die linke Seite. Dann wurden die beiden Türflügel der Kommunionbank geschlossen und beide Dinge kamen zusammen. „Und es wird sichtbar, was wir erträumen, glauben und hoffen“, sagte Barraud. Dann wurde die Kommunionbank für die Austeilung der Hostien wieder geöffnet, beide Flügel schwangen zurück – Kelch und Monstranz wurden wieder getrennt.
Bei der Kommunion wurden die evangelischen Gottesdienstbesucher um Zurückhaltung gebeten.
Da das Wetter beim Mittagessen einen Strich durch die Planung machte, wurde dennoch, wenn auch verspätet, ein gemeinsames Mahl im Raum der Kirche gehalten. Die Lokalpresse zitierte Pfarrer Jean-Pierre Barraud zum Gottesdienst: „Hier wird nun für uns alle erlebbar, was uns eint – und was uns trennt.“
Den Abschluss fand das Wochenende mit einem geistlichen Konzert in der kleineren evangelischen Kirche, einem Abendlob nach anglikanischem Vorbild (Evensong).
Erfahrungen:
Allein die Vorbereitung und Zusammenarbeit hat das schon bestehende gute ökumenische Klima weiter befruchtet. Schon im Vorfeld brachte die Vorbereitung die Gremien und Einzelpersonen der evangelischen und römisch-katholischen Kirchengemeinden eng zusammen. Auch heute noch ist diese enge Zusammenarbeit insofern spürbar, als viele Kontakte, die geknüpft wurden, weiterhin bestehen bleiben und ein großes Gemeinschaftsgefühl entstand und gepflegt wird.
Schmerzhaft war, dass Christen die ein gemeinsames Fest planen und durchführen am Tisch des Herrn nicht gemeinsam feiern können. Dies mit einem „gemeinsamen“ Gottesdienst, bei dem ein Teil der Kommunion fernbleiben muss, deutlich zu machen war die Provokation, die es auszuhalten galt.
Kontakt
Pfarrerin Anja Saltenberger-Barrraud
Pfarrer Jean-Pierre Barraud
Dreimühlenstr. 4
97447 Gerolzhofen
tel.09382/1597
evang.kirche.gerolzhofen@web.de


