Wie hilfreich finden Sie diesen Artikel?
gut Bewertung 1 Bewertung 2 Bewertung 3 Bewertung 4 Bewertung 5 Bewertung 6 schlecht

Was macht Sie glücklich?

Ein guter Zeitplan

Ein guter Augenblick

Das Ungewisse

Das Gewisse



nur Ergebnisse anzeigen


Es haben bisher 297 Benutzer abgestimmt
 
  • Diese Seite bei Technorati bookmarken.
  • Diese Seite bei Twitter bookmarken.
  • Diese Seite bei MySpace bookmarken.
  • Diese Seite bei Netvibes bookmarken.
  • Diese Seite bei Yahoo bookmarken.
  • Diese Seite bei Delicious bookmarken.
  • Diese Seite bei Mr. Wong bookmarken.
  • Diese Seite bei Stumpleupon bookmarken.
  • Diese Seite bei Facebook bookmarken.
  • Diese Seite bei Google bookmarken.

Gedenktage

Holocaust-Gedenktag am 27. Januar
Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November 1938

Holocaust-Gedenktag am 27. Januar

Der Holocaust-Gedenktag  am 27. Januar ist der Erinnerung an die über sechs Millionen getöteten Juden und die unzähligen weiteren Opfer während des Nationalsozialismus gewidmet. Der frühere Bundespräsident Roman Herzog erhob 1996 diesen Tag zum nationalen Gedenktag in Deutschland. Der Gedenktag solle als „nachdenkliche Stunde inmitten der Alltagsarbeit“ begangen werden. „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen“, so Herzog in seiner Proklamation. Am 27. Januar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau befreit.

Die UNO erklärte im Oktober 2005 den 27. Januar offiziell zum Holocaust-Gedenktag und nahm eine Resolution an, in der alle Mitgliedstaaten aufgerufen wurden, an diesem Tag an den Judenmord zu erinnern. UNO-Generalsekretär Kofi Annan bezeichnete dabei den Gedenktag als „eine wichtige Mahnung an die universelle Lektion des Holocaust“.

Mit verschiedenen Veranstaltungen wird an diesem Tag auch in Bayern der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. So leistet etwa die Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur. Seit 40 Jahren finden an diesem Ort Veranstaltungen statt, die das Gedenken der Opfer des NS-Staates wach halten und nach Konsequenzen für die heutige Zeit fragen. Das Team der Versöhnungskirche bietet u.a. Führungen über das Gelände der KZ-Gedenkstätte, an denen jährlich etwa 7.000 Besucher teilnehmen. Daneben gibt es Ausstellungen, Gespräche mit Zeitzeugen und Wissenschaftlern.

Informationen zur Versöhnungskirche Dachau finden Sie unter www.versoehnungskirche-dachau.de/.

Im KZ Flossenbürg und seinen Außenlagern waren zwischen 1938 und 1945 über 100.000 Häftlinge interniert, rund 30.000 starben. Die annähernd 90 Außenlager des KZs erstreckten sich über das Gebiet der Bundesrepublik, der ehemaligen DDR und der Tschechoslowakei. Zwei Drittel der Häftlinge stammten aus Osteuropa. Da die in Flossenbürg ankommenden Häftlingstransporte in der Endphase des Lagers nicht mehr registriert wurden und die Nummern toter Lagerinsassen teilweise wieder an neue Gefangene vergeben wurden, wird sich die Zahl der Opfer nie exakt feststellen lassen. Zu den prominenten Opfern im KZ Flossenbürg gehört der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer (1906-1945).

Näheres zur Gedenkstätte Flossenbürg erfahren Sie unter www.gedenkstaette-flossenbuerg.de/.

Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November 1938

„Seid nicht in der Finsternis“ (1Thess 5,4), heißt es im Predigttext zum 9. November 2008. Siebzig Jahre vorher war es finster, und manche Christen standen mitten drin. Geblendet durch die Fackeln Jahrhunderte währender Judenfeindschaft und nationalsozialistischer Ideologien war ihnen das Licht abhanden gekommen. Lange hat es gedauert, bis sich Christinnen und Christen, Kirchengemeinden, auch die Kirchenleitung, wieder bewusst geworden sind, dass sie ja eigentlich „Kinder des Lichts und Kinder des Tages“ (1Thess 5,5) sind. Mancherorts dauert dieser Prozess bis heute an. Wer im Licht steht, hat Mut, sich den Dunkelheiten der Geschichte zu stellen.

Zum 70. Jahrestag der so genannten Reichspogromnacht wird am 9. November in ganz Bayern der Judenverfolgung durch das nationalsozialistische Gewaltregime gedacht. Dazu finden vielerorts Veranstaltungen, Ausstellungen, Konzerte und Gottesdienste statt.

München

Synagoge am Münchner Jakobsplatz, (c) Mariocopa/ PIXELIOIn der bayerischen Landeshauptstadt sollen an diesem Tag die Namen und Lebensdaten von 4.587 Männern, Frauen und Kindern, die wegen ihres jüdischen Glaubens verfolgt und ermordet wurden, verlesen werden. „Damit erhalten Namenlose wieder ein Gesicht und eine Geschichte“, sagte die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch. Auch Landesbischof Dr. Johannes Friedrich und Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler werden bei der Lesung mitwirken.

Die Lesung setze ein Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus, so Knobloch, die zugleich Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern ist. Und sie wolle den Menschen in aller Welt Mut machen, sich gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus zu wehren. An der zehnten Namenslesung beteiligten sich alle 25 Bezirksausschüsse.

In der Münchner Matthäuskirche am Sendlingertor findet am 9. November um 15 Uhr ein Gottesdienst zum Gedenken an den 70. Jahrestag der Novemberpogrome statt. Im Gottesdienst mit Stadtdekanin Barbara Kittelberger und dem Zeitzeugen Dr. Heinz Herman Niemöller wird Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, Oberkirchenrätin im Kirchenkreis München und Oberbayern, die Predigt halten.

Nürnberg

Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November 1938, (c) Dekanat NürnbergEinen Schwerpunkt der kirchlichen Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November in Bayern bildet Nürnberg. 26 Veranstaltungen stehen dort auf dem Programm, und das nicht ohne Grund, wie die Organisatoren im Vorfeld bekannt gaben. Nürnberg, wo der NS-Gauleiter Julius Streicher seit 1923 sein berüchtigtes Hetzblatt „Der Stürmer“ herausgab, wurde zu einem geistigen Zentrum des neuen, rassisch motivierten Antisemitismus.

1935 wurden hier die „Nürnberger Gesetze“ verabschiedet. Die Nationalsozialisten verwüsteten und plünderten in der Nacht von 9. auf 10. November 1938 alle jüdischen Geschäfte und Wohnungen und steckten die Synagoge in Brand. Juden wurden ins Gefängnis getrieben oder anderntags in das Konzentrationslager Dachau deportiert. 19 der reichsweit 91 Todesopfer der Nacht kamen aus Nürnberg.

An sie erinnern die kirchlichen Gedenkfeiern in Nürnberg, wie die Organisatoren ankündigten. Das Gesamtprogramm umfasst Gottesdienste, Vorträge, Ausstellungen und Konzerte. Aus dem fränkischen Gräfenberg überträgt das Bayerische Fernsehen einen evangelischen Gottesdienst am 9. November um 10 Uhr. Die beiden Nürnberger Regionalbischöfe Dr. Stefan Ark Nitsche und Elisabeth Hann von Weyhern gestalten mit der Gräfenberger Dekanin Christine Schürmann den Gottesdienst, der diesen Schicksalstag der Deutschen bedenkt. Der Gottesdienst wird bewusst aus dem fränkischen Gräfenberg übertragen. Hier finden seit einigen Monaten Aufmärsche von Neonazis statt; mit originellen Aktionen und einem „Forum für Demokratie“ wehrt man sich in Gräfenberg.

In der Reformations-Gedächtnis-Kirche wird die Ausstellung „Christenkreuz und Hakenkreuz zu sehen sein. Kirchenbau und sakrale Kunst im Nationalsozialismus“ gezeigt. Vom 1. bis 30. November ist im Haus „eckstein“ die Ausstellung „Kicker, Kämpfer und Legenden – die Rolle der Juden im Deutschen Fußball“ zu sehen. Im Projekt „Schreiben gegen das Vergessen“ wollen Jugendliche eine Geschichte des Krimischriftstellers Martin Weiß-Paschke vollenden, die am 9. November 1938 spielt. Die Ergebnisse sollen am 14. November präsentiert werden.

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen in Nürnberg

Auch in Rothenburg ob der Tauber wurden die letzten Juden vertrieben – bereits fast drei Wochen vor der Reichspogromnacht am 9. November 1938. Am 11. November wird die Zentralratspräsidentin Charlotte Knobloch in der Stadt eine Gedenktafel für die Opfer enthüllen.

Evangelische Bildungseinrichtungen begleiten das Thema mit zahlreichen Veranstaltungen. So hat beispielsweise das Evangelische Bildungswerk Ansbach sein Herbstschwerpunkt dem christlich-jüdischen Dialog gewidmet.

Nähere Informationen dazu