Frauenhandel. Engagement gegen Zwangsprostitution
Die Beratungsstellen „Jadwiga“ und „Karo“ engagieren sich für Opfer des Frauenhandels
Nicht erst seit der Fußball-Weltmeisterschaft 2007 existiert das Problem in unserer Gesellschaft, vor dem viele die Augen verschließen: der internationale Frauen- und Mädchenhandel. „Nach wie vor ist der Handel mit Frauen und Kindern, vielfach aus Osteuropa, ein sehr lohnendes Geschäft mit einer hohen Gewinnspanne und mit wenig Risiko für die Menschenhändler und Zuhälterringe“, so Landesbischof Dr. Johannes Friedrich in einem Brief an die bayerischen Dekanate. Tausende von Frauen und eine hohe Anzahl von Kindern würden mitten in Europa in die Zwangsprostitution verkauft, sexuell und als Arbeitskraft ausgebeutet und ihrer Aufmerksam beraubt.
Mit seinem Brief will der Landesbischof auf dieses „lautlose Unrecht“ aufmerksam machen und gleichzeitig um die Unterstützung von zwei Einrichtungen bitten, die sich in diesem Bereich engagieren. Die Opfer sind meist junge Frauen im Alter von 16 bis 25 Jahren. Sie sind in der Regel schwer traumatisiert, verwirrt und ängstlich, wenn sie von der Polizei aufgegriffen und zu einer Einrichtung wie „Jadwiga“ oder „Karo“ gebracht werden.
Seit fast acht Jahren berät und begleitet der Verein „Jadwiga“ Frauen – meist aus Mittel- und Osteuropa -, die Opfer des internationalen Frauenhandels und illegaler Arbeitswerbung geworden sind. Die Beratung erfolgt in unterschiedlichen Sprachen, da die Mehrheit der Betroffenen über keine Deutschkenntnisse verfügt. Im letzten Jahr konnten 99 Frauen und sieben Kinder unterstützt werden, wieder Mut zu fassen und sich neu zu orientieren. „Karo e.V.“ arbeitet mit betroffenen Frauen vor allem im deutsch-tschechischen Grenzraum.
Neben der individuellen landessprachlichen Beratung gehört zu den Schwerpunkten der ökumenischen Beratungsstelle „Jadwiga“ die Beratung der Opfer in der Untersuchungs- und Abschiebehaft, die Unterstützung und der Beistand für Zeuginnen während eines Prozesses, die Hilfe bei der Rückkehr ins Heimatland und die Weiterbetreuung im Heimatland. Die Arbeitsbereiche von „Karo e.V.“ sind u. a. Streetwork in Straßenstrichbereichen, Ausstiegshilfen, medizinische und soziale Hilfsangebote.
Sie können die beiden Einrichtungen finanziell oder mit Sachspenden unterstützen!
Nähere Informationen zu „Jadwiga“ und zu „Karo e.V.“ finden Sie HIER und im Internet unter www.jadwiga-online.de und www.karo-ev.de.
Material zum Thema „Frauenhandel und Zwangsprostitution“
Lesen Sie hier den Abschlussbericht der vom Rat der EKD sowie vom Synodalrat der Ev. Kirche der Böhmischen Brüder eingesetzten deutsch-tschechischen Fachkommission „Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung von Frauen und Missbrauch von Kindern im deutsch-tschechischen Grenzgebiet“.
In der Reihe „Religionspädagogische Hefte“ hat das Amt für Religionsunterricht der Evangelischen Kirche der Pfalz ein Arbeitsheft mit dem Titel „Frauenhandel – ein Thema nicht nur für Männer“ herausgegeben (Zielgruppe: Berufsbildende Schulen, Sekundarstufe II), das HIER bestellt werden kann.



